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Landesflagge Bangladesch
Kultur- und Bildungspolitik, Medien

Stand: März 2010

Kulturpolitik

Der bengalische Kulturraum, der Bangladesch und das indische West-Bengalen umfasst, bietet vielfältige Kunst- und Kulturformen. Er gilt innerhalb Südasiens traditionell als Standort der Intellektuellen und "geistigen Köpfe". Die bengalische Sprache hat eine zentrale Rolle im Unabhängigkeitskampf gespielt und ist auch heute noch von großer Bedeutung für die nationale Identität. Daraus erklärt sich ein vergleichsweise hohes Ansehen von Künstlern und Kulturschaffenden. Trotz muslimischer Bevölkerungsmehrheit (rund 90 Prozent) besteht eine v.a. im mythischen Sufismus wurzelnde liberale und säkulare Religions- und Kulturtradition. Die lange britische Kolonialherrschaft und die englischsprachigen Privatschulen der Oberschicht halten daneben eine starke Affinität zur angelsächsischen Kultur und zur englischen Sprache aufrecht. Jüngst sind zunehmende Tendenzen zu einer "Populärkultur" zu beobachten.  

Es gibt eine lebhafte Szene von privaten Künstlern, Kulturvereinen und Veranstaltungsorten v.a. in den städtischen Zentren Dhaka und Chittagong. Aufgrund des tendenziellen Desinteresses der wirtschaftlichen und politischen Eliten an Kultur(politik) sind die Ressourcenzuweisungen allerdings eher gering. Offizielle Versuche zur Propagierung einer vorgeblich identitätsstiftenden "Nationalkultur" haben eine Vernachlässigung anderer Kulturtraditionen, insbesondere der religiösen und indigenen Minderheiten, zur Folge.

Als Least Developed Country (LDC) verfügt Bangladesch kaum über eigene Ressourcen für Kulturmaßnahmen. Mit einer Fülle privater Kunstgalerien ist eine zufriedenstellende Infrastruktur für Kulturveranstaltungen gegeben. Die Analphabetenquote liegt weiterhin bei ca. 50 Prozent, hat sich in den vergangenen Jahren aber deutlich verringert.

Schulen und Hochschulen

Bangladesch hat im Grundschulbereich deutliche Erfolge erzielt, die Einschulungsrate liegt bei rund 90 Prozent. Der Staat ist trotz Schulpflicht nicht in der Lage, eine ausreichende Bildungs-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.  Es gibt deshalb eine Vielzahl privater und von Nichtregierungsorganisationen betriebener Schulen. Auch die zahlreichen Koranschulen (Madrassas) spielen eine große Rolle, ihre Lehrinhalte stehen nur teilweise unter staatlicher Kontrolle. Der Abschlussbericht zur Nationalen Bildungspolitik vom September 2009 fordert ein umfassendes Erziehungswesen einschl. einer Modernisierung der als Madrassen bezeichneten Islamschulen mit Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften, IKT als Pflichtfächer.

Das Bildungssystem ist angelsächsisch geprägt. Viele Studentinnen und Studenten aus besser gestellten Familien erhalten ihre akademische Ausbildung im angelsächsischen Ausland (v. a. Großbritannien und Vereinigte Staaten). Dorthin wandern auch viele Fachkräfte aus.

Seit 2009 nehmen zwei bangladeschische Schulen an der Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amtes (PASCH) teil: die Oxford International School (private koedukative Schule) und die South Point School Dhaka (private Mädchenschule). An beiden Schulen findet Deutschunterricht statt.

Medien

Die Medienlandschaft ist groß und vielfältig. Fernsehen und Radio sind – auch wegen der hohen Alphabetisierungsrate - die einflussreichsten Medien im Land.

Es werden 274 Tageszeitungen vornehmlich in den Städten vertrieben. Acht Tageszeitungen sind englischsprachig und wenden sich an die gebildete Elite mit einer Gesamtauflage von etwa 100.000 Exemplaren.  Die drei größten Bangla-sprachigen Tageszeitungen haben eine Auflage von etwa 700.000.

Nur das staatliche Fernsehen BTV wird landesweit terrestrisch ausgestrahlt und kann ohne Satellitenantenne empfangen werden. Die privaten Sender sowie international ausgestrahlte Sender wie DW-TV, BBC und CNN erreichen über Kabel oder Satellit daher nur einen kleinen Teil der Fernsehzuschauer. Neben einem nationalen und 12 regionalen staatlichen Radiosendern gibt es derzeit vier private UKW-Sender, die im wesentlichen die städtischen Zentren bedienen. Ausländische Beteiligung an privaten Sendern ist erlaubt. Die Deutsche Welle verfügt über Korrespondenten in Bangladesch.

Die privaten Print- und elektronischen Medien gehören größtenteils Industriellen oder Unternehmensgruppen. Sie zeichnen sich durch große Meinungsvielfalt und teilweise sehr kritische Berichterstattung aus.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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