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Weltbank und Regionale Entwicklungsbanken

Jahrestagung von IWF und Weltbank, Istanbul, Oktober 2009 Jahrestagung von IWF und Weltbank (picture-alliance/dpa)

Weltbank (WB)

Die Weltbankgruppe mit Sitz in Washington D.C. hat die Aufgabe, die wirtschaftliche Entwicklung in den weniger entwickelten Mitgliedsländern durch finanzielle und technische Unterstützung zu fördern. Durch den Umfang der von ihr mobilisierten Finanzierun­gen (Zusagen im Geschäftsjahr 2007: 34,3 Mrd. Dollar), ihre Größe (ca. 10.000 Mitarbeiter), ihre weltweite Präsenz (über 100 Länderbüros) und ihr Engagement in nahezu allen für die Entwicklung relevanten Feldern ist die Weltbank zu einem Motor der internationalen Entwicklungsagenda geworden. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit der Weltbank für die Entwicklungspolitik der Bundesregierung von zentraler Bedeutung. Indem die Bundesregierung deutsche Interessen in und gemeinsam mit der Weltbank geltend macht, kann durch die finanzielle und intellektuelle „Hebelwirkung“ der Bank größerer Einfluss ausgeübt werden, als dies allein bilateral der Fall wäre. Um Themen wie z.B. die Förderung regenerativer Energien auf internationaler Ebene voranzubringen, reicht das bilaterale Gewicht Deutschlands alleine nicht aus. Hier ist die Einbeziehung von Akteuren wie der Weltbank erforderlich, um den deutschen Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen. Hinzu kommt, dass globalen Herausforderungen, wie der Änderung des Weltklimas und der Ausbreitung ansteckender Krankheiten, am besten über multilaterale Organisationen begegnet wird, in denen alle Mitgliedsstaaten Lösungsansätze aushandeln und Verantwortlichkeiten gerecht zwischen den Nationen verteilt werden.

Im September 2007 hat die Weltbank ein Vertretungsbüro in Berlin eröffnet und ist damit einem langjährigen Wunsch der Bundesregierung nachgekommen. Mit dem Büro werden Zuständigkeiten für Deutschland aus dem Pariser Weltbankbüro nach Berlin verlagert, was eine verbesserte Kommunikation mit Bundesregierung, Parlament, Privatsektor, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Medien ermöglicht. Daneben wird das Büro die Arbeit der Weltbank der deutschen Öffentlichkeit vorstellen. Die formelle Eröffnung erfolgte im November 2007 durch Weltbankpräsident Robert Zoellick.

Regionale Entwicklungsbanken

Zu den Entwicklungsbanken gehören die Interamerikanische Entwicklungsbank (IADB)IADB), die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB), die Asiatische Entwicklungsbank (AsDB), die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die Karibische Entwicklungsbank (CDB). Sie verfügen über von den Geberländern gespeiste Sonderfonds (außer EBRD), aus denen besonders die ärmsten Länder zinsgünstige Kredite erhalten. Die Arbeitsweise der regionalen Entwicklungsbanken ähnelt der der Weltbank. Der wesentliche Unterschied ist, daß diese Banken nur Projekte und Programme in ihrer Region finanzieren.

Zum einen verfolgt die Bundesrepublik Deutschland mit ihrer Beteiligung an diesen Banken entwicklungspolitische Ziele mit regionalem Ansatz. Außerdem ist die Mitgliedschaft für Deutschland auch als Exportnation von Bedeutung. Eine angemessene Berücksichtigung als wichtiger Lieferant von Anlagen, Ausrüstungen und Maschinen kann nur durch entsprechendes Engagement bei Finanzierungen erreicht werden. Eine Nichtbeteiligung Deutschlands wäre nicht zuletzt außenpolitisch schädlich und würde von vielen Staaten als Missachtung der entsprechenden Region angesehen.

Federführend für die Politik der Bundesrepublik Deutschland in der Weltbank und in den regionalen Entwicklungsbanken ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), für die EBRD das Bundesministerium der Finanzen (BMF).

Stand 25.03.2009



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