Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


silêncio, saudade e sonho

Videoprojekt Videoprojekt (Sandrine Ribeiro)

Eine VideoTanztheater-Inszenierung auf Santiago (Kapverden) mit Profis & Laien unter der Künstlerischen Leitung der Choreografin Be van Vark (Berlin)

Es sind zehn Inseln. Nur zehn Inseln, aus Schweigen, Sehnsucht und Träumen…“

(Dina Salustio, RevueNoire 1993)

Die Performance „silêncio, saudade e sonho“schöpft ihre Inspiration und ihr Material aus der alltäglichen Realität der 30 kapverdischen Darsteller. Die äußerst poetische Inszenierung ist aus einer Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen hervorgegangen: Fragen nach dem Glück, nach Wünschen, Ängsten und Hoffnungen, nach Sehnsüchten, nach Abgründen und Schönheit – Fragen nach dem, was das nach Emigration strebende Leben auf den kapverdischen Inseln lebenswert macht.

Tanz, poetische Texte – sowohl selbst verfasste als auch Texte von kreolischen wie deutschen Autoren –, Video und Musik stehen als Ausdrucksweisen im Mittelpunkt von „silêncio, saudade e sonho“. Das choreografische Bewegungsmaterial führt dabei Zeitgenössischen Tanz mit traditionellen kapverdischen Tanz- und Musikformen zusammen – was ein völlig neuer Weg für diese afrikanischen Inseln ist. Die kapverdischen Performer, zwischen 15 und 25 Jahren alt, sind größtenteils Laien: Fischer, Schüler, Arbeitslose, junge Mütter, Fußballer. Einige von ihnen kommen auch aus bereits bestehenden Tanzensembles, beispielsweise solchen, die in der Tradition des kapverdischen Batuku-Tanzes stehen. Die Choreografie sowie die künstlerische Gesamtleitung dieses sehr lebendigen, vielseitigen Projekts lag in den Händen der Choreografin Be van Vark, die für die Produktion im November 2009 mit ihrem Berliner Team (darunter ein Filmemacher, zwei Tänzer und eine Produktionsleiterin) in Tarrafal zu Gast beim Kooperationspartner Delta Cultura war, einem Verein für interkulturelle Kommunikation auf den Kapverden.

Die täglichen Probenarbeiten von „silêncio, saudade e sonho“ wurden von allen als eine ernorm intensive und fruchtbare Zeit erlebt, während der die kapverdischen Teilnehmer den Spagat zwischen der Projektarbeit und ihren alltäglichen Verpflichtungen – sei es der Schulunterricht oder die Versorgung von Familie und Nutztieren – beeindruckend bewältigten. Zwei junge Männer aus Tarrafal (angeleitet von Alexi Papadopoulos, verantwortlich für die Videoarbeiten der Inszenierung) dokumentierten für ein Making-of diese außergewöhnliche dreiwöchige Produktionszeit.

Begeisterung wecken für zeitgenössisches Tanztheater

Mit „silêncio, saudade e sonho“ ist ein sensibles und kraftvolles Werk über die Sehnsüchte, Träume und Perspektiven der Menschen auf den Kapverden entstanden. Die Resonanz hierauf bei den Bewohnern von Santiago übertraf alle Hoffnungen. Die Produktion begeisterte Junge ebenso wie Alte für die Aufführungen - für viele war es der erste Besuch eines Theaters, das in den kulturellen Traditionen des Landes keine nennenswerte Rolle spielt. Eine Anekdote lässt vielleicht am besten die Präzision erahnen, mit der „silêncio, saudade e sonho“ einen zentralen Nerv der Kapverden getroffen hat: Bei der restlos überfüllten Premiere verschafften sich an die 40 Jugendliche Zugang zur gesperrten Galerie des Theaters, um sich das moderne VideoTanztheater anzuschauen.

Die vier Aufführungen auf Santiago Anfang Dezember 2009 in Tarrafal und der Hauptstadt Praia wurden begleitet von kleinen Workshops: einerseits mit Schülern, andererseits auch mit Raiz di Polon, der einzigen professionellen zeitgenössischen Tanzcompagnie der Kapverden. Die Einzigartigkeit von Be van Varks Konzept „tanztheater-global“, aus dem die Idee einer Produktion in Afrika hervorging, stieß auf großes Interesse bei der Kulturszene der Insel Santiago, sodass zwei zuvor nicht geplante Workshop folgten.

Als Kooperationsprojekt hat „silêncio, saudade e sonho“ neben der kulturellen Bildung und dem Festigen bestehender und Initiieren neuer kapverdischer Netzwerke die Vision der Grundsteinlegung einer Tanzausbildung, die Zeitgenössischen Tanz mit kapverdischen Traditionen verbindet.

Ein Kooperationsprojekt der tanztheater-global GbR mit dem kapverdischen Verein für interkulturelle Kommunikation Delta Cultura Cabo Verde.

Ermöglicht durch das Auswärtige Amt, Aktion Afrika, mit der Unterstützung von JugendKunst- und Kulturzentrum Schlesische27 (Berlin).

Weitere Infos:

Ausschnitte der Inszenierung und Infos zur Arbeit von Be van Vark auf www.tanztheater-global.com

Gesamte Inszenierung: www.deltacultura.org

Infos zur Arbeit des kapverdischen Kooperationspartners und Blog zu „silêncio, saudade e sonho“ auf www.deltacultura.org

Mehr zu den Kapverdischen Inseln:

Stand 04.02.2010



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt