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Landesflagge Australien
Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2009

Politische Beziehungen

Die bilateralen politischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Australien sind traditionell freundschaftlich. Der Beitrag deutscher Einwanderer Ende des 19. Jahrhunderts (Barossa Valley: Weinbau) und nach dem II. Weltkrieg (Snowy Mountains: Wasserkraftwerksystem) wird anerkannt und regelmäßig gewürdigt. Es bestehen rege, noch ausbaufähige Wirtschafts- und Wissenschaftsbeziehungen (Handel unausgeglichen im Verhältnis 4:1 zu Gunsten von Deutschland). Zahlreiche persönliche Begegnungen entstehen durch deutsche Touristen. Besonders beliebt sind das Arbeitsferienprogramm ("Working Holidays"-Program), durch das rund  16.000 junge Deutsche jedes Jahr Australien kennen lernen, sowie die zahlreichen Schüleraustauschprogramme. 6.000 deutsche Studenten sind an australischen Hochschulen eingeschrieben.

Gemeinsame Wertvorstellungen und politische Interessen sind die Basis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Australien und Deutschland, die durch den regelmäßigen Austausch von Besuchern in beiden Richtungen gepflegt wird. Zuletzt traf der australische Premierminister Rudd im Juli 2009 mit Bundeskanzlerin Merkel in Berlin zusammen. Nach Australien reiste in den letzten Jahre eine Reihe von deutschen Parlaments- und Wirtschaftsdelegationen.

Australien ist sich der Bedeutung Deutschlands als eine führende Nation in der Europäischen Union bewusst. Umgekehrt ist Australien aufgrund seines wachsenden Einflusses in Südost- und Ostasien für Deutschland ein wichtiger Partner, der sich wie wir für Frieden, Demokratie, Achtung der Menschenrechte und gute Regierungsführung einsetzt. Eine enge Zusammenarbeit in Asien liegt daher im gemeinsamen Interesse beider Länder. Sie ist auch notwendig zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus und Drogenhandels und anderer Formen der grenzüberschreitenden Kriminalität. In der G20 (Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer) und beim Klimaschutz sind Deutschland und Australien ebenfalls Partner mit gemeinsamen Zielvorstellungen.

Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist nach Großbritannien wichtigster europäischer Handelspartner Australiens und derzeit zehntgrößter Handelspartner weltweit. 2008 betrug das bilaterale Handelsvolumen etwa 7,7 Milliarden Euro (1. China 30 Mrd., 2. Japan 28 Mrd. und 11. Indien 5,5 Mrd. Euro). Die Handelsbilanz mit Deutschland ist für Australien allerdings seit langer Zeit stark und weiter zunehmend defizitär, die deutschen Exporte übersteigen die deutschen Importe um ein Mehrfaches (Stellenwert D – Importe: Platz 5, Exporte: Platz 18). Dies ist weitgehend strukturell bedingt: Der Ausfuhr hochwertiger Endprodukte steht im Wesentlichen die Einfuhr von Rohstoffen und Primärprodukten gegenüber. 2008 betrugen die Einfuhren aus Australien 1.1178 Mrd. Euro, die Exporte nach Australien 6.486 Mrd. Euro.

Größte Posten der deutschen Exporte sind Kraftfahrzeuge und -teile, chemische, pharmazeutische und elektrotechnische Erzeugnisse, Kunststoffe, Maschinen sowie Papier- und Papp-Erzeugnisse. Wichtigste australische Exportgüter waren Steinkohle, Erze, elektrotechnische Erzeugnisse, Wolle und Nahrungsmittel.

