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Landesflagge Syrien
Deutsch-Arabischer Mediendialog in Syrien 

Passant vor marokkanischem Zeitungskiosk

Seit 1997 bringt das Auswärtige Amt Medienvertreter aus Deutschland und der Arabischen Welt zusammen. Erstmals fand jetzt ein deutsch-arabischer Mediendialog in Syrien statt. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage der Zukunft der arabischen Wirtschaftssysteme.  

Welche Folgen haben die jüngsten weltwirtschaftlichen Entwicklungen auf die wechselseitigen Wahrnehmungen der arabischen und deutschen Gesellschaften? Die Bundesrepublik ist geprägt durch das Modell der "sozialen Marktwirtschaft" - also einer engen Verknüpfung von Sozialpolitik und Marktwirtschaft. Können die in Deutschland und Europa gemachten Erfahrungen der wirtschaftsstrategischen Diskussion im Nahen Osten Impulse geben? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Diskussion.

Sie sind nicht nur in Syrien aktuell. Viele arabische Staaten befinden sich in Transformationsprozessen, die auch Wirtschaftsreformen und eine Öffnung der heimischen Märkte erfordern. Einig waren sich die Teilnehmer, dass sich kein Gesellschaftsmodell einfach übertragen lässt. Erfahrungenswerte lassen sich aber durchaus sammeln und für die eigene Gesellschaft nutzen.  

Medien in Zeiten wirtschaftlicher Transformationsprozesse

Der Leiter der Wirtschaftsredaktion einer großen syrischen Tageszeitung brachte die Schwierigkeiten wirtschaftlicher Modernisierung auf den Punkt: Auch wenn der Aufbau einer sozialen Marktwirtschaft erklärtes Ziel seines Landes sei, so erfordere sie Reformen weit über den Wirtschaftssektor hinaus. Rechtsstaatlichkeit und politische Teilhabe seien wichtige Elemente für wirtschaftliche Stabilität. Ohne eine Überprüfung der Subventionspolitik und ohne eine Verbesserung der Bildungssysteme und der Gesundheitsversorgung sei die Öffnung nicht zu machen. Für all das benötige man europäische Unterstützung.

Deutsch-Arabischer Mediendialog in Damaskus Professioneller Erfahrungsaustausch (AA)

Eine Reihe arabischer Vertreter zeigten sich skeptisch: Zu oft hätten die bisherigen Wirtschaftsreformen in den arabischen Ländern in erster Linie zu einem Rückzug des Staates aus seiner sozialen Verantwortung geführt. Auch seien Wirtschaftsreformen ohne politischen Wandel zum Scheitern verurteilt. 

Rund 30 Journalisten und Medienexperten waren zu dem Treffen am 18. und 19. Oktober in die syrische Hauptstadt Damaskus gereist. Sie kamen aus Deutschland, Syrien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Überschrieben war die Zusammenkunft mit dem Thema "Medien und Transformationsprozesse".

Mediendialoge - ein bewährtes Instrument Auswärtiger Kulturpolitik 

Seit 1997 ermöglicht das Auswärtige Amt den fachlichen Erfahrungsaustausch zwischen deutschen und arabischen Journalisten, Publizisten, Medienmanagern und Politikern. Die Dialoge werden gemeinsam mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) organisiert. Sie sollen ausgewogene, professionelle und objektive Berichterstattung beider Seiten befördern und Vorurteile abbauen. Die Treffen sind aber auch immer Gelegenheit, grenzübergreifende berufliche Kontakte zu knüpfen.

Die positiven Erfahrungen aus den deutsch-arabischen Mediendialogen haben inzwischen zu einer Ausweitung auch auf andere Länder und Regionen geführt.

Stand 22.10.2009

Zusatzinformationen:

Schwerpunkt Islamdialog

Ziel des Islamsdialogs ist eine Auseinandersetzung über Werte, Standpunkte und Meinungen, ohne Kontroversen auszusparen.

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