Wirtschaftsbeziehungen
Afrika verfügt über ungeheures wirtschaftliches Potenzial. Auf dem Kontinent leben fast eine Milliarde Menschen und das Bruttosozialprodukt pro Kopf liegt mit über 1.000 USD höher als das mancher G20-Mitgliedsländer.
Afrika hat in den vergangenen Jahren als Handels-und Investitionspartner Deutschlands deutlich an Bedeutung gewonnen. Nicht nur als aufsteigender Energieproduzent, sondern auch als Blumenlieferant rückt Afrika in den Fokus. Mittlerweile stammt jede fünfte Rose in Deutschland aus Kenia. Größter Abnehmer deutscher Waren bleibt Südafrika. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausfuhren in das südlichste Land des Kontinents auf ein Volumen von 7,3 Mrd. EUR an.
Diese positive Entwicklung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Afrika im weltweiten Vergleich für die Deutsche Wirtschaft eine weiterhin eher untergeordnete Rolle spielt. 2008 lag das Handelsvolumen bei 40 Mrd. EUR – was knapp 3 Prozent des deutschen Außenhandels ausmacht.
Fehlende Infrastruktur, Korruption sowie ein Mangel an politischer Stabilität und Transparenz hemmen vielerorts noch immer die wirtschaftliche Entwicklung.
Deutsches Engagement
Es ist Deutschlands Ziel, gemeinsam mit seinen afrikanischen Partnern, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, ein positives Investitionsklima zu fördern und auf diese Weise nachhaltig zum wirtschaftlichen Aufschwung des Kontinents beizutragen.
Ölförderung im Niger-Delta in Nigeria
(picture-alliance/dpa)
Aufsteigender Energie- und Rohstoffproduzent
Afrika rückt zusehends als aufstrebender Energie-und Rohstofflieferant in den Fokus. In Zeiten des Klimawandels, des rasanten Bevölkerungswachstums und des steigenden Energiebedarfs, haben die jüngsten Funde großer Ölvorkommen im Golf von Guinea Euphorie ausgelöst. Der Kreis der afrikanischen Ölnationen hat sich mittlerweile auf 10 Staaten südlich der Sahara erweitert. Afrika produziert gegenwärtig knapp 13 Prozent der globalen Ölproduktion und ist die weltweit drittwichtigste Region für fossile Brennstoffe. In den kommenden Jahren wird damit gerechnet, dass Afrika für enormes Wachstum in dem Sektor sorgen wird. Diese vielversprechenden Aussichten locken immer mehr Investoren auf den Kontinent.
Angola im Aufwind
Eine besonders bemerkenswerte wirtschaftliche Entwicklung ist dabei in Angola zu verzeichnen. In diesem Jahr hat Angola erstmals den Konkurrenten Nigeria als größten afrikanischen Ölförderer südlich der Sahara abgelöst.
Eine zukünftig engere wirtschaftliche Kooperation zwischen Deutschland und Angola wurde durch ein entsprechendes Abkommen auf dem deutsch-angolanischen Wirtschaftsforum Anfang des Jahres besiegelt.
Die deutsch-nigerianische Energiepartnerschaft - ein Gewinn für beide Seiten
Nigeria benötigt Unterstützung beim Aufbau einer verlässlichen Stromversorgung, die deutsche Industrie kann dafür intelligente Lösungen anbieten. Deutschland wiederum versucht seine Gaslieferungen zu diversifizieren und Nigeria hat große, noch weitgehend ungenutzte Gasreserven. Die Leistungen der deutschen und der nigerianischen Energiewirtschaft können sich gegenseitig ergänzen, so dass alle von der Zusammenarbeit profitieren. Bereits 2007 wurde die Idee einer Energiepartnerschaft geboren.
Afrika kommt!
Initiative der Deutschen Wirtschaft für Führungsnachwuchs aus Subsahara-Afrika
Ein spannendes Jahr in führenden deutschen Unternehmen liegt hinter den jungen Führungskräften aus Subsahara Afrika, denen Staatssekretär Ammon heute in einer feierlichen Abschlussveranstaltung im Auswärtigen Amt ihre Diplome übergab.
Im Rahmen der Afrika kommt!- Initiative der Deutschen Wirtschaft für Führungsnachwuchs Afrika hatten die 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem einjährigen Bildungsaustausch in 19 deutschen Unternehmen teilgenommen.
Stand 22.09.2009