Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


Landesflagge Algerien
Kultur- und Bildungspolitik, Medien

Stand: März 2010

Kultur

Nach zehn Jahren des islamistischen Terrors und der dadurch verursachten internationalen Isolierung sahen die Perspektiven für das Kulturleben in Algerien zu Beginn vielversprechend aus. Den Islamisten war es nicht gelungen, das kulturelle Leben unter ihre Kontrolle zu bringen. Allerdings ziehen es auch heute viele junge algerische Künstler vor, Algerien zu verlassen und sich in Europa, vor allem in Frankreich zu entfalten. Dazu trägt die kanalisierende Kulturpolitik Algeriens bei, die hauptsächlich Folklorekunst fördert und bemüht ist, alle weiteren Künstler auf ihre Linie zu bringen. Nach Aussage von Partnern aus dem Kulturbereich ist das Kulturleben zurzeit sogar ärmer als in den Terrorjahren. Als Beispiele für die Erstickung des algerischen Kulturlebens stehen die Schließung von Klubs, Ausstellungsverbote für Künstler und die Schließungen von Galerien. Nur staatlich getragene Institutionen und Vorhaben werden geduldet, jeder Schritt wird vom Kulturministerium kontrolliert. Im Gegensatz dazu organisiert das Kulturministerium selbst jährlich große Festivals, die mit hohen Budgets ausgestattet sind (100 Mio. Euro für das zweiwöchige panafrikanische Festival im Jahr 2009) und die dazu dienen, die kulturelle Energie Algeriens zu kanalisieren.

Das Nationaltheater führt Veranstaltungen durch, ebenso sind ausländische Kulturinstitute aktiv (Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien), daneben gibt es zwei Kinos, vier Galerien, mehrere Museen, darunter das 2007 eröffnete Museum für moderne Kunst und einige Konzertsäle. In Anbetracht der hohen Einwohnerzahl Algiers (über 3 Mio.), ist dies eine dünne kulturelle Infrastruktur. Es gibt vor allem Jazz- und Folklorekonzerte, die meisten Zuhörer gehen zu den Konzerten der Kulturinstitute. Es bestand die Hoffnung, dass das seit zehn Jahren stattfindende Europäische Kulturfest zur langsamen internationalen Öffnung beitrage und sich kulturelle Freiräume neu erschlössen - das Gegenteil ist der Fall, denn die zunehmenden Lenkung der Regierung sind auch für die Kulturinstitute spürbar. Die Infrastruktur kultureller Einrichtungen ist veraltet und wird in allen Bereichen staatlich kontrolliert. Die offizielle Kulturpolitik wirkt ideenlos und verschließt sich systematisch Anregungen von außen, die mit zunehmender Ablehnung betrachtet werden, wenn sie nicht genau den Vorgaben des algerischen Kulturministeriums entsprechen.

Auf Initiative von Präsident Bouteflika wurde 2002 überraschenderweise die berberische Sprache (Mazirisch oder Tamazight)neben dem Arabischen zur zweiten Amtssprache des Landes erhoben. Eine in der Praxis spürbare Verbesserung der Stellung dieser Sprache steht immer noch aus.

Bildung

Die umfassende Reform der algerischen Hochschulen gehört zu den schwierigen Aufgaben, vor denen die Regierung steht. Die Reformen gehen schleppend voran und sind geprägt von widersprüchlichen Handlungen.Das Unterrichtsniveau bei den Fremdsprachen - mit besonderer Betonung des Französischen, aber auch des Deutschen - werden auf immer schlechterem Niveau unterrichtet.

Medien

Rundfunk und Fernsehen arbeiten ausschließlich in staatlicher Regie. Arabische, französische und andere Fernsehprogramme werden von vielen Haushalten über Satellit empfangen. Die privaten Druckerzeugnisse sind im Vergleich in der Berichterstattung und Kommentierung freier. Die städtische Jugend drängt in die in großer Zahl vorhandenen Internet-Cafés.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Nützliche Links



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt