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Landesflagge Argentinien
Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Februar 2010

Das kulturelle Leben Argentiniens konzentriert sich auf die Hauptstadt Buenos Aires, die wie ein Magnet viele Intellektuelle und Kunstschaffende aus dem Landesinneren anzieht. Córdoba und Rosario spielen daneben noch eine nennenswerte Rolle. Buenos Aires bietet in fast allen Sparten ein Kulturleben, das dem vieler europäischer Hauptstädte in nichts nachsteht.

Im Musikleben spielt zeitgenössische Musik eine wichtige Rolle. In Buenos Aires treffen sich jedes Jahr auf einem vom Teatro San Martín organisierten internationalen Zyklus die besten Interpreten der Welt. Weltberühmt ist das Teatro Colón, das zu den besten Opernhäusern der Welt zählte  und zum Auftakt der Feierlichkeiten für die diesjährige 200-Jahr Feier Argentiniens (Bicentenario) am 25. Mai wieder eröffnet werden soll.

Im Zweijahresrhythmus findet ein internationales Theaterfestival statt, bei dem Deutschland bislang regelmäßig durch ein herausragendes Gastspiel vertreten war.

Der argentinische Film hat Weltniveau, wie zahlreiche Preise zeigen, die in den letzten Jahren z.B. auf der Berlinale errungen wurden. Neben dem (kommerziellen) Festival in Mar del Plata ist insbesondere das Internationale Festival des unabhängigen Films (BAFICI) zu nennen, mit über 400 Filmen das größte Festival seiner Art auf dem Subkontinent. Hier ist Deutschland immer vertreten.

Der Bereich der bildenden Kunst weist zahlreiche international bekannte Künstler auf, die auf großen Ausstellungen und Biennalen (Kassel, Venedig, São Paulo) vertreten sind. Herausragend sind in Buenos Aires v.a. das Museo de Arte Latinoamericano (MALBA), die Fundación PROA und das Museo Nacional de Bellas Artes.

Die Argentinier sind ein "Volk von Lesern“. Jährlich findet in Buenos Aires die mit 1,2 Millionen Besuchern größte Buchmesse Südamerikas statt.

Argentinien wird 2010 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein.

Die größte Universtät des Landes, die Universidad de Buenos Aires (UBA), mit rund 333.000 Studierenden die zweitgrößte Universität Lateinamerikas, und die staatlichen Universitäten anderer Städte (Córdoba, La Plata, Mendoza, Tucumán) haben hohes Niveau. 

An den 110 Hochschulen Argentiniens sind rund 1,5 Mio. Studierende eingeschrieben, darunter ca. 1,6% Ausländer. Insbesondere die staatlichen Nationaluniversitäten mit Promotionsrecht können landesweit einheitlich hohe Standards garantieren und bringen hoch qualifizierte junge Wissenschaftler hervor. Diese Entwicklung wird vom Forschungsrat CONICET mit jährlich rund 5.000 Promotionsstipendien unterstützt.

Die staatlichen Ausgaben für das Bildungswesen sind in jüngster Zeit deutlich erhöht worden. Die Präsidentin Cristina Ferandez de Kirchner hat 2007 ein Ministerium für Wissenschaft eingerichtet (Ministerio de Ciencias, Tecnología e Innovación Productiva).

Die letzte Regierung verabschiedete ein neues Bildungsgesetz, das die Schulpflicht um drei Sekundarstufenjahre (vergleichbar mit der deutschen Oberstufe) auf insgesamt zwölf Schuljahre erhöht. Damit hofft die Regierung dem bestehenden Leistungsgefälle zwischen den privaten und den staatlichen Schulen entgegenzuwirken.Der Schulbereich gehört allerdings auch in diesem Jahr nicht zu den geförderten Bereichen.

Großer Nachholbedarf besteht in der Lehreraus- und Fortbildung und der räumlichen Ausstattung von Schulen, besonders im Landesinnern. Der Ausfall von Unterrichtstagen an öffentlichen Schulen und Universitäten, Resultat häufiger Lehrer- und Dozentenstreiks für bessere Infrastruktur, Gehälter und Arbeitsbedingungen, beeinträchtigt die Bemühungen der Regierung um eine flächendeckende Verbesserung des Bildungsniveaus.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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