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Landesflagge Australien
Wirtschaft

Stand: März 2010

Wirtschaftsentwicklung

Nach 16 Wachstumsjahren in Folge mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 3,5% (2007: 3,9%) erlebte die australische Wirtschaft auch eine verstärkte Abkühlung des Wirtschaftswachstums (Wachstumsrate 2008: 2,4%).

So sank die Wirtschaftsleistung im Dezemberquartal 2008 erstmals seit Dezember 2000 wieder, und zwar um 0,7%. Nach aktuellen Schätzungen lag das Wirtschaftswachstum 2009 bei nur noch 0,8%, damit aber immer noch im positiven Bereich. Bereits für das Jahr 2010 wird wieder mit einem deutlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung auf 2,5% gerechnet. Danach sollen dann wieder Wachstumsraten über 3% erzielt werden.

Insgesamt hat Australien die Wirtschaftskrise von allen OECD-Ländern am besten überstanden und war von der Finanzkrise bisher vor allem indirekt betroffen (schwere Krisen in den Hauptexportländern und Verfall der Rohstoffpreise). Durch seine lange Wachstumsphase mit hohen Haushaltsüberschüssen war Australien vergleichsweise besser für die Wirtschaftskrise gerüstet. Die Wirtschaft ist im Allgemeinen gut und solide aufgestellt und zeigt wieder positive Wachstumstendenzen. Zudem wird mit einem neuen Rohstoffboom gerechnet.

Die Arbeitslosigkeit erreichte bereits 2009 ihren Höchststand bei 5,7% und lag im Januar 2010 wieder bei 5,4%. Die Inflation ist nach einem starken Anstieg auf 3,7% im Jahr 2008 zunächst wieder gesunken und lag 2009 bei 1,6%. Die Zentralbank hat aufgrund der sich verbessernden Wirtschaftslage den Leitzins auf aktuell 4% angehoben, um einer erneuten Inflationsgefahr entgegenzuwirken. Es wird im Laufe des Jahres 2010 mit weiteren Erhöhungen gerechnet.

Die Banken sind weitgehend solide kapitalisiert und hatten nur wenig Ausfallrisiko vom amerikanischen Markt zu tragen. Die Gesamtwirtschaft profitierte zunächst noch von steigenden Terms of Trade und dann trotz Preisrückgang von der noch soliden, anhaltenden Auslandsnachfrage nach Rohstoffen aus China und anderen ostasiatischen Staaten. Sorge bereiteten indirekte Effekte wie längerfristiger Nachfragerückgang in den Hauptexportländern und Liquiditätsengpässe von australischen Banken wegen Refinanzierungsschwierigkeiten auf den internationalen Kreditmärkten, auf die die hiesigen Banken besonders angewiesen sind.

Die Regierung Rudd hatte zur Abfederung von Auswirkungen der globalen Finanzkrise eine Serie von Maßnahmen ergriffen: Garantie auf private und institutionelle Einlagen, Garantie internationaler Verbindlichkeiten aller australischen Banken und Erhöhung der Liquidität für kleine, unabhängige Immobilienfinanzierer. Der Haushaltsüberschuss wurde größtenteils im Rahmen von Konjunkturpaketen zur Stabilisierung der Wirtschaft eingesetzt. Dazu hatte die Regierung Direktzahlungen an Pensionäre, direkte Unterstützungsleistungen an Familien mit niedrigem und mittleren Einkommen, Unterstützungsleistungen an erstmalige Hauskäufer und die Vorverlegung von Investitionsprojekten beschlossen, außerdem einen Restrukturierungsplan für die Autoindustrie und kommunale Soforthilfen.

Zu den Schwachpunkten der wirtschaftlichen Entwicklung zählen das chronische Leistungsbilanzdefizit sowie die hohe private Auslandsverschuldung. Das Investitionsklima ist weiterhin von Zuversicht geprägt. Mit zunehmendem Wirtschaftsaufschwung leidet Australien zudem wieder vermehrt an Infrastrukturengpässen und Fachkräftemangel.

Die politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen sind stabil.

Wirtschaftsstruktur und -beziehungen

Australiens Wirtschaft wird vom Dienstleistungssektor dominiert (über 80% des BIP 2008). Größte Einzelbereiche des Dienstleistungssektors waren wieder die Bereiche Finanzen, Immobilien und Unternehmensdienstleistungen. Demgegenüber entfielen auf die verarbeitende Industrie nur noch rund 10% BIP-Anteil und rund 3% auf die Landwirtschaft, die wegen der anhaltenden Trockenheit Ertragsrückgänge in Kauf nehmen musste. Obwohl der Landwirtschafts- und Bergbauanteil am BIP relativ gering ist (ca. 9%), ist der Anteil dieser beiden Sektoren an Australiens Exporten mit fast 75% erheblich. Die Zukunftsbranchen Informations- und Kommunikationstechnologie, E-Commerce, Bio-, Nano- und Medizintechnologie spielen eine zunehmend wichtige Rolle.

Die australische Leistungsbilanz weist nun schon traditionell ein Defizit auf. 2009 lag das Leistungsbilanzdefizit bei rund 22 Mrd. Euro, aufgrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ein (kurzfristig) starker Rückgang von den 34 Mrd. Euro im Jahr 2008. Das Leistungsbilanzdefizit hat sich damit, als Anteil am australischen BIP, seit 2007 fast halbiert von 6,3% auf 3,2% im Jahr 2009. Aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise, in Folge derer die Importe stärker als die Exporte fielen, hat sich 2008 auch das Handelsbilanzdefizit kurzzeitig verringert. Während der Gesamtwarenexport Australiens 2008-09 bei rund 143 Mrd. Euro lag, lagen die Importe bei 136 Mrd. Euro.

Die wichtigsten Exportgüter sind Kohle, Eisenerz, Gold, Erdöl/-Produkte und Erdgas. Bei Steinkohle ist Australien seit Mitte der 80er Jahre weltweit der größte Exporteur. Die wichtigsten Importprodukte sind neben Rohöl und raffiniertem Öl, PKW, Gold und Medikamente.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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Fax: (0061) 2/6270 1951 eMail
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Peter Brosch
Tel.: (0061) 3/9864 6823
Fax: (0061) 3/9820 2414 eMail
www.melbourne.diplo.de
Generalkonsulat Sydney
Michael Bartholmei
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