Äquatorialguinea
Wirtschaftspolitik
Stand: Dezember 2009
Wichtige Wirtschaftszweige
Die Wirtschaft Äquatorialguineas wird vom Erdöl dominiert. Seit 1998 wuchs das Bruttoinlandsprodukt durchschnittlich 24 Prozent pro Jahr. Der Anteil der Erdölwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt lag 2008 bei rund 91 Prozent. Wegen höherer Erdölproduktion und steigender Ölpreise lag das reale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes 2008 bei 11,2 Prozent. Für das Jahr 2009 wird aufgrund der Weltwirtschaftskrise und der gesunkenen Ölpreise ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum erwartet.
Die durchschnittliche tägliche Erdölroduktion stieg von 386.000 Fass (2007) auf 428.000 (2008) und fiel 2009 auf 250.000. Damit bleibt das Land der drittgrößte subsaharische Öllieferant nach Nigeria und Angola.
Mit einer 2001 in Betrieb genommenen Methanolanlage hat die Nutzung der Gasreserven begonnen.Im Mai 2007 ging die erste Gasverflüssigungsanlage (LNG) in Betrieb. Äquatorialguinea ist damit 14. Herstellungsland von Flüssiggas weltweit. An der jüngst beschlossenen zweiten Gasverflüssigungsanlage ist auch ein deutsches Unternehmen beteiligt. Am 23.12.2008 wurde Äquatorialguinea 16. Mitglied des Forums Gas exportierender Länder.
Im Umfeld der Erdölgesellschaften haben sich rund 800 ausländische Unternehmen niedergelassen, die vor allem im Servicebereich tätig sind. Privatwirtschaftliche Aktivitäten von Äquatorialguineern sind in diesem Zusammenhang selten, selbst der Handel wird von Ausländern, hier besonders Libanesen, Filipinos, Marokkanern und Chinesen abgewickelt.
Neben Erdöl und Erdgas ist vor allem der Holzexport von Bedeutung. Die Landwirtschaft ist stark zurückgegangen. Dies ist vor allem bei den früheren Hauptexportprodukten Kaffee und Kakao bemerkbar, die heute kaum noch exportiert werden. Auch der Kupferexport istrückläufig. Die Regierung subventioniert den Ankauf von Kakao durch Kleinbauern, um deren Existenz zu sichern. Ein Großteil der Nahrungsmittel in Malabo und Bata wird aus den Nachbarländern importiert.
Die äquatorialguineischen Ausfuhren – davon 88 Prozent Erdöl- und Erdölprodukte – beliefen sich 2008 auf rund 14 Mrd. US-Dollar, die Einfuhren auf rund 3,2 Mrd. US-Dollar.
Hauptabnehmer waren China, die USA und Spanien. Hauptlieferanten waren USA, Spanien, die Elfenbeinküste und Frankreich.
Die Auslandsverschuldung belief sich in 2008 auf ca. 1.645 Mio. USD.
Staatshaushalt
Äquatorialguinea gehört der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft und der Franc-Zone an. Nach Einschätzung der Banque des États de l´Afrique Centrale (BEAC) ist Äquatorialguinea das einzige Land dieser Staatengemeinschaft, das sämtliche von der Bank bestimmten Stabilitätskriterien erfüllt. Äquatorialguinea stellt 50 Prozent der gesamten Kaptaleinlagen der BEAC.
Experten des Internationalen Währungsfond beraten die Regierung in Haushaltssachen sowie bei Reformen des Beschaffungswesens und der Einführung der Rechnungsprüfung für Behörden und Regierung.
Obwohl die Staatsausgaben beträchtlich gestiegen sind, erwirtschaftete das Land 2008 dank der Öleinnahmen einen Haushaltsüberschuss von 19,6 Prozent des BIP.
Infrastruktur
Im November 2007 fand die Zweite Nationale Wirtschaftskonferenz in Bata statt. Äquatorialguinea hat sich eine Strategie zu nachhaltigem breiterem Wachstum in Vorbereitung auf die Zeit nach dem Erdölboom vorgenommen. Bis 2020 will das Land den Entwicklungsschritt zum Schwellenland schaffen. Die Regierung investiert ihren Erdölreichtum neben dem Wohnungsbau vor allem in Infrastruktur, die direkt mit der Ölindustrie zusammenhängt. 2003 wurde der Hafen von Luba (45 km von Malabo) eingeweiht und 2007 erweitert. Die Regierung strebt danach, ihn zum wichtigsten Hafen für Erdöl- und Gasfirmen im Golf von Guinea werden zu lassen. Die Häfen in Malabo und Bata werden derzeit ausgebaut.
Das auf einen Festlandsteil und mehrere Inseln verteilte Staatsgebiet Äquatorialguineas macht die politische und wirtschaftliche Einheit des Landes in besonderem Maße von guten Verkehrsverbindungen abhängig. Diese sind jedoch, bis auf regelmäßige Flugverbindungen zwischen Bata und Malabo, bislang nicht gegeben. Der Sicherheitsstandard im inländischen Flugverkehr entspricht noch nicht internationalen Anforderungen. Änderungen vollziehen sich gerade in diesem Bereich aber mit großer Geschwindigkeit.
Äquatorialguinea verfügt über einen internationalen Flughafen der Kategorie A in Malabo und einen der Kategorie B in Bata. Malabo wird von mehreren europäischen Fluggesellschaften angeflogen. Seit April 2008 besteht eine Flugverbindung der Lufthansa nach Frankfurt. Zusätzliche Landepisten gibt es in Ebebiyin und Mongomo (Festland) und auf der Insel Annobon. In Mongomeyen (Festland) baut eine deutsche Firma einen neuen internationalen Flughafen.
Das laufend ausgebaute Straßennetz ist heute bereits überwiegend in exzellentem Zustand.
Außenwirtschaftsbeziehungen
Die Außenwirtschaftsbeziehungen Äquatorialguineas orientieren sich bisher vor allem an China und den USA. Die USA waren durch die Erdölfirmen lange unangefochtener Primus, während chinesische Firmen eine dominante Stellung im blühenden Baugewerbe und im ganzen Infrastrukturbereich erlangten.
Die Rechte zu einem der neuesten Ölfelder wurden der chinesischen Firma „Chinese National Offshore Oil Company“ (CNOOC) zugeschrieben. Neue Ölfunde einer amerikanischen Ölgesellschaft wurden im Februar 2009 verkündet. Äquatorialguinea versucht nicht ungeschickt, die Konkurrenz zwischen diesen beiden großen Investoren auszunutzen, lässt aber grundsätzlich weitere internationale Wettbewerber zu.
Israel führt – neben militärischer Zusammenarbeit - Projekte im Gesundheitsbereich durch.
Im Februar 2008 hat die Welthandelsorganisation (WTO) den Verhandlungsprozess für eine Mitgliedschaft Äquatorialguineas aufgenommen.
Das Land hat Mitte Februar 2008 den Kandidatenstatus bei der internationalen Transparenzinitiative im Rohstoffbereich (EITI) erlangt.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.