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Facettenreiche Kulturelle Zusammenarbeit

Goethe-Institut in Dakar Goethe-Institut in Dakar (Goethe-Institut, Dakar)

Engagement des Goethe-Instituts „Netzwerk Afrika“

Dialog braucht Sprache. Das Auswärtige Amt unterstützt das Goethe-Institut bei seinem Engagement in Afrika.

Das Goethe-Institut bietet an 10 seiner Institute in Afrika Deutschkurse und -prüfungen für Erwachsene an und unterstützt den schulischen Deutschunterricht. Die Nachfrage nach Sprachkursen ist weiterhin beachtlich. Neben sechs Goethe-Zentren in Afrika, die Deutschunterricht anbieten (Antananarivo, Maputo, Kapstadt, Windhuk, Harare und Kampala) gibt es weiterhin zwei Sprachlernzentren( Djibuti und Bafoussam). Seit April 2009 gibt es ein 3. Sprachlernzentrum des Goethe Instituts in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern in Douala.

Des Weiteren gehören dazu auch die Wiederaufnahme der Aktivitäten in Tansania und die Gründung von drei neuen Sprachlernzentren und eines neuen Instituts in Angola. Es werden außerdem vier Verbindungsbüros in Burkina Faso (Ouagadougou), Malawi (Lilongwe), Nigeria (Kano) und Ruanda (Kigali) eingerichtet.

In Anwesenheit des tansanischen Außenministers Bernhard Membe, des Präsidenten des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann und weiterer hochrangiger Gäste feierte das Institut in Daressalam nach zehnjähriger Abwesenheit offiziell den Neubeginn. Lehmann betonte zur Eröffnung das große Potenzial für eine positive deutsche Rolle in Afrika: "Die Goethe-Institute vertreten ein Land, das viel über das eigene Selbstverständnis nachgedacht hat, schon aufgrund seiner Geschichte. Dieses sensible Selbstbewusstsein trägt dazu bei, Kultur- und Bildungsarbeit glaubhaft und realistisch zu vermitteln."

Denn: Deutschlands weltweit tätiges Kulturinstitut will seine Reichweite und Sichtbarkeit in Afrika deutlich erhöhen. "Das Goethe" ist jetzt in mehr als der Hälfte der Staaten südlich der Sahara vertreten.

Ghanaische Kinder hören Radio Ghanaische Kinder hören Radio (picture-alliance/dpa)

Deutsche Welle: Bildung für alle - Bildung durchs Radio

Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts verstärkt zudem die Deutsche Welle (DW) ihr Angebot in regionalen Sprachen. Die DW arbeitet dazu mit mehr als 200 Partnersendern in Afrika zusammen.

"Ero-asoromagbesi" - ist das Wort für "Radio" im Yoruba, einer der vielen afrikanischen Sprachen. Wörtlich heißt das: „ein Ding, das redet, aber nicht auf die Antwort wartet“.

Schwerpunkte im Schulfunkprogramm "Learning by Ear", also Lernen durch Zuhören, sind die Zivilgesellschaft, Demokratisierung sowie gute Regierungsführung. Bildungsmodule von je 10-15 Minuten sind speziell auf die Bedürfnisse der Hörerinnen und Hörer zugeschnitten.

Das Programm soll rund 33 Millionen Heranwachsende erreichen, es wird unter anderem in den Sprachen Haussa, Amharisch und Suaheli ausgestrahlt.  Themen wie Globalisierung, bürgerschaftliches Engagement, aber auch die Gefahren und Präventionsmöglichkeiten von HIV/Aids werden den Jugendlichen nahe gebracht.

Botschafter Haller, Erzbischof Desmond Tutu, Dr. Bode, DAAD, Brian O'Connell bei der Eröffnung Botschafter Haller, Erzbischof Desmond Tutu, Dr. Bode (DAAD)

Universitäre Zusammenarbeit: DAAD-Fachzentren, DAAD-Stipendienprogramme

Auch die Kooperation zwischen deutschen und afrikanischen Universitäten nimmt mit der Aktion Afrika neue Formen an. Am 4. September 2008 wurde das erste Fachzentrum des DAAD für Afrika vor Studenten und Würdenträgern der Universität Daressalam eingeweiht. Im ostafrikanischen Partnerland werden nun künftig im Bereich der Rechtswissenschaften die Universität Bayreuth und die University of Dar es Salaam eng zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung rechtlicher und interdisziplinärer Ansätze, um den neuen Heraus­for­de­run­gen Afrikas in Zeiten der Globalisierung gerecht zu werden.

