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Landesflagge Algerien
Wirtschaft

Stand: März 2010

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Bestimmend für die algerische Wirtschaft sind Förderung und Export von Erdöl und Erdgas. Der Erlös aus dem Energieexport steht für rund 97,5 Prozent der Deviseneinnahmen und rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. .

Dank des hohen Ölpreises verzeichnet Algerien seit Jahren sehr gute makroökonomische Daten. Die Wachstumsrate des Landes lag nach der Jahrtausendwende mehrere Jahre bei über fünf Prozent. Wie 2007 konnte Algerien auch 2008 mit rund drei Prozent nicht an die hohen Wachstumsraten der Vorjahre (bis einschließlich 2005) anknüpfen.

Zum Jahresende 2008 sind die Devisenreserven auf etwa 140 Mrd. US-Dollar angestiegen. Durch konsequente vorzeitige Rückzahlung gegenüber den Mitgliedern des Pariser Clubs konnte die Auslandsverschuldung bis Ende 2008 auf rund 3,9 Mrd. US-Dollar reduziert werden.

Die Inflation lag 2008 bei 4,4 Prozent. Die OECD hat die Risikokategorie für Algerien im April 2005 von 4 auf 3 verbessert.

Arbeitsmarkt

Der Hydrokarbonsektor generiert zwar hohe Einnahmen, schafft aber nur wenige Arbeitsplätze. Erklärtes Ziel der Regierung ist daher die Schaffung von Wachstum und Beschäftigung außerhalb des Energiesektors. Bereits Ende der 1980er Jahre hat Algerien den Weg von der sozialistischen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft eingeschlagen. Nach der weitgehenden Überwindung des islamistischen Terrors der 1990er Jahre führt die Regierung den Reformkurs fort. Der Handel ist bereits seit langem liberalisiert, Strukturreformen durch Privatisierung von Staatsbetrieben und Banken erweisen sich jedoch angesichts der ohnehin hohen Arbeitslosigkeit als schwierig. Die Regierung bemüht sich, durch staatliche Unterstützungsprogramme vor allem für kleine und mittlere Unternehmen und die Landwirtschaft, den Privatsektor zu stärken und Arbeitsplätze für die mehrheitlich junge Bevölkerung zu schaffen.

Durch diese Maßnahmen und die staatlichen Programme zum Ausbau der Infrastruktur liegt die Arbeitslosenquote nach offiziellen Angaben bei 11,3 Prozent (Quelle: nationale Statistikbehörde). Unabhängigen Experten zufolge dürfte die reale Arbeitslosenquote jedoch deutlich über diesem Wert liegen. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit bleibt Algeriens Stabilitätsrisiko Nr.1. Nach unabhängigen Schätzungen sind über 25 Prozent der unter 20-jährigen arbeitslos (in Städten über 30 Prozent). Mehr als 70 Prozent aller Arbeitslosen sind jünger als 30 Jahre.

Infrastruktur

Algerien hat einen enormen Bedarf an Modernisierung seiner Infrastruktur. Während der ersten Amtszeit von Staatspräsident Bouteflika investierte der Staat rund 30 Mrd. US-Dollar zur Entwicklung von Infrastruktur und Humanressourcen. Nach seiner Wiederwahl im April 2004 legte der Präsident ein zweites Programm zur Wiederankurbelung der Wirtschaft in Höhe von 50 Mrd. US-Dollar für den Zeitraum 2005 bis 2009 auf. Die Summe wurde mehrfach erhöht und beläuft sich einschließlich zweier regionaler Entwicklungsprogramme auf nunmehr rund 150 Mrd. US-Dollar. Für den folgenden 5-Jahres-Zeitraum nach den Präsidentschaftswahlen am 09. April 2009 kündigte der Präsident zusätzliche Investitionen in Höhe von 150 Mrd. US-Dollar an.

Die Regierung hat zahlreiche große Projekte in Angriff genommen, darunter die rund 1.200 km lange Ost-West-Autobahn, ein Schnellbahn- und Untergrundbahnnetz in Algier, die Rehabilitierung und den Ausbau des Eisenbahnnetzes, Kraftwerke, Staudämme und Meerwasserentsalzungsanlagen, die Erneuerung des Wasserleitungssystems, ein Programm des sozialen Wohnungsbaus mit rund 1 Million Neubauwohnungen sowie den Bau von 60 neuen Krankenhäusern. Der neue internationale Flughafen in Algier wurde nach langjähriger Bauzeit am 5. Juli 2006 in Betrieb genommen.

Ausländische Direktinvestitionen

Nach Angaben der Nationalen Investitionsförderungsagentur (ANDI) wurden 2007 in Algerien ausländische Direktinvestitionen in Höhe von rund 2,2 Mrd. US-Dollar getätigt bzw. beschlossen (2006: 1,8 Mrd. US-Dollar). Herkunftsländer sind neben Europa und den USA zunehmend auch arabische Staaten. Wie bisher wird der Großteil der Investitionen im Energiesektor getätigt; jedoch erfolgen auch zunehmend Zuflüsse in anderen Bereichen (u.a. Lebensmittel, Telekommunikation, Banken, Infrastruktur, Elektrotechnik, Baustoffe).

Außenhandel

Die Statistik der wichtigsten Handelspartner spiegelt, neben den traditionell engen Handelsbeziehungen mit Europa, auch das wachsende Interesse außereuropäischer Partner an Algerien wider. Deutschland war im Jahr 2008 nach Frankreich, Italien, China und den USA mit einem Volumen von 2,33 , Mrd. US-Dollar fünftwichtigster Lieferant für Algerien. Wichtigste Abnehmer für algerische Exporte (Erdöl, Erdgas und Raffinerieprodukte) waren im Jahr 2008 die USA und Italien. Als Energielieferland gewinnt Algerien zunehmend auch für Deutschland an Bedeutung.

Der Wechselkurs der nationalen Währung Dinar (DZD) liegt bei ca. 100 DZD für 1 Euro (Februar 2010).



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Algier
BRin Monika Iwersen
Tel.: (00213) 21/74 1956
Fax: (00213) 21/740521 eMail
www.algier.diplo.de

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