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Landesflagge Angola
Beziehungen zu Deutschland

Stand: Januar 2010

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Angola haben sich in den letzten Jahren zunehmend intensiviert. Beide Seiten sind an einer Vertiefung und Verbreiterung der bilateralen Beziehungen sehr interessiert.

Bundeswirtschaftsminister Glos und Finanzminister Morais unterzeichneten im Dezember 2007 eine Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit. Bisheriger Höhepunkt der Beziehungen war der offizielle Besuch von Staatspräsident dos Santos in Begleitung mehrerer Minister vom 26. bis 28. Februar 2009 in Berlin. Präsident dos Santos führte unter anderem politische Gespräche mit Bundespräsident Köhler sowie Bundeskanzlerin Merkel und hielt eine Grundsatzrede auf dem zweiten deutsch-angolanischen Wirtschaftsforum. Anlässlich des Wirtschaftsforums wurden das deutsch-angolanische Kultur- und Bildungsabkommen und eine weitere gemeinsame Absichtserklärung zum Ausbau der wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Mitte Juni 2009 eröffneten der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Peter Ammon und der Präsident des Goethe-Instituts, Jens-Uwe Lehmann, die Einrichtungen des Goethe-Instituts in Luanda. Begleitet von Wirtschaftsfachleuten führte Staatssekretär Ammon hochrangige Gespräche zur Intensivierung der Wirtschaftszusammenarbeit. Außerdem wurde vereinbart, erste Schritte zur Etablierung einer politischen Partnerschaft zu unternehmen.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die Entwicklung der deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen gewinnt zunehmend an Dynamik. Dies spiegelt sich auch im deutschen Export wider, der seit dem Ende des Bürgerkrieges 2002 von 56 Mio. Euro auf 402 Mio. Euro im Jahre 2008 gestiegen ist. Das jährliche Importvolumen aus Angola schwankt in Abhängigkeit zu den Erdöleinfuhren und belief sich 2008 auf rund 468 Mio. Euro. Während der deutsche Import aus Angola mit fast 96 Prozent Anteil aus Rohöl/Erdgas besteht, machten allein Fahrzeuge und Ausrüstungslieferungen 76 Prozent des deutschen Exports nach Angola aus. Angola ist in kurzer Zeit zum drittwichtigsten Handelspartner im deutschen Außenhandel mit Subsahara-Afrika aufgestiegen (nach Südafrika und Nigeria).

Das Interesse deutscher Unternehmen, beim Wiederaufbau der Infrastruktur in Angola mitzuwirken, nimmt stetig zu. Als Folge wurde 2007 eine deutsch-angolanische Wirtschaftsinitiative (DAWI) gegründet. Ihr gehören langjährig in Angola tätige deutsche Firmen und einflussreiche angolanische private und staatliche Unternehmen an.

Ein eindrucksvoller Beweis für die neue Qualität der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen war das zweite deutsch-angolanische Wirtschaftsforum am 27.02.2009 in Anwesenheit von Staatspräsident dos Santos, bei dem eine Vielzahl deutscher und angolanischer Unternehmer zusammentrafen und mehrere privatwirtschaftliche Kooperationsabkommen geschlossen wurden. 2010 soll das dritte bilaterale Wirtschaftsforum in Luanda stattfinden.

Der 2007 in Kraft getretene Investitionsschutz- und Fördervertrag, die Eröffnung einer zweiten Lufthansa-Direktverbindung nach Luanda im Juni 2009 sowie das seit Anfang Januar 2010 tätige Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft in Luanda stellen weitere Meilensteine der deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen dar.

Ein Fixpunkt ist die jährlich in Luanda stattfindende Industrie- und Handelsmesse „Filda“, an der sich Deutschland seit 1999 regelmäßig beteiligt.

Angola ist Partnerland der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit.

Seit 1992 wurden drei Projekte der Technischen Zusammenarbeit aus dem Bereich entwicklungsorientierter Nothilfe durchgeführt. Zwei davon sind 2003 in das integrierte Programm „Lokale Entwicklung und Reintegration“ aufgenommen worden. 2007 bis 2009 wurden als Post-Konfliktmaßnahme Ex-Militärs an einer aus Projektmitteln errichteten und ausgestatteten Wildhüterschule für den Einsatz in Naturreservaten ausgebildet. Für die nächsten drei Jahre ist ein Projekt zur beruflichen Bildung geplant.

Kulturelle Beziehungen

Mehr als 2.000 Angolaner haben in der DDR studiert oder sind dort zu Fachkräften ausgebildet worden. Dieser Personenkreis – unter ihnen auch einige Minister – bleibt Deutschland und der deutschen Sprache verbunden. Weitere Angolaner sind nach dem Ende der DDR in den Westteil Deutschlands gezogen und haben dort zum Teil an die 20 Jahre gelebt. Es gibt immer mehr Rückkehrer nach Angola mit ganz hervorragenden Deutschkenntnissen und auch doppelter Staatsangehörigkeit.

Mit Unterzeichnung des deutsch-angolanischen Kultur- und Bildungsabkommens im Februar 2009 und der Eröffnung des Goethe-Instituts am 15. Juni 2009 sind die Voraussetzungen für ein systematisches Spracharbeits- und generell Kulturprogramm für die interessierte angolanische Öffentlichkeit geschaffen worden. Es fehlt aber noch an der institutionellen und personell ausreichenden Ausstattung, so dass der Nachfrage – insbesondere im Sprachkursbereich – noch nicht nachgekommen werden kann.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist mit einem Büro in Angola vertreten, das voraussichtlich ab April 2010 wieder besetzt sein wird. Ihre Tätigkeit konzentriert sich auf die Gewerkschaften, Institutionen der Zivilgesellschaft und das angolanische Parlament. Die Konrad-Adenauer-Stiftung führt politische Bildungsprogramme von ihrem Sitz in Windhuk durch.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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