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Energiesicherheit

Windkraftanlage © H.-G. Oed

Globale Herausforderungen lassen sich nicht im Alleingang lösen: Energiesicherheit, Umweltschutz und Armutsbekämpfung können nur gemeinsam auf internationaler Ebene bewältigt werden.

Energieaußenpolitik

Das Thema Energiesicherheit gewinnt angesichts international steigender Nachfrage an Energieträgern, neuen regionalen wirtschaftlichen Kooperationen und potenziell instabilen Regionen zunehmend an Bedeutung für die Formulierung und Gestaltung von Außenpolitik. Die Herausforderungen für Deutschland und Europa sind dabei:

  • Sicherung und Diversifizierung der Bezugsquellen
  • Ausbau des Dialogs mit Liefer-, Transit- und den großen Verbraucherländern, vor allem den neuen Industriestaaten
  • Eintreten für die Einhaltung der internationalen Umwelt- und Klimaschutzabkkommen
  • Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien
  • Förderung des wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Know-how-Transfers deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Partnerländern.

Das Streben nach einer dauerhaften, verlässlichen Energieversorgung gewinnt für eine relativ rohstoffarme Industrie- und Technologienation wie Deutschland immer größere außen- und sicherheitspolitische Bedeutung. Zwei Herausforderungen stehen im Vordergrund:

  • Erstens muss Deutschland in Zukunft verstärkt regional und global kooperieren, um eine nachhaltige Energiepolitik gewährleisten zu können.
  • Zweitens geht es darum, den Wandel von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien aktiv begleiten. Erneuerbare Energien werden – nach Kohle und Öl – die Initialzündung einer dritten industriellen Revolution sein.

Erneuerbare Energien - national und international

Eine langfristig sichere und nachhaltige Energieversorgung kann nur mit erneuerbaren Energien erreicht werden. Die Bundesregierung setzt sich daher für den entschlossenen Ausbau erneuerbarer Energien ein, in Deutschland und weltweit.

In Deutschland konnten mit einer intensiven Förderung, vor allem durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), große Fortschritte erreicht werden. 2008 stellten erneuerbare Energien 9,5 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs. Der Strom aus der Steckdose wurde sogar zu 15 Prozent aus erneuerbaren Quellen hergestellt. Für das Jahr 2020 plant die Bundesregierung einen Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch von 18 Prozent, also fast eine Verdopplung gegenüber 2008.

Die Förderung erneuerbarer Energien erhöht die deutsche Energiesicherheit und senkt die deutschen CO2-Emissionen. Vor allem hat sie auch zum Aufbau einer neuen Industrie in Deutschland beigetragen. 2008 arbeiteten in der deutschen Erneuerbare-Energien-Branche etwa 278.000 Menschen. Wissen und Technik „Made in Germany“ sind Exportschlager und werden weltweit zur Strom-, Wärme- und Kraftstofferzeugung aus erneuerbaren Energien eingesetzt. Das Exportvolumen der Branche lag 2007 bei etwa 9 Milliarden Euro.

Die erfolgreiche Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland hat dazu geführt, dass weltweit inzwischen über 40 Staaten die Prinzipien des EEG umgesetzt und Einspeisetarife eingeführt haben. Die Bundesregierung wirbt bei ihren internationalen Partnern für einen zügigen Ausbau erneuerbarer Energien und unterstützt die internationalen Aktivitäten deutscher Unternehmen des Erneuerbare-Energien-Sektors.

In fast allen Staaten dieser Welt sind die natürlichen Voraussetzungen für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien gegeben – genügend Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse finden sich fast überall. Häufig mangelt es nur an Wissen darüber, wie das Energiesystem eines Landes auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann und welche effizienten Fördermöglichkeiten es gibt. Ein entscheidender Schritt zur Lösung dieses Problems war im Januar 2009 die Gründung von IRENA, der neuen internationalen Organisation für erneuerbare Energien. IRENA zählt inzwischen gut 140 Mitglieder, weitere Unterzeichnungen sind für die nächste Zeit geplant.

Die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA)

Globale Herausforderungen lassen sich nicht im Alleingang lösen: Energiesicherheit, Umweltschutz und Armutsbekämpfung können nur gemeinsam auf internationaler Ebene bewältigt werden. Erneuerbare Energien spielen dabei eine Schlüsselrolle.Ihr vermehrter Einsatz ist angesichts des Klimawandels und im Hinblick auf begrenzte konventionelle Ressourcen ein Muss.

Mit der Gründung von IRENA am 26.01.2009 konnte eine institutionelle Lücke im Geflecht der internationalen Organisationen im Energiebereich geschlossen werden. Die Gründung geht auf deutsche Initiative zurück. Dabei waren Spanien und Dänemark enge Partner. Bisher fehlte eine internationale Organisation, die gleichermaßen Industrie- und Entwicklungsländer beim Ausbau von erneuerbaren Energien unterstützt und als zentrale Instanz auf der internationalen Bühne vorrangig für erneuerbare Energien aktiv wird. Ziel von IRENA ist insbesondere, die umfassende und nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energien weltweit zu beschleunigen. Dieser umfassende Anspruch schlägt sich in einer Reihe konkreter Aktivitäten nieder. Hierzu gehören:

• die Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien durch gezielte politische Beratung;

• der Ausbau des Technologie- und Wissenstransfers im Bereich der erneuerbaren Energien;

• die Unterstützung beim Kompetenzaufbau (capacity building) im Bereich erneuerbarer Energien.

Darüber hinaus wird IRENA die Mitgliedsstaaten zu Finanzierungsmöglichkeiten beraten, unterstützende Öffentlichkeitsarbeit leisten und die angewandte Politikforschung verstärken.

IRENA steht allen VN-Staaten offen. Die IRENA-Statuten (Gründungsvertrag) sind bisher von 137 Staaten gezeichnet worden. Am 29./30.06.2009 wählten die Mitgliedstaaten in Sharm-el-Sheikh (Ägypten) Abu Dhabi / Masdar (Vereinigte Arabische Emirate) als Sitz, Bonn als Standort eines IRENA-Innovationszentrums (IIC) und Wien als Ort des Verbindungsbüros zu UN Energy. Zur ersten Generaldirektorin wurde die Französin Hélène Pelosse bestimmt.

Website der IRENA

Stand 08.10.2009

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