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Landesflagge Australien
Wirtschaft

Stand: Oktober 2009

Wirtschaftsentwicklung

Nach 16 Wachstumsjahren in Folge mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 3,5% (2007: 3,9%) erlebte die australische Wirtschaft auch eine verstärkte Abkühlung des Wirtschaftswachstums.

So sank die Wirtschaftsleistung im Dezemberquartal 2008 erstmals seit Dezember 2000 wieder, und zwar um 0,7%. Im Quartal vom Juni 2008 verzeichnete das BIP noch ein Wachstum von 2,9% und beträgt nunmehr für das Gesamtjahr 2008 nur knappe 0,3%. Aktuelle Schätzungen revidieren die noch im Herbstgutachten vom Schatzamt angegebenen Wachstumszahlen für das Haushaltsjahr 2008/09 (Juni-Juni) auf 1,0% BIP-Wachstum und für 2009/10 auf 0,75%; ab dem HH 2010/11 sollen dann wieder Wachstumsraten im 3%-Bereich erzielt werden. Die Arbeitslosigkeit stieg auf derzeit 5,4% und soll in 2010 bis zu 6,5% erreichen, die Inflation allerdings nach einem starken Anstieg über 4% in 2008 leicht sinken und bis 2010 bei 2% liegen. Derzeit werden auch nach mehreren Senkungen des Zentralbankleitzinses auf aktuell 3,0% wieder leichte Zinserhöhungen erwartet.

Insgesamt hat Australien die Wirtschaftskrise von allen OECD-Ländern am besten überstanden und war von der Finanzkrise bisher vor allem indirekt betroffen (schwere Krisen in den Hauptexportländern und Verfall der Rohstoffpreise). Durch seine lange Wachstumsphase mit hohen Haushaltsüberschüssen war Australien vergleichsweise besser für die Wirtschaftskrise gerüstet. Die Wirtschaft ist im Allgemeinen gut und solide aufgestellt und zeigt wieder positive Wachstumstendenzen.

Die Banken sind weitgehend solide kapitalisiert und hatten nur wenig Ausfallrisiko vom amerikanischen Markt zu tragen. Die Gesamtwirtschaft profitierte zunächst noch von steigenden Terms of Trade und der trotz Preisrückgang noch soliden, anhaltenden Auslandsnachfrage nach Rohstoffen aus China und anderen ostasiatischen Staaten. Sorge bereiten indirekte Effekte wie längerfristiger Nachfragerückgang in den Hauptexportländern und Liquiditätsengpässe von AUS Banken wegen Refinanzierungsschwierigkeiten auf den internationalen Kreditmärkten, auf die die hiesigen Banken besonders angewiesen sind.

Die Regierung Rudd hat zur Abfederung von Auswirkungen der globalen Finanzkrise eine Serie von Maßnahmen ergriffen: Garantie auf private und institutionelle Einlagen, Garantie internationaler Verbindlichkeiten aller AUS Banken und Erhöhung der Liquidität für kleine, unabhängige Immobilienfinanzierer. Der Haushaltsüberschuss wurde größtenteils im Rahmen von Konjunkturpaketen zur Stabilisierung der Wirtschaft eingesetzt. Aktuell hat die Regierung dazu Direktzahlungen an Pensionäre, direkte Unterstützungsleistungen an Familien mit niedrigem und mittleren Einkommen, Unterstützungsleistungen an erstmalige Hauskäufer und die Vorverlegung von Investitionsprojekten beschlossen, außerdem einen Restrukturierungsplan für die Autoindustrie und kommunale Soforthilfen.

Zu den Schwachpunkten der wirtschaftlichen Entwicklung zählen das chronische Leistungsbilanzdefizit sowie die hohe private Auslandsverschuldung. Das Investitionsklima ist noch von Zuversicht geprägt. Australien verfügt bei relativ niedrigem Lohnniveau über einen hohen Ausbildungsstand, leidet aber noch an Fachkräftemangel.

Die politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen sind stabil.

Wirtschaftsstruktur und -beziehungen

Australiens Wirtschaft wird vom Dienstleistungssektor dominiert (über 80% des BIP 2008). Größte Einzelbereiche des Dienstleistungssektors waren 2008 wieder die Bereiche Finanzen, Immobilien und Unternehmensdienstleistungen. Demgegenüber entfielen auf die verarbeitende Industrie nur noch 10% BIP-Anteil und rund 3% auf die Landwirtschaft, die wegen der anhaltenden Trockenheit Ertragsrückgänge in Kauf nehmen musste. Obwohl der Landwirtschafts- und Bergbauanteil am BIP relativ gering ist (ca. 9%), ist der Anteil dieser beiden Sektoren an Australiens Exporten mit fast 75% erheblich. Die Zukunftsbranchen Informations- und Kommunikationstechnologie, Electronic-Commerce, Bio-, Nano- und Medizintechnologie spielen eine zunehmend wichtige Rolle.

Die australische Leistungsbilanz weist nun schon traditionell ein Defizit auf. Trotz der anhaltenden Nachfrage nach Rohstoffen stieg das Leistungsbilanzdefizit 2007 um 28% auf einen neuen Rekord von 11,75 Mrd. Euro, was 7% des BIP entspricht. Dies obwohl die Terms of Trade sich seit 1999 dank stark gestiegener Rohstoffpreise jährlich verbessert haben. Während der Gesamtwarenexport Australiens 2007 um 2,7% auf rund 102 Mrd. Euro anstieg, wuchsen die Importe um 6,6% auf 114 Mrd. Euro. Aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise, in Folge derer die Importe stärker als die Exporte fielen, wird sich 2008 allerdings das Handelsbilanzdefizit kurzzeitig verringern.

Die wichtigsten Exportgüter sind Kohle, Eisenerz, Gold, Erdöl/-Produkte, Aluminiumerze, landwirtschaftliche Produkte, alkoholische Getränke (Wein) und Kraftfahrzeuge. Bei Steinkohle ist Australien seit Mitte der 80er Jahre weltweit der größte Exporteur. Die wichtigsten Importprodukte sind Fertigwaren: PKW, Rohöl, Computer, Medikamente, Telekommunikationsgüter sowie Industriemaschinen und -teile.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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Fax: (0061) 2/6270 1951 eMail
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Tel.: (0061) 3/9864 6823
Fax: (0061) 3/9820 2414 eMail
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Michael Bartholmei
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