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Aufgaben des Auswärtigen Amts: Außenpolitik und Außenwirtschaftsförderung

Wachsende Bedeutung der Außenwirtschaftspolitik

Deutschland ist stärker als viele andere Länder mit der Weltwirtschaft verflochten und von ihrer Entwicklung abhängig. Mehr als jeder vierte Euro wird im Export von Waren und Dienstleistungen verdient – mehr als jeder fünfte Arbeitsplatz hängt vom Außenhandel ab. Der Export von Gütern und Dienstleistungen ist deshalb eine Hauptantriebskraft der deutschen Konjunktur.

Immer wichtiger wird auch die Konkurrenzfähigkeit des Standorts Deutschland im internationalen Wettbewerb. Attraktivität für ausländische Investoren ist entscheidend, denn durch deren Engagement werden Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten und Technologien weiterentwickelt. Die Globalisierung der Wirtschaft vertieft die Abhängigkeiten Deutschlands vom Weltmarkt noch weiter.

Gleichzeitig verknüpft die Globalisierung die Lebensverhältnisse der Menschen in der ganzen Welt immer enger miteinander. Die gemeinsame Verantwortung aller Staaten für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung zum Wohle aller wird immer offensichtlicher. Und angesichts politischer Konflikte gilt heute mehr denn je: Handel und gegenseitige wirtschaftliche Verflechtung schaffen Vertrauen und stabilisieren die internationalen Beziehungen.

Deshalb ist es Aufgabe der deutschen Außenpolitik, sowohl die deutschen wirtschaftlichen Interessen in der Welt zu fördern und zu schützen als auch zur weiteren Entwicklung einer gerechten und nachhaltigen globalen Wirtschaftskooperation beizutragen.

Die Rolle des Staates in der Außenwirtschaftsförderung

Kreativität, Dynamik und Leistung unserer Wirtschaft haben Deutschland in die Spitzengruppe der führenden Industrienationen geführt und sichern Deutschland dort traditionell einen Spitzenplatz. Eine verantwortungsbewusste Außenwirtschaftspolitik hat diese Entwicklung gestützt und gefördert.

In unserer freien Marktwirtschaft steht die Eigeninitiative der Unternehmen im Mittelpunkt. Die staatliche Außenwirtschaftsförderung kann die Aktivitäten der Wirtschaft nicht ersetzen. Sie hilft aber den Unternehmen, Auslandsmärkte zu erschließen, und wirkt darauf hin, die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln zu verbessern.

In der Hilfe für Unternehmen wirken Staat und Wirtschaft zusammen. Informations- und Beratungsleistungen werden sowohl von staatlichen Einrichtungen (z. B. Botschaften, Generalkonsulaten, der bundeseigenen Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing, GTaI - Germany Trade and Invest mbH ) wie auch von Institutionen der Wirtschaft (z. B. den Auslandshandelskammern) erbracht. Darüber hinaus fördert der Staat in besonderer Weise unternehmerische Aktivitäten im Ausland (z. B. durch Messeprogramme, den Abschluss von Investitionsschutzverträgen und die Gewährung von Exportkreditversicherungen).

Der Bundesregierung ist die Unterstützung mittlerer und kleiner Unternehmen besonders wichtig, weil deren personelle und finanzielle Ressourcen begrenzt sind. Auslandsvertretungen und Auslandshandelskammern beraten und betreuen diese Gruppe nachdrücklich. Das gilt in besonderem Maße für Unternehmen aus den Neuen Bundesländern.

Aufgabe des Staates ist es ferner, sich in bilateralen und multilateralen Verhandlungen, z. B. in der Europäischen Union, in der OECD und bei der WTO für Rahmenbedingungen einzusetzen, durch die sich Wettbewerb und Handel möglichst frei entfalten können. Die Außenwirtschaftspolitik kann darüber hinaus dort, wo hohe Zutrittsschranken deutschen Anbietern den Zugang zu Auslandsmärkten erschweren, zu deren Abbau beitragen.

Das Auswärtige Amt als politischer Begleiter, Netzwerker und Berater

Außenwirtschaftsförderung ist eine Hauptaufgabe des Auswärtigen Dienstes. Das Auswärtige Amt und seine über 220 Auslandsvertretungen unterstützen weltweit durch ein breites Spektrum von Leistungen das Auslandsengagement deutscher Unternehmen.

Die Wirtschaftsdienste der Auslandsvertretungen stehen vor allem auch den kleinen und mittleren Firmen bei Ihren Auslandsgeschäften offen: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den deutschen Botschaften und Generalkonsulaten sowie im Auswärtigen Amt in Berlin verstehen sich dabei als

  • Politische Begleiter und Türöffner

Sie flankieren konkrete Unternehmensinteressen gegenüber Regierungsstellen im Ausland. Sie stellen Kontakte zu Entscheidern aus Politik und Wirtschaft im Gastland her. Sie initiieren und gestalten wirtschaftsrelevante Gespräche mit offiziellen Stellen. Sie setzen sich gegenüber dem Gastland für unsere Wirtschaftsinteressen ein. Sie treiben die Verbesserung der Markteintrittsbedingungen voran.

  • Netzwerker

Sie knüpfen Kontakte zwischen Einrichtungen, Personen und Unternehmen in Deutschland und im Gastland. Sie unterstützen Roundtables, Workshops und Regionalkonferenzen und veranstalten jährliche Botschafterkonferenzen. Sie organisieren Veranstaltungen für deutsche Messeaussteller im Ausland und ihre Geschäftspartner.

  • Berater

Sie beraten Unternehmen in wirtschaftspolitischen Fragen, Sie informieren Unternehmensverbände über interessante Vorhaben und Ausschreibungen weltweit, Sie berichten regelmäßig zu den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen im Ausland, Sie wirken an der Risikobewertung bei Ausfuhrgewährleistungen und Investitionsgarantien mit.

Darüber hinaus werben die Auslandsvertretungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Außerdem engagiert sich das Auswärtige Amt dafür, die Voraussetzungen für die Aktivitäten der deutschen Wirtschaft weltweit zu verbessern. U. a. wirkt es an den Verhandlungen von Investitionsförderungs- und -schutzverträgen und Doppelbesteuerungsabkommen mit und setzt sich als Vertreter der Bundesregierung in internationalen Gremien wie WTO, OECD, VN und EU für handels- und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen sowie Chancengleichheit für deutsche Unternehmen ein.

Stand 02.11.2009

Zusatzinformationen:

business meets diplomats

business meets diplomats

Die Wirtschaftsabteilung im Auswärtigen Amt führt mit deutschen Unternehmen und ausländischen Diplomaten regelmäßige Gesprächsforen im Auswärtigen Amt durch. Bei den Veranstaltungen "business meets diplomats" präsentieren sich insbesondere deutsche Firmen aus dem Hochtechnologiesektor mit innovativen exportstarken Produkten den in Berlin vertretenen ausländischen Missionen.

Kontakt AA

Grundsatzfragen, Instrumente der Außenwirtschaftsförderung, Verbände, Kammern, BfAi, Messen
- Referat 402 -
Allgemeine Fragen der Außenwirtschaft
Tel.:030-5000-3583 (Sekretariat)
Fax:030-5000-1060
business@diplo.de

Außenwirtschaftsförderung in Ländern und Regionen
- Referat 403 -
Länderspezifische Fragen
Tel.:030-5000-3853 (Sekretariat)
Fax:030-5000-4253
business@diplo.de



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