Das interdisziplinär ausgerichtete Programm ist auch für Studenten aus anderen ostafrikanischen Staaten interessant.

Mit der Einrichtung von universitären Fachzentren verfolgt der DAAD das Ziel, die Ausbildungsqualität und -relevanz an afrikanischen Hochschulen in ausgesuchten Fächern deutlich zu erhöhen. Außerdem sollen Forschungskapazitäten neu geschaffen und afrikanische Hochschulen und Forschungseinrichtungen miteinander, aber auch mit deutschen Partnern vernetzt werden. Dabei soll die Förderung künftiger Führungseliten eine besondere Rolle spielen. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, an den neuen Fachzentren eine zeit­gemäße und internationalen Qualitätsstandards entsprechende Ausbildung zu erhalten.

Insgesamt wurden sieben Fachzentren von einer unabhängigen Wissenschaftskommission aus einer großen Zahl von Bewerbern ausgewählt. Das Auswärtige Amt stellt für die Errichtung der Fachzentren Mittel der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik zur Verfügung. Sowohl 2008 wie auch 2009 wurden 2,5 Millionen Euro im Haushalt veranschlagt.

DAAD-Stipendienprogramm

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) vergibt für Absolventen deutscher Auslands- und Partnerschulen Vollstipendien für ein Studium in Deutschland. 122 Absolventen Deutscher Auslandsschulen haben 2008 seitens des DAAD für ein Studium an einer Universität in Deutschland ein Stipendium erhalten. Eine Absolventin aus Südafrika hat 2008 ein Stipendium für eine deutsche Hochschule erhalten. 

Der DAAD fördert auch die universitäre Deutschlehrerausbildung, Germanistik und den studienbegleitenden Deutschunterricht an diversen afrikanischen Hochschulen.

Dr. Damaris Odeny in einem Gewächshaus des MPI für Züchtungsforschung Dr. Damaris Odeny in einem Gewächshaus des MPI für Züchtungsforschung (AA, Foto: Jan Greune)

Afrikanische Studenten in Deutschland, Hochschulkooperationen und DAFI-Stipendien

Für das Wintersemester 2007/2008 sind an Hochschulen in Deutschland 15.920 Studierende aus Afrika (10.482 aus Subsahara Afrika und 5438 aus Nordafrika) verzeichnet. Mittlerweile gibt es etwa 208 Kooperationen zwischen deutschen und afrikanischen Hochschulen (ohne Maghreb) davon 91 mit Hochschulen in Südafrika.

Beispielhaft für den Export von Studiengängen ist der „Master in Development Management“ in Kapstadt in Kooperation mit der Universität Bochum. In diesem interdisziplinären englischsprachigen Studiengang sind derzeit Studierende aus Afrika, Lateinamerika und Deutschland eingeschrieben; er dient der Etablierung von deutschen Studienangeboten im Ausland.

Die Zusammenarbeit im Hochschulbereich stützt sich auch auf die Kooperation mit der deutschen Akademischen Flüchtlingsinitiative „Albert Einstein“ (DAFI).

Durch die „Aktion Afrika“ konnte die Zahl der Sur-place-Stipendien für afrikanische Flüchtlinge, zum Studium an einer Hochschule in einem afrikanischen Aufnahmeland, durch die Vergabe von Sur-place-Stipendien erhöht werden.

Deutsche Schulen und Partnerschulinitiative PASCH

Maßnahmen in den Bereichen Schule, Jugend und Sport tragen zur kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Länder bei und beziehen alle Schichten der Bevölkerungen in einen interkulturellen Dialog ein.

Ein wichtiger Faktor für die kulturelle und wirtschaftliche Präsenz Deutschlands in Afrika sind die deutschen Auslandsschulen. Sie sind in besonderer Weise geeignet, Schülerinnen und Schüler verschiedener Kulturkreise auf eine gemeinsame Zukunft vorzubereiten. Sie ermöglichen die Begegnung zwischen Gesellschaften, Kulturen und Sprachen und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der deutschen Sprache in Afrika.

