Plastikbilder aus Kliptown zu Ostern 2010 auf Sylt
Bild von Mbongeni Buthelezi
(Kunstraum Sylt)
Im Juni und Juli war Mbongeni Buthelezi aus Johannesburg Gast für knapp vier Wochender Stiftung kunst:raum Sylt-Quelle.
Seine Bilder, die aus dem Plastikmüll der Städte entstehen, werden weltweit gezeigt und gehandelt. Mit einer Heißluftpistole erwärmt er Fetzen von Kunststofffolie und legt den weichen Kunststoff schichtweise so auf gespannte Folie, dass der Eindruck von dick aufgetragener Ölfarbe entsteht.
In knapp 20 Jahren künstlerischer Tätigkeit hat er ebenso viele Techniken entwickelt, den Abfall aus dem Supermarkt in Alltagsszenen aus Soweto, Musikerporträts oder Kinderheitserinnerungen zu verarbeiten.
Bild von Mbongeni Buthelezi
(Kunstraum Sylt)
Auf Sylt arbeitete Buthelezi diesmal an Werken für eine gemeinsame Ausstellung mit dem Fotografen Peter Bialobrzeski, Professor an der Hochschule für Künste, Bremen.
Bialobrzeski war als Stipendiat des jozi art:lab in Johannesburg gewesen, der südafrikanischen Dependance des kunst:raum sylt quelle. Dort hatte er Wohnungen in Kliptown fotografiert, dem ältesten Teil des früheren Townships Soweto. Diese Fotos nimmt Mbongeni Buthelezi als Grundlage für eine neue Bilderserie. Die Ausstellung mit den Fotos und den Plastikbildern aus Kliptown soll zu Ostern 2010 im kunst:raum sylt quelle gezeigt werden. Indra Wussow kuratiert eine Doppelausstellung mit Bildern aus Kliptown von Peter Bialobrzeski und Mbongeni Buthelezi.
Buthelezi, geboren 1965 in Johannesburg, kannte die nordfriesische Insel bereits von früheren Stipendienaufenthalten in Rantum.
Der Aufenthalt von Buthelezi und weiterer südafrikanischer Stipendiaten auf Sylt wurde aus Mitteln der Aktion Afrika finanziert.
MBONGENI BUTHELEZI
(jozi art lab)
Interview mit MBONGENI BUTHELEZI
Ein ganz schöner Haufen Plastikzeug hier - wie kommt das denn aufs Bild?
Das geht ganz schnell. Guck hier, ich halte es nur kurz vor die Heißluftpistole, dann ist es weich und ich kann es einfach auflegen, wo es farblich passt. Inzwischen weiß ich genau, wie die Farben sich durch die Hitze verändern. Dieses Orange zum Beispiel wird braun, fast ein bisschen lila.
Nach fast 20 Jahren künstlerischer Arbeit ist das Plastik immer noch Dein Material. Warum?
Am Anfang war es die schiere Not. Heute könnte ich mir teure Leinwand und Ölfarben leisten. Aber der Kunststoff hat schon seine Bedeutung. Ich sammele Material, das als wertlos gilt, und versuche, etwas Sinnvolles daraus zu machen. Die Botschaft ist: Schaut mal, man kann auch mit ganz wenig sehr weit kommen. Und überhaupt wird die Welt doch immer plastikmäßiger. Kreditkarten an Stelle von Geld. Und nicht zu vergessen die verschiedenen künstlichen Masken, mit denen wir uns in unseren vielen Rollen im Laufe eines Tages präsentieren.
Woran hast Du auf Sylt gearbeitet?
An einigen organisatorischen Sachen rund um die große Ausstellung meiner Werke, die jetzt in Pretoria hängt und dann noch nach Kimberley reist, nach Port Elizabeth, Durban, Johannesburg und vielleicht ins Ausland. Und dann an einem Projekt mit dem Fotografen Peter Bialobrzeski. Er hat, als er in Johannesburg war, in Hütten in Kliptown fotografiert, und ich setze die Bilder jetzt in meiner Technik um.
Mehr Informationen zu Südafrika auf diplo.de:
Stand 03.09.2009