Afghanistan
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: Dezember 2009
Schulwesen
Während es unter der Taliban-Herrschaft bis 2001 für Mädchen noch verboten war, in die Schule zu gehen, nehmen die Schülerzahlen seitdem stetig zu. Die afghanische Regierung und die internationale Gemeinschaft haben seit 2001 3.500 Schulen in Afghanistan gebaut. Heute gehen 6,2 Millionen Kinder in die Schule, ein Drittel davon Mädchen. Die mit Abstand beliebteste Fremdsprache ist Englisch, denn sie erleichtert häufig den Berufseinstieg. Auch Deutsch erfreut sich großer Beliebtheit.
Hochschulwesen
Der Wiederaufbau der 21 staatlichen und sechs privaten Hochschulen, ist am weitesten in Kabul fortgeschritten. Dort gibt es die Universität Kabul mit mehr als 10.000 Studenten, die Technische Universität, die Pädagogische Hochschule und mehrere private Universitäten. Von den weiteren Universitäten im Lande, deren Größe stark variiert, sind die Universitäten in Herat und in Balkh hervorzuheben. Herat gilt traditionell auch als Zentrum der afghanischen Literatur und Dichtung. So stammt etwa der berühmte persische Dichter und Mystiker Dschami aus Herat. Die Region prägende Mogularchitektur hat ebenfalls ihren Ursprung in dieser Provinz.
Kulturerhalt
Das vom Auswärtige Amt geförderte und vom Aga Khan Trust for Culture durchgeführte Programm zum Erhalt der Altstadt von Herat erhielt im September 2008 den Award of Excellence der UNESCO. Im Jahr 2013 wird Ghazni die von der UNESCO ausgewählte kulturelle Hauptstadt der islamischen Welt sein.
Medienlandschaft
Seit einigen Jahren entwickelt sich die Medienlandschaft in Afghanistan zu einem äußerst vielfältigen Wirtschaftszweig. Auf dem Land ist wegen unzureichender Elektrizitätsversorgung das Radio noch das Medium mit der weitesten Verbreitung. In den Städten erfreuen sich die meist privat geführten Fernsehsender großer Beliebtheit. Die Nachrichtenberichterstattung spart meist nicht mit Kritik an der afghanischen Regierung. Viele Machthaber aus den Provinzen haben ihre eigenen Medienanstalten gegründet, teilweise aus kommerziellen Motiven, teilweise aber auch um ihre Macht zu erhalten bzw. auszubauen.
Kulturelles Leben
Zumindest in großen Städten wie Kabul gedeiht langsam, aber stetig auch das kulturelle Leben wieder. Viele Menschen zeigen ein Interesse an afghanischer Kunst, Musik und Filmen. Einer der Preisträger des bekannten US-Filmfestival „Sundance“ war der afghanische Film „Afghan Star“. Nach wie vor mangelt es aber noch an Einrichtungen wie Theatern und Konzertsälen.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Stand 19.12.2009