Europa zahlt sich aus
Europa ist für viele Menschen vor allem ein wirtschaftliches Erfolgsmodell: Deutschland verdankt seinen Wohlstand und seine Arbeitsplätze ganz wesentlich dem Umstand, dass Waren in 27 EU-Ländern ohne Zölle und Grenzzäune verkauft werden können.
Wer in Europa eine Idee hat, wer ein neues Produkt erfindet, kann es auf einem Markt von 450 Millionen Menschen ohne Hindernisse anbieten. So eine Chance gibt es sonst kaum auf der Welt.
Deutschland ist "Exportweltmeister". Das klingt, als ob Autos, Maschinen und anderen Produkte vor allem in den USA oder in Asien auf den Markt gebracht würden. Dieser Eindruck ist falsch: fast zwei Drittel der deutschen Exporte werden bei den Partnern in der EU verkauft. Die freien Grenzen für Waren und Produkte in der EU sichern 5,5 Millionen Arbeitsplätze bei uns in Deutschland.
Europa: mehr als ein gemeinsamer Markt
Europa ist eine Wertegemeinschaft, nicht nur ein Wirtschaftsraum. So garantiert die Europäische Grundrechtecharta aus dem Jahre 2000 jedem EU-Bürger Rechte, die selbstverständlich klingen, es aber keineswegs sind: die unantastbare Würde des Menschen, das Recht auf Leben, das Verbot von Todesstrafe und Folter, die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Auf diesen Werten basiert das europäische Gesellschaftsmodell.
Dieses Gesellschaftsmodell unterscheidet sich von den Modellen in den USA und Asien. Die große Mehrheit der Menschen in Europa ist stolz auf den sozialen Ausgleich in der Wettbewerbsgesellschaft, wie sie in Europa praktiziert wird. Die Menschen wollen ein soziales Europa, das auch Freiheit und Toleranz hochhält. Nur gemeinsam kann Europa seine Wertvorstellungen behaupten und verbreiten, seinen Wohlstand sichern und ausbauen.
Freiheit und Solidarität
Europa steht für eine Politik, die es jedem Einzelnen ermöglicht, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und durch Leistung voranzukommen. Es steht auch dafür, dass Menschen sich auf die Solidarität der Gemeinschaft verlassen können, wenn sie in Not geraten.
Ziel ist eine tolerante Gesellschaft, in der Menschen aller Hautfarben, Religionen und Neigungen miteinander leben.
Ziel ist eine kinder- und familienfreundliche Arbeits- und Lebenswelt.
Und Europa bedeutet auch, die unterschiedlichen Kulturen und Traditionen als Reichtum zu begreifen, der sorgsam erhalten werden muss.
"Einheit in Vielfalt" - das ist und bleibt das richtige Motto für die EU.
Wer heute in der Europäischen Union jung ist, dem bieten sich Möglichkeiten, wie keiner Generation zuvor. Von Estland bis Portugal verbinden uns heute gemeinsame Chancen, ein gemeinsames Lebensgefühl, vielleicht sogar schon der "European Way of Life". Die jüngeren Menschen - die heutige "Generation Europa" - haben allen Grund, selbstbewusst ihre Zukunft anzupacken und zu gestalten.
Schritt für Schritt ist die EU auf 27 Länder angewachsen. Die beständige Erweiterung hat dazu beigetragen, die Teilung Europas zu überwinden. Sie hat langfristige Stabilität für Europa gebracht und dafür gesorgt, dass sich Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und marktwirtschaftliche Strukturen überall in Europa ausbreiten konnten.
Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik immer wichtiger
Der Frieden in Europa kann auf Dauer nur gesichert bleiben, wenn auch die Nachbarn in Stabilität, Demokratie und Rechtsstaat leben. Darum kümmert sich die EU so intensiv darum, die Stabilität in Südost- und Osteuropa zu festigen, aber auch im Nahen Osten und rund um das Mittelmeer. Dabei verfolgt die EU einen eigenen Weg.
Euro-Einführung nutzt allen
Der Euro brachte eine einheitliche Währung für 300 Millionen Menschen. Davon profitieren Verbraucher wie Unternehmen, auch wenn die Pizza oder das Wiener Schnitzel im Restaurant etwas teurer geworden sind.
Insgesamt aber behält das Geld seinen Wert: Die Inflation hat sich in Deutschland seit der Euro-Einführung auf 1,3 Prozent halbiert. Betriebe können jetzt im Euro-Raum in einer einzigen Währung abrechnen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie schätzt, dass die Unternehmen in Deutschland deswegen rund zehn Milliarden Euro pro Jahr sparen.
Offene Grenzen: Keine Bedrohung für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger
In der EU funktioniert die Gegenwehr des Staates gegen Terroristen, organisierte Kriminalität und Drogenhändler immer besser. Die Sicherheitsbehörden in der EU haben sich eng miteinander vernetzt. Und diese Zusammenarbeit hat dazu geführt, dass in mehreren Fällen Terrorpläne verhindert werden konnten.
Nach terroristischen Anschlägen ist es gelungen, die Attentäter und Drahtzieher schnell zu identifizieren und festzunehmen. All dies wäre in einem Europa mit inneren Grenzen so nicht möglich.
Stand 08.08.2007