Sri Lanka
Hilfe für Zivilbevölkerung in Sri Lanka
Flüchtlinge im Norden Sri Lankas
(picture-alliance/dpa)
Die Kämpfe zwischen Armee und Aufständischen in Sri Lanka haben viele Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert. Mehrere hunderttausend Menschen wurden aus ihren Wohnorten vertrieben. Die Bundesregierung und andere internationale Geber bemühen sich, das Leid der Zivilisten zu lindern.
Aktuelle Entwicklung
Auch nachdem die Regierung Sri Lankas die Kämpfe mit den Rebellen der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) für beendet erklärt hat, bleibt die Lage der Zivilbevölkerung Besorgnis erregend. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen könnten sich bis zu 270.000 Binnenvertrieben in mehr als 43 Transitlagern im Nordosten der Insel aufhalten und auf ihre Rückkehr warten.
Humanitäre Hilfsorganisationen haben Zugang zu den Transitlagern, die die Binnenvertriebenen selbst jedoch nicht verlassen dürfen. Die Zustände in den Übergangslagern sind nach Berichten einer EU-Delegation und des VN-Beauftragten für die Menschenrechte der Binnenvertriebenen dramatisch. Die Lager stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen.
Humanitäre Helfer haben, mit Ausnahme des Internationalen Kommitees vom Roten Kreuz (IKRK), weiterhin keinen Zugang zur bisherigen Kampfzone.
Europäische Solidarität mit zivilen Opfern
Die EU-Außenminister riefen die Regierung Srik Lankas am 18. Mai auf, voll mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten, um die humanitäre Krise in der Konfliktregion zu beenden. Die Regierung müsse zudem alle notwendigen Schritte unternehmen, um Zivilisten aus der Konfliktzone herauszuholen.
Beschluss der EU-Außenminister zu Sri Lanka (in englischer Sprache):
Ambulanzfahrzeug des IKRK
(ICRC / C. Mc Goldrick)
Deutsche Humanitäre Hilfe für Sri Lanka
Außenminister Steinmeier kündigte vor diesem Hintergrund am Rand des EU-Außenministertreffens eine Erhöhung der deutschen Humanitären Hilfe für Sri Lanka um 500.000 Euro von 2,7 auf nunmehr 3,2 Millionen Euro an. Dazu kommen 2 Millionen Euro für Nahrungsmittelhilfe aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Für 2009 hatte das Auswärtige Amt bisher ca. 2,7 Millionen Euro für humanitäre Hilfsmaßnahmen in Sri Lanka zugesagt. Hiervon erhielt das IKRK 1 Million Euro, der VN-Flüchtlingskommisar (UNHCR) 500.000 Euro.
Die zusätzlichen 500.000 Euro sind vorgesehen für ein Projekt des Deutschen Roten Kreuzes in Zusammenarbeit mit dem Sri Lankischen Roten Kreuz im Gesundheitsbereich, für Malteser International zur Aufstockung eines Projekts mit Schwerpunkt in den Bereichen Trinkwasserversorung und Hygiene, und für die NGO arche nova für Sanitäranlagen und Wasserversorgung in den Übergangslagern.
Das Auswärtige Amt hatte bereits 2008 insgesamt 2,94 Millionen Euro für Schutz- und Hilfsmaßnahmen für Binnenvertriebene und Rückkehrer zur Verfügung gestellt.
Stand 19.05.2009