HIPC: Afrikanische Länder entschulden
Die Schuldenerlassinitiativen HIPC (Heavily Indebted Poor Countries) und MDRI (Multilateral Debt Relief Initiative) haben zum Ziel, die Auslandsverschuldung der ärmsten Staaten auf ein langfristig tragfähiges Niveau zu senken. Diese Länder sollen dadurch mehr finanziellen Spielraum für die Bekämpfung von Armut erhalten.
Afrika südlich der Sahara profitiert wie keine andere Region der Welt von den Schuldenerlassen: von den insgesamt 41 Ländern, die durch HIPC und MDRI umfassend entschuldet werden, liegen 32 in Subsahara-Afrika.
Bis Juli 2009 haben insgesamt 26 Länder die HIPC-Initiative erfolgreich abgeschlossen. Sie haben damit die volle Entschuldung unter HIPC und MDRI erreicht. 21 dieser Länder liegen in Subsahara-Afrika. Weitere 9 Länder, davon 8 afrikanisch, haben die erste von zwei Phasen der Schuldenerleichterung im Rahmen von HIPC erreicht. Sie werden bei Abschluss der Programme mit dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank ebenfalls vom endgültigen Schuldenerlass profitieren.
Nach Abschluss der jeweiligen Programme vereinbaren Deutschland und die anderen Gläubigerstaaten, die sich im sogenannten Pariser Club zusammengetan haben, die Modalitäten für die bilateralen Erlasse Ihrer Forderungen mit den Schuldnerstaaten. Die Gläubigerländer setzten diese jeweils in bilateralen Abkommen um.
Unterzeichnung des Umschuldungsabkommens "Liberia V" am 26.06.2008
(BMZ)
Deutschland erlässt Schulden
Die Bundesregierung gewährt HIPC-Ländern in Subsahara-Afrika dabei Schuldenerlasse, durch die sie gegenüber Deutschland nahezu völlig schuldenfrei sind. Auch Ländern außerhalb der HIPC-Initiative werden im Einzelfall Schulden erlassen.
Darüber hinaus trägt Deutschland bedeutend auch zu MDRI bei - also dem Erlass multilateraler Schulden. Diese Initiative zum Erlass der Schulden bei IWF, Weltbank und regionalen Entwicklungsbanken wurde 2005 auf dem G8-Gipfel beschlossen.
Laut IWF und Weltbank haben die Schuldenerlasse in zahlreichen HIPC-Ländern dazu geführt, dass die Ausgaben für die Armutsbekämpfung angestiegen sind. Gleichzeitig ist der Schuldendienst als Anteil der Staatsausgaben deutlich gesunken. So befinden sich viele Länder in einer finanziell stabileren Lage als noch vor einigen Jahren. Gerade während der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise ist dies sehr wichtig.
Weitere Informationen zur Verschuldung von Entwicklungs- und Schwellenländern und zum Pariser Club auf diplo.de:
Stand 23.06.2009