Über 300 Töchter deutscher Unternehmen mit insgesamt ca. 650 Betriebsstätten sind in Australien tätig, darunter die beiden größten australischen Baufirmen. Bilfinger-Berger ist über Baulderstone Hornibrook und Hochtief über seine Beteiligungen an Leigthon Holdings Ltd. und Thiess Pty. Ltd. an mehreren wichtigen Infrastrukturprojekten in Australien beteiligt. Letzte Zahlen im Bereich ausländische Direktinvestitionen (FDIs) zeigen für 2008 deutsche FDIs in Höhe von 7,8 Mrd. Euro, was den Gesamtinvestitionsstand auf 14,8 Mrd. Euro erhöht (Platz 6) und australische FDIs in Höhe von 4,4 Mrd. Euro, was den Gesamtinvestitionsstand auf 14,4 Mrd. Euro erhöht (Platz 5).

Die deutsche Wirtschaft ist in Australien mit einer Außenhandelskammer in Sydney (mit Zweigstelle in Melbourne) vertreten. Die Australische Wirtschaftsförderungsinstitution (AUSTRADE) ist dem australischen Generalkonsulat Frankfurt/Main angegliedert. Ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht seit 1972.

Kulturelle Beziehungen

Die bilateralen Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Australien haben eine lange Tradition. Deutsche gehörten zu den ersten europäischen Siedlern in Australien. Zahlreiche Vereine, die häufig Anlaufstelle für deutsche Besuchergruppen sind, wurden von Deutschstämmigen gegründet und haben sich über viele Jahre fest etabliert.

Auf politischer Ebene gibt es seit dem 15. Juni 2000 das Deutsch-Australische Kulturabkommen und seit dem 12. September 2001 das Deutsch-Australische Filmabkommen. Der Kulturaustausch hat durch die Unterzeichnung dieser Abkommen einen weiteren Anstoß bekommen.

In Australiens größter Stadt Sydney gibt es ein gut frequentiertes Goethe-Institut mit einem Ableger in Melbourne als der zweiten Metropole Australiens. Außerdem gibt es sowohl in Sydney als mittlerweile auch in Melbourne eine deutsche Schule. Während die alteingesessene German International School Sydney bereits seit 2002 das in Australien und Deutschland anerkannte Baccalaureat vergibt, nahm die Deutsche Schule Melbourne ihren Betrieb im Januar 2008 zunächst mit einer ersten Klasse auf.

Circa 40.000 Schüler an australischen Schulen (etwa ein Prozent aller Schüler) lernen Deutsch. Unter den Schülern des Abschlussjahrgangs ist Deutsch nach Französisch die beliebteste europäische Sprache, wenn auch asiatische Sprachen sehr im Kommen sind und z.B. Chinesisch Deutsch an Attraktivität schon übertrifft. Durch die Betreuung von Deutschlehrern und die Unterstützung bei den Curricula trägt das Goethe-Institut dabei aktiv zur Förderung des Deutschunterrichtes bei.

Besonders intensiv sind die akademischen und wissenschaftlichen Beziehungen im Hochschulbereich (zur Zeit circa 230 Kooperationsabkommen zwischen deutschen und australischen Hochschulen). Der rege Austausch zwischen Universitäten und Wissenschaftlern wird von deutscher Seite durch Stipendienprogramme, vor allem der Alexander von Humboldt-Stiftung und des DAAD, gefördert. Der DAAD unterhält dazu in Sydney ein DAAD-Informationszentrum und bietet damit eine erste Anlaufstelle für am Forschungs- und Bildungsstandort Deutschland Interessierte. In Deutschland ist das Institut Ranke-Heinemann in Essen und Berlin die Vertretung der australischen und neuseeländischen Universitäten, Schulen und Berufsakademien. Es berät zu allen Fragen rund um das Studium in Australien und Neuseeland.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Canberra
Jonatan Weinberg
Tel.: (0061) 2/6270 1925
Fax: (0061) 2/6270 1951 eMail
www.canberra.diplo.de
Generalkonsulat Melbourne
Peter Brosch
Tel.: (0061) 3/9864 6823
Fax: (0061) 3/9820 2414 eMail
www.melbourne.diplo.de
Generalkonsulat Sydney
Michael Bartholmei
Tel.: (0061) 2/9328 7733
Fax: (0061) 2/9327 9649 eMail
www.sydney.diplo.de

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