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Landesflagge Albanien
Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2008

Politische Beziehungen

Die deutsch-albanischen Beziehungen sind eng und partnerschaftlich. Deutschland ist nach albanischen Angaben der größte bilaterale Geber von Entwicklungshilfe, vor allem in den zentralen Bereichen der Wasser- und Energieversorgung und genießt als Förderer des albanischen Reformprozesses hohes Ansehen.

Im Zuge des Demokratisierungsprozesses seit Frühjahr 1991 haben sich die Beziehungen deutlich belebt. Albanien möchte sich der deutschen Unterstützung für seinen Weg in die euroatlantischen Strukturen versichern. Im deutschen Interesse liegt es, durch Unterstützung des demokratischen Transformationsprozesses zu stabilen Verhältnissen in Albanien und in der Region beizutragen. Das im Juni 2006 unterzeichnete Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU bietet Albanien eine verlässliche europäische Perspektive, zudem unterstützte Deutschland die Einladung Albaniens zum Beitritt zur NATO im April 2008. Nicht nur im Rahmen des Stabilitätspaktes für Südosteuropa betrachtet Albanien Deutschland als besonderen Fürsprecher seiner Interessen.

Wirtschaftsbeziehungen / Entwicklungszusammenarbeit

Albanien ist wirtschaftlich klar auf die EU ausgerichtet (88 Prozent der albanischen Exporte und 60 Prozent der albanischen Importe), mit Italien als größtem Handelspartner, gefolgt von Griechenland. Deutschland folgt nach der Türkei und China auf Platz fünf. (Quelle: INSTAT; 2007)

Für Deutschland lag Albanien 2007 mit einem bilateralen Außenhandelsvolumen in Höhe von etwa 180,1 Mio. Euro allerdings lediglich auf den Rängen 104 (Ausfuhr) und 127 (Einfuhr). Dabei standen deutsche Einfuhren aus Albanien im Wert von 36,8 Mio. Euro deutlich vor den Ausfuhren nach Albanien in Höhe von 143,7 Mio. Euro. (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Die wichtigsten Einfuhrgüter Albaniens sind Maschinen, Nahrungsmittel, Getränke, Tabak, Baumaterialien und Mineralstoffe, die wichtigsten Ausfuhrgüter veredelte Produkte wie Textilien und Schuhe (66 Prozent der Exporte sind Reexporte) und Rohstoffe.

Albanien lieferte an Deutschland vor allem veredelte Textilien, Rohstoffe für chemische Erzeugnisse sowie in geringerem Umfang Nahrungs- und Genussmittel. Es importierte aus Deutschland hauptsächlich Fahrzeuge, elektrotechnische Erzeugnisse sowie Nahrungs- und Genussmittel.

Es finden sich erst wenige deutsche Unternehmer in Albanien. Die Hochtief Airport GmbH ist führend an einem Konsortium beteiligt, das den einzigen internationalen Flughafens des Landes in Rinas bei Tirana erneuern und betreiben soll.

Die ursprünglich von GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) und KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eingerichtete Stiftung zur Finanzierung kleiner Unternehmen ist inzwischen zu einer Universalbank mit 21 Filialen in verschiedenen Städten im Lande geworden (ProCredit-Bank).

Ein Doppelbesteuerungsabkommen wurde paraphiert.

Ein Schwerpunkt der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen liegt nach wie vor in der Entwicklungszusammenarbeit. Deutschland gehört zu den wichtigsten bilateralen Gebern Albaniens. Die zwischen den beiden Regierungen 2001 vereinbarten Felder der Entwicklungszusammenarbeit sind die Elektrizitätsversorgung, die Wasser- und Abfallwirtschaft sowie die Förderung der Privatwirtschaft. Insgesamt hat Deutschland Albanien seit 1988 allein im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mehr als 387 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Im Oktober 2007 wurde die Deutsch-Albanische Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien (DIHA) gegründet.

Die bilateralen Handelsbeziehungen leiden unter der geringen Größe des albanischen Marktes, der Rechtsunsicherheit und einem geringen albanischen Angebot. Dennoch lassen sich durch eine steigende Kaufkraft deutsche Konsum- und Investitionsgüter in größerem Maße als bisher in Albanien absetzen.

Kulturelle Beziehungen

Grundlage der bilateralen Kulturbeziehungen ist das 1995 unterzeichnete Kulturabkommen, das noch nicht in Kraft gesetzt wurde, aber vorläufig anwendbar ist.

Anlässlich des 20. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen fanden in Albanien vom 2. – 20. Oktober 2007 Deutsche Kulturwochen unter dem Motto „Deutscher Oktober – Tetori Gjerman“ statt.

Das deutsche Engagement in den Bereichen Kultur und Bildung kann in Albanien auf einem überdurchschnittlich positiven Deutschlandbild aufbauen. Der Beitrag deutscher Gelehrter, vor allem des 19. Jahrhunderts, zur sprachwissenschaftlichen Erforschung der albanischen Sprache wird noch heute geschätzt.

Die deutsch-albanische Kulturgesellschaft "Robert Schwartz" betreibt neben der Organisation von Kulturveranstaltungen auch das Deutschzentrum. Das Deutschzentrum bietet Deutschkurse an und führt Fortbildungen für Deutschlehrer durch.

Derzeit unterrichten drei entsandte deutsche Lehrer an den Fremdsprachenmittelschulen in Tirana, Shkodra, Elbasan und Korça.

Der wissenschaftliche Austausch zwischen Deutschland und Albanien hat sich in den letzten Jahren intensiviert. Die drei Universitäten in Tirana halten Kontakt zu den Universitäten in Bamberg, Bonn, Jena, Potsdam und Siegen. Albanische Studierende und Wissenschaftler nehmen regelmäßig an Austauschprogrammen des DAAD und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung teil.

Pro Jahr haben drei Absolventen albanischer Universitäten die Möglichkeit, am Deutschen Bundestag ein "Internationales Stipendium" zu absolvieren.



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