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Landesflagge Angola
Wirtschaft

Stand: Februar 2010

Wirtschaftslage

Seit Ende des Bürgerkrieges in Angola Anfang 2002 hat sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zunehmend konsolidiert. Lag das Wachstum 2003 wegen gedämpfter Ölpreise noch bei 3,3 Prozent, so lag es zwischen 2005 und 2008 jeweils um die 20 Prozent. Für 2009 gab es als Folge der zeitweise gefallenen Erdölpreise ein Nullwachstum. Anfang 2009 haben die gefallenen Ölpreise und Maßnahmen zur Stützung der nationalen Währung auch zu einem drastischen Rückgang der Währungsreserven geführt. Der IWF hat am 23. November 2009 Angola zur Absicherung bei evtl. Liquiditätsengpässen einen „stand by“ Kredit über 1,4 Mrd. US-Dollar eingeräumt. Für 2010 wird ein wieder höheres Wirtschaftswachstum von rund 9 Prozent erwartet, wobei nach Angaben der Weltbank im Gegensatz zur Vergangenheit der Nichtölsektor deutlich schneller wachsen soll als der Ölsektor, was als erster Erfolg bei der Diversifizierung der angolanischen Wirtschaft gewertet werden kann.

Wirtschaftsstruktur

Seit 2002 verstärkt die Regierung die Wirtschaftsreformen, auch durch ein Programm der Privatisierung bzw. der Restrukturierung öffentlicher Unternehmen, die effizienter gemacht werden sollen, sowie Änderungen in der Steuerpolitik mit dem Ziel, die nationale Produktion außerhalb des Erdölsektors zu verbilligen. 

Seit Kriegsende hat sich auch das Verhältnis Angolas zum IWF deutlich verbessert. Verschiedene IWF-Delegationen konstatierten seit 2002 zunehmende Transparenz und Kooperationswilligkeit auf angolanischer Seite. 2007 einigte sich Angola mit dem Pariser Club auf eine Schuldenrückzahlung der restlichen Verzugszinsen in Höhe von 1,8 Mrd. Dollar, zahlbar in drei Jahresraten (Januar 2008: 800 Mio. Dollar, Januar 2009: 600 Mio. Dollar, Januar 2010: 400 Mio. Dollar).

Wichtigste Wirtschaftszweige

Angola verfügt über natürliche Ressourcen in großem Ausmaß (Erdöl, Diamanten, Mineralien, Landwirtschaft und Fischerei). Seine Wirtschaft ist aber noch ganz überwiegend vom Erdöl abhängig. Erdölerlöse alleine machen über 90 Prozent der Exporte, ca. 80 Prozent des Staatshaushaltes und über 50 Prozent des Bruttosozialproduktes aus. Angola ist der größte Erdölproduzent in Subsahara-Afrika. (1,8 Mio. Barrel täglich). 

Die deutlich gestiegenen Ölpreise 2005-2008, sowie die graduelle Ausweitung der Fördermenge waren der wesentlichste Faktor für die positive Wirtschaftsentwicklung insgesamt. Nach Beendigung des Bürgerkrieges 2002 weist aber auch der „Nichtölsektor“ respektable Wachstumsraten auf, die in der Regel über 10 Prozent lagen. 2007 wuchs der „Nichtölsektor“ mit 25,7 Prozent schneller als die Gesamtwirtschaft (23,3 Prozent).

Die hohe Abhängigkeit von nur zwei Produkten ist prinzipiell problematisch, da damit ungünstige Veränderungen in den Weltmarktpreisen direkt auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen können. Auch sind die unmittelbaren Beschäftigungswirkungen dieser kapitalintensiven Sektoren auf inländische Arbeitskräfte vergleichsweise minimal, womit wirtschaftliche Effekte zu Gunsten der Armutsbekämpfung nicht unmittelbar zustande kommen.

Angola bieten die hohen Einnahmen derzeit allerdings die Chance, Mittel zur Verfügung zu haben, die einen schnelleren Wiederaufbau und damit mittelfristig die Entwicklung des Nichtölsektors der Wirtschaft zulassen, um damit gerade die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren.

Handel

Die Dominanz von Erdöl und Diamanten in der Produktion bedingt die mit 99 Prozent praktisch ausschließliche Konzentration der Exporte auf diese zwei Waren. Der Gesamtwert der Exporte erreichte 2009 72 Mrd. US-Dollar. Im Vergleich zur Vergangenheit liegt die größte Diskrepanz darin, dass Agrar- und Fischereiprodukte bei den Exporten nicht mehr in Erscheinung treten. Hier liegt für die Zukunft, insbesondere wenn es um erneuerbare Ressourcen mit nachhaltiger Produktion gehen soll, das größte Potential.

Die Importe erreichten 2009 den Gesamtwert von 21 Mrd. US-Dollar. Bei den Investitionsgütern überwiegen noch Ausrüstungsgüter der Erdölindustrie. Die Importe von Investitionsgütern zur Diversifizierung der angolanischen Volkswirtschaft nehmen aber deutlich zu.

Portugal ist es über die Jahre gelungen, wieder zum wichtigsten Lieferanten Angolas zu werden und erreichte 2009 einen Lieferanteil von 19,4 Prozent. Deutschland, vor der Unabhängigkeit der wichtigste Lieferant Angolas außerhalb des portugiesischen Wirtschaftsraums mit einem Anteil von 13 Prozent an allen Importen , spielte bis 2006 mit einem Anteil von 1,6 Prozent kaum eine Rolle. 2009 konnte immerhin ein Wert von 2,3 % erreicht werden. Dies deutet daraufhin, dass rasch zunehmende Investitionen in Infrastruktur und eine zu diversifizierende Wirtschaft ein Umfeld schaffen, in dem auch die deutsche Wirtschaft wieder stärker Fuß fassen kann.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Luanda
Bernd Oesterlen

Tel.: (00244) 222/334773
Fax: (00244) 222/334516 eMail
www.luanda.diplo.de



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