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Landesflagge Äthiopien
Beziehungen zu Deutschland

Stand: September 2009

Politische Beziehungen

Die deutsch-äthiopischen Beziehungen sind traditionell gut. 2005 wurde das 100-jährige Jubiläum der offiziellen Beziehungen gefeiert. Der Besuch Kaiser Haile Selassies 1954 war einer der ersten Staatsbesuche für die noch junge Bundesrepublik Deutschland. Bundespräsident Lübke stattete 1964 einen Gegenbesuch ab, Bundespräsident Herzog besuchte Äthiopien 1996, Bundespräsident Köhler Äthiopien und die AU im Dezember 2004. Dabei legte er den Grundstein für den Neubau des Goethe-Instituts. Bundeskanzlerin Angela Merkel stattete Äthiopien und der Afrikanischen Union im Oktober 2007 während der deutschen G8 Präsidentschaft einen Besuch ab. Premierminister Meles Zenawi besuchte Deutschland mehrmals, zuletzt im Rahmen des G8-Gipfels Anfang Juni 2007 in Heiligendamm. Präsident Girma Woldegiorgis stattete Deutschland im März 2008 einen offiziellen Besuch ab. 2008 erfolgte ein Besuchsaustausch des Deutschen Bundestages und des äthiopischen Parlaments. Außenminister Seyoum Mesfin führte im Juni 2009 politische Gespräche in Deutschland, vor allem mit Bundesminister Steinmeier.

Wirtschaftliche Beziehungen

In den vergangenen Jahren war fast stets ein Zuwachs im Außenhandelsvolumen zu verzeichnen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat Deutschland im Jahr 2008 aus Äthiopien Waren im Wert von 108,3 Mio. Euro (2007: 82,0 Mio. Euro) importiert und Waren im Wert von 107,4 Mio. Euro (2007:119,8 Mio. Euro) dorthin exportiert.

Deutschland war aus äthiopischer Sicht im Fiskaljahr 2007/2008 der größte Abnehmer äthiopischer Waren. Deutschland importiert aus Äthiopien vor allem Kaffee und ist diesbezüglich traditionell größter Abnehmer mit über 30 Prozent der äthiopischen Kaffee-Exporte. Deutsche Exporte nach Äthiopien bestehen vor allem aus Fertigprodukten wie Maschinen, Motoren, Kraftfahrzeugen sowie Chemikalien und Medikamenten. Im Zuge der Liberalisierung der Wirtschaft beginnen deutsche Unternehmen in Äthiopien zu investieren (besonders Blumensektor, Lederverarbeitung).

Im Januar 2004 wurde ein Investitionsschutzabkommen unterzeichnet.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Äthiopien ist Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Seit ihrem Beginn vor mehr als 50 Jahren hat Deutschland etwa 1,3 Mrd. Euro für Entwicklungsprojekte in Äthiopien zur Verfügung gestellt. In den letzten Regierungsverhandlungen 2008 wurden Äthiopien 96 Millionen Euro für den Zeitraum 2009 bis 2011 zugesagt:

Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit konzentriert sich auf drei Schwerpunkte:

  • Stadtentwicklung und Dezentralisierung

  • Nachhaltige Landbewirtschaftung

  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.

Darüber hinaus gibt es verschiedene zusätzliche Themenbereiche, in denen die deutsche Entwicklungszusammenarbeit von der äthiopischen Regierung oder von anderen Gebern um Unterstützung gebeten wurde - so etwa bei der Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmlung, die trotz gesetzlicher Strafvorschriften weiterhin sehr verbreitet ist.

Deutschland beteiligt sich mit zahlreichen anderen Gebern an einem Vorhaben der Weltbank zur Sicherstellung sozialer Grunddienste in den Kreisen und Kommunen. Gefördert werden Basisdienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wasserversorgung und Landwirtschaft.

Kulturelle Beziehungen

Die deutsch-äthiopischen Kulturbeziehungen gründen sich auf eine tiefe Tradition deutscher Forscherinteressen, die sich auch in Hochschulpartnerschaften manifestieren. Herausragende Projekte deutscher wissenschaftlicher Einrichtungen sind das South Omo Research Center zur Erforschung der Südvölker Äthiopiens sowie die Erstellung einer mehrbändigen Encyclopaedia Aethiopica durch die Universität Hamburg. Vor dem Hintergrund Aufsehen erregender Funde in der Region Tigray von Spuren sabäischer Kultur in Äthiopien hat eine auf mehrere Jahre angelegte Grabungskampagne des Deutschen Archäologischen Instituts begonnen.

Jährlich werden vom DAAD fast 200 Äthiopier sowie mehrere Kurzzeit- und Langzeitdozenturen deutscher Wissenschaftler gefördert. Deutsch wird an der Addis Abeba University seit dem Sommersemester 2006 als reguläres Zweitfach angeboten. Weiteren Deutschunterricht außerhalb des Goethe-Instituts gibt es in Äthiopien bislang nur an der deutschen und französischen Schule.

Durch die Herrichtung eines Modern Art Museum in Addis Abeba, das mit Mitteln des deutschen Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amts restauriert und 2008 eröffnet wurde, leistete Deutschland einen sichtbaren Beitrag zur äthiopischen Kulturlandschaft.

Das Goethe-Institut Addis Abeba widmet seine Programmarbeit insbesondere den Vernetzungen von Kultur und Entwicklung. Fragen der kulturellen Identität und kultureller Modernisierungskonzepte sind ein wichtiger Akzent in den Programmen. Das Institut besitzt ein Informationszentrum und eine Sprachkursabteilung.

Die Deutsche Botschaftsschule Addis Abeba wird derzeit von fast 150 Schülern und ca. 50 Kindergartenkindern besucht. Es werden alle deutschen Abschlüsse bis einschließlich Klasse 10 angeboten. Seit dem Schuljahr 2004/05 gibt es wieder eine ausgebaute Oberstufe, die zum Internationalen Baccalaureat (IB) führt. Seit dem Schuljahr 2007/08 darf die Schule auch wieder äthiopische Staats-angehörige aufnehmen.




Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Entwicklungszusammenarbeit

Äthiopien ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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