Senegal
Mode, Sport und die afrikanische Diaspora
Die europäisch-afrikanische Ausstellung "prêt-à-partager" des ifa zeigt Modedesign und Kunst in Dakar
Mamadou Gomis
(Mamadou Gomis/ifa)
"Bereit zu teilen" ? so der deutsche Titel der Ausstellung, die ab dem 29. September in Dakar zu sehen sein wird und ein neues Ausstellungsformat des ifa einleitet.
Die Ausstellung versammelt künstlerische Arbeiten, die im November vergangenen Jahres in einem Workshop in Dakar entstanden. 17 Kunstschaffende aus Afrika und Europa kamen auf Einladung des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) im Senegal zusammen, um sich mit Fragen von Mode, Identität, Geschichte und Bewegung auseinanderzusetzen.
Ausstellung mit Fotografien, Filmen, Video-, Sound- und Rauminstallationen sowie textilen Objekten
Die Teilnehmer kamen aus den Metropolen Berlin, Hamburg, Stuttgart, London, Dakar, Douala, Johannesburg und Kinshasa.
Für Zohra Opoku, einer Modedesignerin aus Hamburg und den senegalesischen Modedesigner Ndiaga Diaw bildet Capoeira, eine brasilianische Sportart, dessen Wurzeln im westafrikanischen Ringkampf liegen, die Grundlage für ihre im Workshop entstandenen Modekreationen.
Diese nutzt die Stuttgarter Künstlerin Astrid S. Klein für ihre Inszenierungen im Stadtraum Dakar, die die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in afrikanischen Metropolen thematisieren.
Zille Homma Hamid, Boubou
(Simone Gilges/ifa)
Die in Berlin lebende Modedesignerin Zille Homma Hamid lässt sich von den Färbertraditionen westafrikanischer Mode inspirieren und kreiert ein Kleidungsstück, das sowohl Mantel als auch Gebetsteppich ist.
Nafissatou Diop ist die einzige Lingerie-Designerin Senegals. Ihre Dessous sind spannungsreiche, ästhetische Statements über Körper- und Geschlechterpolitik.
Die südafrikanische Fotografin Lolo Veleko hält in ihren Fotografien den selbstbewussten Streetstyle afrikanischer Jugendlicher fest und kommentiert somit den sozialen Wandel und die veränderte Beziehung des Individuums zur modernen, urbanen Umgebung.
Die Arbeit des kamerunischen Videokünstlers Goddy Leye thematisiert den Verlust der kindlichen Unschuld durch Phänomene wie Menschenhandel, Prostitution und vor allem Zwangsheirat.
Dies sind nur einige der Beispiele der verblüffenden und gesellschaftlich brisanten Arbeiten, die die Künstlerinnen und Künstler vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte und des Kennenlernens neuer kultureller Praktiken entwickelt haben.
Im Anschluss an die Premiere in Dakar wird die Ausstellung in West-, Ost- und Südafrika präsentiert. Die Ausstellung "prêt-à-partager" ist ein transnationaler künstlerischer Dialog über Mode, Sport, Afrika und seine Diaspora. Die versammelten Arbeiten loten auf vielfältige Weise die unterschiedlichen gesellschaftlichen und individuell bestimmten Bedeutungen und Möglichkeiten von Kleidung und Mode jenseits von Konsumgut und Wirtschaftsfaktor aus. Der Stadtraum Dakar wird hierbei zur Bühne für die Akteure einer sich ständig verändernden Welt mit fließenden Identitätskonzepten.
Ausstellung in Dakar (Senegal)
Eröffnung am Dienstag, 29. September 2009 (bis 13. Oktober 2009) um 18:30 Uhr in der Galerie Le Manège, Institut Français
Künstlergespräch am Mittwoch, 30. September 2009 um 18:30 Uhr im Goethe Institut Dakar
Das Projekt wird mit Mitteln der Aktion Afrika finanziert. Das ifa ist Partner bei der Umsetzung der Initiative Aktion Afrika des Auswärtigen Amts.
Pressekontakt:
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), Miriam Kahrmann, Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart, Tel. 0711-22 25 105, Fax 0711-22 25 131, E-Mail: kahrmann@ifa.de, www.ifa.de
Stand 02.09.2009