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Landesflagge Armenien
Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2009

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Armenien sind gut. Deutschland unterstützt Armenien bei der Annäherung an EU und NATO. Bundesminister Steinmeier besuchte am 20. Februar 2007 Eriwan. Der armenische Außenminister Eduard Nalbandian kam am 30. Juni 2008 zu einem Treffen mit Bundesminister Steinmeier nach Berlin. Vom 22. bis 24. September 2008 weilte eine Delegation des Bundesverfassungsgerichtes unter Leitung von Präsident Prof. Dr. Papier zu hochrangigen Gespräche in Armenien.

Vom 29. bis 31. März 2009 besuchte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, Armenien.

Wirtschafts- und entwicklungspolitische Beziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland bewegen sich nach wie vor auf einem relativ niedrigen Niveau. Der deutsche Marktanteil am Außenhandel betrug im Jahr 2008 8%. Im ersten Halbjahr 2009 erreichte er ein Volumen von ca. 123 Mio. Euro. Wichtigste deutsche Exportgüter 2008 waren Kfz, Maschinen, Chemikalien und Elektrotechnik, wichtigste Importgüter Eisen, Stahl und andere Metalle.

Im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit gibt es Projekte im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ, verantwortlich: KfW Entwicklungsbank) und der Technischen Zusammenarbeit (TZ, verantwortlich: Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit), die von durch InWent durchgeführte Vorhaben ergänzt werden. Es sind außerdem fünf FachberaterInnen des Centrums für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) vor Ort. Der Botschaft standen für Kleinstmaßnahmen im Haushaltsjahr 2008 50.000 Euro zur Verfügung.

In der Entwicklungszusammenarbeit ist Deutschland nach den USA der zweitwichtigste bilaterale Geber für Armenien. Deutschland hat für die Jahre 2009-2010 weitere bis zu 105,5 Mio. Euro für die bilaterale finanzielle Zusammenarbeit zugesagt sowie im Rahmen der Kaukasus-Initiative der Bundesregierung 29 Millionen Euro für den Südkaukasus insgesamt zur Verfügung gestellt. Dies Projekte umfassen eine Bandbreite von Bereichen von Rechtsreformen und Regionalentwicklung über Naturschutz, den Energiesektor, Bildung und Armutsminderung bis hin zur Entwicklung des Privat- und Finanzsektors sowie des Gesundheitswesens. Insgesamt hat Deutschland seit Beginn der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Armenien 1993 mehr als 360 Mio. Euro bereitgestellt.

Die laufenden Projekte der FZ konzentrieren sich auf die folgenden Bereiche: Entwicklung erneuerbarer Energiequellen (Wasserkraftwerke), Modernisierung von Umspannstationen und Übertragungsleitungen, Rehabilitierung der kommunalen Infrastruktur (Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in den Regionen Armavir, Lori und Shirak) sowie auf die Einrichtung eines Einlagensicherungsfonds, Kreditgarantiefonds und eines Wohnraumfinanzierungsprogramms. Zudem gibt es Vorhaben im Umweltbereich.

Die  laufenden Projekte der TZ unterstützen u.a. die Wirtschaft (Förderung von Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen) und Kommunalentwicklung. Dazu kommen ein äußerst erfolgreiches Rechtsberatungsprojekt,, das Beratungsprojekt für die Implementierung der armenischen Armutsminderungsstrategie (PRSP) sowie ein Projekt zur Unterstützung der Finanzkontrollkammer Armeniens. 

Der Schwerpunkt der Kleinstprojekte 2009 liegt vor allem auf der Unterstützung von sozialen Einrichtungen wie Kindergärten, Gesundheitseinrichtungen und Selbstversorgungsprojekten.

Kulturelle Beziehungen

Das armenische Volk definiert sich hauptsächlich über seine uralte Kultur. Dementsprechend hat die Kultur in den bilateralen Beziehungen einen hohen Stellenwert. Hauptziel der deutschen Kultur- und Bildungspolitik in Armenien ist dabei die Förderung von Deutsch als Fremdsprache, sowohl im Schulbereich als auch an den Universitäten. Außerdem sollen mit Veranstaltungen ein modernes und realistisches Deutschlandbild vermittelt und die Kontakte zwischen Kulturschaffenden der Länder intensiviert werden.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), die Robert-Bosch-Stiftung und das Goethe Institut (GI) in Tiflis/Georgien sind in Armenien mit deutschem Personal vertreten. Das Goethe-Institut hat seitSeptember 2008 eine Expertin für den Unterricht an allgemeinbildende Schulen entsandt und unterhält einen deutschen Lesesaal in der Kinder-Nationalbibliothek in Eriwan. 

Zudem wurde im März 2009 zwischen dem Goethe-Institut Tiflis und einer armenischen Schule eine Partnerschaftsvereinbarung im Rahmen der PASCH-Initiative unterzeichnet.

Die Besuchskontakte sind eng. So besuchte der Kultusminister von Sachsen-Anhalt, Jan-Hendrik Olbertz, vom 14. bis 20. Juni 2008 zum zweiten Mal mit einer Delegation Armenien. Hierbei wurden mehrere konkrete Projekte vereinbart. Zwischen Schulen in Sachsen-Anhalt und Armenien bestehen derzeit sieben Schulpartnerschaften.

Im Rahmen des Golden Apricot Filmfestivals, welches jährlich in Eriwan stattfindet, reiste im August 2008 Wim Wenders als Ehrengast zu einem viel beachteten Besuch an. 2009 wurden vier deutsche Beiträge gezeigt.

Das Jahr 2009 steht unter dem Zeichen der Deutschlandwochen in Armenien. Die Eröffnung der Deutschlandwochen in Armenien am 20. März 2009 wurde unter Anwesenheit zahlreicher hochrangiger Gäste feierlich begangen und der Erfolg der bislang gut 40 Veranstaltungen zeugt von einem großen Interesse an deutschen Veranstaltungen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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