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Myanmar: Bundesregierung verdoppelt Unterstützung

Die Bundesregierung verdoppelt ihre Hilfe für die Opfer des Zyklons in Myanmar. Das kündigte Staatsminister Günter Gloser vor einem Treffen des "Rats für Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen" in Brüssel an. Außenminister Frank-Walter Steinmeier fordert die Regierung Myanmars auf, internationalen Helfern schnell Einreise in das Land zu gewähren.

Heute berät die Europäische Union in einer Dringlichkeitssitzung über die Unterstützung für die Opfer des Zyklons in Myanmar. Die Bundesregierung stellt nunmehr vier Millionen Euro an Hilfe zur Verfügung. Bei dem Treffen geht es auch um die Haltung der EU gegenüber der Regierung des Landes.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte am Wochendende mit seinem thailändischen Amtskollege Noppadon Pattama telefoniert. Beide waren sich einig: Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe in Myanmar ist internationale Hilfe dringlich. Steinmeier und Pattama forderten die Regierung des Landes erneut auf, internationalen Helfern schnell die Einreise in das Land zu gewähren.

Sie vereinbarten außerdem eine enge Zusammenarbeit deutscher und thailändischer Experten. So soll erreicht werden, dass die internationale Hilfe schnell nach Myanmar hineingelangen kann, sobald die Militärführung des Landes die Grenzen öffnet.

Steinmeier begrüßte zudem die Anstrengungen der ASEAN-Staaten bei der Bewältigung der Krise. Er ermutigte die Staatengemeinschaft, diese Anstrengungen weiter zu intensivieren.


(picture-alliance/dpa)

Gute Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen

Bereits am 9. Mai hatte Steinmeier nach einer Sitzung des "Koordinierungsauschusses Humanitäre Hilfe" zum wiederholten Male an die Militärregierung in Myanmar appelliert, die Grenzen zu öffnen und Hilfe ins Land zu lassen. Es sei unerträglich, wie wenig kooperativ sich die Regierung in Myanmar bisher verhalten habe. Der Koordinierungsausschuss beriet das weitere Vorgehen, um den Menschen vor Ort schnellstmöglich zu helfen. 

Steinmeier betonte, deutsche Hilfe könnte längst laufen, wenn die Regierung Einreiseerlaubnisse erteilen würde. Das Ausmaß der durch den Zyklon Nargis verursachten Schäden sei wahrscheinlich größer als die Katastrophe, die der Tsunami 2004 in Südostasien ausgelöst hatte.

Es gebe mehrere 10.000 Opfer, mehr als eine Million Obdachlose, und große landwirtschaftliche Flächen seien durch das eingedrungene Salzwasser für Jahre unbrauchbar, so Steinmeier.

Notwasserversorgung in Rangun Trinkwasser ist knapp (picture-alliance/dpa)

Konstruktiver Dialog

Das Treffen des Koordinierungausschusses gab allen Beteiligten Gelegenheit – Bundesregierung  wie Hilfsorganisationen –, die Beurteilung der Lage abzugleichen. Steinmeier dankte den Hilfsorganisationen für deren großen Einsatz. Die Beratungen konzentrierten sich auf die Frage, wie die Hilfe die Menschen in Myanmar erreichen.

An dem Treffen nahmen unter anderem das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz teil. Auch der Vizedirektor des VN-Welternährungsprogramms (WFP), John Powell, war zugegen.

Man war sich einig: am wichtigsten ist jetzt der schnelle Zugang ins Land und zu den Hilfsbedürftigen. Die Hilfsorganisationen riefen die Bundesregierung auf, weiter Druck auf das Regime auszuüben, kooperativ zu handeln.

Steinmeier betonte, es sei sicher richtig, im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über die Situation zu sprechen. Die Hilfe könne aber nicht auf Entscheidungen des Sicherheitsrats warten, mahnte er.

Berichtet wurde auch über Benzin- und Nahrungsmittelknappheit, die die Preise auf den Märkten - auch für eigentlich nicht Betroffene - unerschwinglich werden ließen.

Menschen in Not  (picture-alliance/dpa)

Deutsche Hilfe steht bereit

Aus Mitteln des Auswärtigen Amts und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit sollen insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Steinmeier wies daneben erneut auf die deutschen Hilfsangebote hin:

  • Das THW steht abreisebereit. 12 Experten sollen zwei Aufbereitungsanlagen für Trinkwasser betreiben, mit denen etwa 20.000 Menschen mit sauberem Wasser versorgt werden könnten. Sie könnten auch bei der Reparatur der beschädigten Wasserversorgungssysteme helfen.
  • Das Deutsche Rote Kreuz steht ebenfalls mit einem mobilen Feldlazarett startbereit am Flughafen Schönefeld. Das Lazerett könnte tausende Menschen medizinisch versorgen.
  • Auch die deutsche Bevölkerung nimmt Anteil. Ihre Spenden könnten längst auf dem Weg in die Katastrophenregion sein.

Bei Bedarf, so Steinmeier, werde er zu weiteren Sitzungen des Koordinierungsausschusses Humanitäre Hilfe einladen. Denn: Die Bundesregierung tue alles, um die Arbeit der Hilfsorganisationen zu unterstützen, so dass die deutsche Hilfe so schnell wie möglich ankommt.

Stand 13.05.2008

Zusatzinformationen:

Arbeitsstab und Koordinierungsausschuss

Der Arbeitsstab Humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amts finanziert und betreut humanitäre Hilfsprojekte und humanitäre Minenräumprojekte deutscher Nichtregierungsorganisationen. Staatliche und nichtstaatliche Akteure wirken im "Koordinierungsausschuss Humanitäre Hilfe" zusammen, um effiziente Hilfe zu gewährleisten.

Grundregeln

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