Das Auslandsschulwesen mit seinen Deutschen Auslandsschulen und Schulen in den nationalen Bildungssystemen, die das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz anbieten, wird durch die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) gestärkt und erweitert. Darüber hinaus wird die Förderung von Deutsch als Fremdsprache unter der Ägide des Goethe-Instituts in den nationalen Schulsystemen nachhaltig ausgebaut.

Derzeit werden vom Auswärtigen Amt insgesamt 60 Schulen in Afrika finanziell und personell gefördert, davon konnten im Jahr 2008 46 neue Schulen für das Partnerschulnetzwerk PASCH ("Schulen: Partner der Zukunft") gewonnen werden.

Der Pädagogische Austauschdienst (PAD) baut im Rahmen der Partnerschulinitiative den Schüleraustausch und Schulpartnerschaften weiter aus. Im Internationalen Preisträgerprogramm für ausländische Schüler werden herausragende Deutschlerner gefördert und erhalten die Gelegenheit, Deutschland während eines vier-wöchigen Aufenthalts persönlich kennen zu lernen. Im Jahr 2008 wurden 93 Stipendien an afrikanische Schülerinnen und Schüler vergeben (Ägypten, Algerien, Benin, Cote d’Ivoire, Gabun, Kamerun, Kenia, Madagaskar, Marokko, Namibia, Senegal, Südafrika, Togo, Tunesien und Uganda).

Weiterhin bietet der PAD drei-wöchige Hospitationsaufenthalte an deutschen Schulen oder 2-wöchige methodisch-didaktische und landeskundliche Fortbildungskurse in Deutschland für ausländische Lehrkräfte an. 2008 haben 21 Teilnehmer/innen aus Afrika (6 aus Namibia, 15 aus Südafrika) am Fortbildungsprogramm in Deutschland teilgenommen. 25 Lehrkräfte, Lehrerfortbildungsfachleute und Bildungsexperten aus Afrika (anglophon/frankophon) nahmen 2008 beim PAD am zweiwöchigen "Europäisch-Islamischen Kulturdialog" in Bonn und Berlin teil.

Der Fokus der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ richtet sich 2009 besonders auf die Förderung der Entwicklung der Unterrichtsqualität an den Partnerschulen sowie die Vernetzung der einzelnen Schulen untereinander.

Internationale Sportzusammenarbeit

Im Rahmen der internationalen Sportzusammenarbeit, die auf den Auf- und Ausbau langfristiger sportlicher Strukturen im Hochleistungs-, Breiten- oder Behindertensport in den Partnerländern zielt, werden gemeinsam mit unseren Partnern, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dem Deutschen Fußball-Bund(DFB) unter anderem zusätzliche Langzeit- und Kurzzeitprojekte in Afrika angeboten.

Mit diesen Sportprojekten soll ein Stamm von Fachkräften im Breitensport herangebildet werden, der anschließend in der Lage ist, sein sportliches und didaktisches Können im Land weiterzugeben. Darüber hinaus werden Kurse zur Aus- und Fortbildung von afrikanischen Trainern in Deutschland angeboten; seit vielen Jahren erfolgt bereits die Entsendung deutscher Trainer nach Afrika. 

Festigung von Wandputz in den Königlichen Bädern von Meroë, Sudan Festigung von Wandputz in den Königlichen Bädern von Meroë, Sudan (AA)

Kulturerhalt

Im Rahmen seines Kulturerhalt-Programms hat das Auswärtige Amt in den vergangenen Jahren auch in Afrika eine Vielzahl von Projekten zur Bewahrung des kulturellen Erbes gefördert. Etwa 0,5 Million Euro wurde insgesamt 2008 im Kontext der „Aktion Afrika“ für rund 80 Projekte des Kulturerhaltprogramms freigegeben. In Afrika konnten durch Zuwendungen unter anderem: die Herausgabe eines Buches über Traditionen und Bräuche der Hai//om San (Buschmänner)/ Namibia; die Sicherung der Bestände des Tonarchivs der Ghana Broadcasting Corporation (GBC)/ Ghana; die Restaurierung der Rieger-Orgel in Kapstadt/ Südafrika oder Abschlussarbeiten am Museum of Modern Art in Addis Abeba/Äthiopien, unterstützt werden.

Für 2009 ist unter anderem die finanzielle Unterstützung für weitere umfangreiche Sanierungs- und Restaurationsmaßnahmen der königlichen Bäder von Meroë, Sudan geplant.

Stand 11.05.2009



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