Minenräumung in Afghanistan
Minensuchhund und Hundeführer bei der Arbeit
(AA)
Afghanistan gilt als eines der am meisten mit Landminen und Versagermunition belasteten Länder der Welt. Die höchste Landminenkonzentration findet sich entlang der ehemaligen Frontlinien in den nördlichen und zentralen Provinzen. Nach Angaben der zuständigen Koordinierungsstelle für Minen- und Kampfmittelräumung MAPA-Mine Action Programme Afghanistan) waren im Jahr 2008 ca. 800 neue Opfer zu beklagen.
Trotz der immer noch gravierenden Probleme, gibt es aber auch Grund zu vorsichtigem Optimismus. Die vorliegenden Daten zur Kontaminierung mit Landminen lassen den begründeten Schluss zu, dass das Problem glücklicherweise geringer ist als ursprünglich angenommen und unter Umständen bis 2015 größtenteils gelöst werden könnte.
Nach Angaben der zuständigen afghanischen Koordinierungsstelle (MACA) wurden bislang rund 60% der Verdachtsflächen geräumt (1,2 Milliarden Quadratmeter). Dabei konnten ca. 230.000 Anti-Personen- und ca. 18.000 Anti-Fahrzeugminen zerstört werden.
Afghanistan trat dem Ottawa-Abkommen am 11. September 2002 bei. Damit hat sich die afghanische Regierung unter anderem verpflichtet, keine Antipersonenminen mehr zu verlegen, die vorhandenen Lagerbestände innerhalb von vier Jahren zu vernichten sowie alle auf dem Territorium des Landes verlegten Minen innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren zu räumen. Um diese völkerrechtlich verbindlichen Ziele zu realisieren, ist das Land auf anhaltende finanzielle Unterstützung angewiesen.
Minensuchen bedeutet oft zeitraubende Handarbeit (AA)
Durch eines der durch das Auswärtige Amt in Afghanistan geförderten Projekte wird unter anderem die Arbeit des Mine Detection and Dog Center (MDC) unterstützt. Das MDC ist eine afghanische Nichtregierungsorganisation (NRO), die seit 1989 mit speziell trainierten Minensuchhunden maßgeblich zur Reduzierung der Minengefahr beigetragen hat. Derzeit befinden sich rund 165 Hunde im Feldeinsatz. Die deutsche NRO Medico International steht dem MDC als Partner des Auswärtigen Amts beratend zur Seite.
Zudem unterstützt das Auswärtige Amt Projekte der renommierten internationalen Hilfsorganisationen „The Halo Trust“ und Danish Demining Group (DDG) in Nordafghanistan.
Seit 1995 hat das Auswärtige Amt rund 50 Million Euro für Minenräumprojekte in Afghanistan bereitgestellt.
Stand 13.02.2010