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Landesflagge Äthiopien
Kultur- und Bildungspolitik

Stand: September 2009

Bildungspolitik

Mit Hilfe internationaler Geber hat die äthiopische Regierung in den letzten Jahren wichtige Schritte unternommen, um den Bildungsnotstand im Land zu lindern. Entsprechend zeigen vor allem die Indikatoren der Alphabetisierungsrate seit einigen Jahren nach oben. 77,7 Prozent der Mädchen und 82,1 Prozent der Jungen besuchen die Grundschule (2007), 36,7 Prozent der Mädchen und 42 Prozent der Jungen die Schule bis zur 8. Klasse. 36 Prozent der Erwachsenen (über 15 Jahre), aber 49,9 Prozent der Personengruppe zwischen 15 und 24 Jahren können laut UNESCO lesen und schreiben. Der Anteil der Bildungsausgaben am Haushalt der Regierung wird mit 24,6 Prozent angegeben (2006/07).

Das Bildungssystem sieht zehn allgemein bildende Schuljahre vor. Nach dem zehnten Schuljahr erfolgt eine Differenzierung zwischen Schülern, die nach zwei weiteren Schuljahren zur Hochschulreife geführt und solchen, die in zwei berufsbildenden Schuljahren auf die Arbeitswelt vorbereitet werden. Für die äthiopische Regierung hat daher der Aufbau eines Berufsbildungswesens hohe Priorität. An den äthiopischen Schulen wird der Unterricht ab der 9. Klasse, in manchen Regionen bereits ab der 7. Klasse auf Englisch erteilt. Andere Fremdsprachen werden lediglich an ausländischen Schulen unterrichtet.

Seit mehreren Jahren versucht die Regierung, die Regionen stärker in das Hochschulwesen einzubinden. Neugründungen von 13 Universitäten (die durch GTZ-IS errichtet werden) sind Ausdruck dieses Bemühens. Der für die Universitäten bindende strategische Plan der äthiopischen Regierung für die Jahre 2008 bis 2012 sieht ein zahlenmäßiges Verhältnis von 70 zu 30 zugunsten der Studenten der Naturwissenschaften, Medizin und Maschinenbau gegenüber den Wirtschafts- und Geisteswissenschaften vor. Angestrebt werden eine jährliche Aufnahme von 110.000 neuen Studenten und die Ausbildung von 10.000 Master- und 2.000 PhD-Absolventen. Dies bedeutet eine massive Erhöhung der Studentenzahlen, was die Ausbildungsqualität belasten wird, da weder der akademische Lehrkörper noch qualifizierte Studenten (infolge nicht ausreichender Ausbildungsqualität der Schulen) mitwachsen konnten.

Kultur

Äthiopien ist eine Gesellschaft mit einer alten, traditionsbewussten Kultur. In der gegenwärtigen Phase intensiver Reformbemühungen stellen sich Fragen nach einem kulturellen Modernisierungskonzept neu und verstärkt. Die Eigenständigkeitsbestrebungen verschiedener ethnischer Gruppen, denen im Rahmen der Regionalisierungspolitik der Regierung größerer Spielraum gewährt wird, wirken sich auch im Bildungsbereich aus. Die äthiopische Regierung hat Grundzüge einer staatlichen Kulturpolitik entworfen. Tragender Gesichtspunkt ist die Regionalisierung. Der Zentralstaat will sich auf eine Art Rahmenkompetenz zurückziehen. Es obliegt den Regionen zu entscheiden, ob der Unterricht wie früher allgemein in Amharisch oder einer regionalen Sprache gehalten wird. In der Regel wählen die Regionen die Sprache der Titularethnie, wobei Amharisch als Nebenfach angeboten wird.

Hauptpartner in den auswärtigen Kulturbeziehungen Äthiopiens sind Italien, Frankreich, England, Russland und nicht zuletzt Deutschland. Goethe-Institut, Alliance Ethio-Française, Italienisches und Russisches Kulturinstitut sowie British Council spielen dabei eine wichtige Rolle. Wachsende Bedeutung kommt im Bildungsbereich dem Einfluss islamischer Länder zu. Dies zeigt sich vor allem im Bau neuer Koranschulen sowie in islamischen kulturellen Veranstaltungen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Entwicklungszusammenarbeit

Äthiopien ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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