Sri Lanka
Sri Lanka: Humanitäre Hilfe für Bürgerkriegsopfer
Seit Anfang 2009 gehen die Kämpfe zwischen der srilankischen Armee (SLA) und den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) um das von den LTTE kontrollierte Gebiet in die entscheidende Phase. Die Kämpfer der LTTE und auf 130.000 geschätzte Zivilisten wurden auf ein Gebiet von zunächst circa 150 qkm (aktuell etwa 25 qkm) zurückgedrängt. Innerhalb dieses Gebiets wurde von der srilankischen Regierung eine Sicherheitszone für Binnenvertriebene (circa 10 qkm) ausgewiesen, zu der humanitäre Helfer jedoch keinen Zugang haben.
Zivilisten drängen sich in Notunterkünften
(Welthungerhilfe/Achim Apweiler)
Ein vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Puthukkudiyiruppu unterstütztes Krankenhaus musste aufgrund fortwährenden Artilleriebeschusses evakuiert werden. 300 Patienten konnten mit 18 IKRK-Mitarbeitern vor dem Beschuss fliehen.
Bisher ist es nur ca. 40.000 Personen gelungen, das Kampfgebiet zu verlassen. Diese werden in Transitlagern, vorwiegend im Distrikt Vavuniya untergebracht. Humanitäre Hilfsorganisationen haben Zugang zu den Transitlagern, die die Binnenvertriebenen selbst jedoch nicht verlassen dürfen.
Die humanitäre Lage hatte sich bereits rapide verschlechtert, nachdem das von Norwegen vermittelte Waffenstillstandsübereinkommen zwischen der srilankischen Regierung und den LTTE von der Regierung Anfang Januar 2008 aufgekündigt worden war.
Darüber hinaus wurde im November 2008 die nördliche Provinz Jaffna von dem Zyklon Nisha heimgesucht, der die schlimmsten Überschwemmungen der letzten 50 Jahre verursachte. Wenngleich sich die Versorgungslage in Jaffna inzwischen wieder entspannt hat, ist der Bezirk weiterhin nicht auf dem Landweg zu erreichen. Steigende Preise und fehlende wirtschaftliche Grundlage machen weite Teile der Bevölkerung von Hilfsleistungen abhängig.
Bürgerkriegsopfer stehen Schlange für sauberes Trinkwasser
(Welthungerhilfe/Achim Apweiler)
Das Auswärtige Amt hat 2009 bisher ca. 2,2 Mio. Euro für humanitäre Hilfsmaßnahmen in Sri Lanka bereit gestellt. Mittel erhielten sowohl das IKRK als auch deutsche Hilfsorganisationen für die Unterstützung der Binnenvertriebenen. Eine deutsche Hilfsorganisation führt ferner in Jaffna ein Projekt für Flutopfer durch.
Das Auswärtige Amt hatte 2008 insgesamt 2,94 Mio. Euro für Schutz- und Hilfsmaßnahmen für Binnenvertriebene und Rückkehrer zur Verfügung gestellt. Einen großen Teil hiervon erhielten das IKRK und verschiedene VN-Organisationen.
Deutsche Hilfsorganisationen führten mit Förderung des Auswärtigen Amts in den östlichen Provinzen Projekte in den Bereichen Wasser und Sanitär, Unterkünfte, Zusatznahrung, Hygiene und medizinische Versorgung für Flüchtlinge und Rückkehrer durch und leisteten in Jaffna Hilfe für Überschwemmungsopfer.
Stand 26.03.2009