Namibia
STAGINGS MADE IN NAMIBIA
Stagings made in Namibia
(Stagings made in Namibia)
STAGINGS MADE IN NAMIBIA ist eine kollektive Versuchsanordnung.
Präsentiert werden die Bilder von 124 Fotografinnen und Fotografen aus dem seit 1990 vom südafrikanischen Apartheidregime unabhängigen Namibia, der ehemaligen Siedlungskolonie „Deutsch-Südwest“.
Arbeiter, Arbeitslose, Archivare, Barfrauen, DJs, Drag Queens, Erzieher, Farmer, Fotografiestudenten, Immigranten, Journalisten, Karnevalisten, Künstler, Lehrer, Obdachlose, Schauspieler – Menschen aus unterschiedlichen Lebenszusammenhängen haben diese Fotografien für ein namibisches wie deutsches Publikum aufgenommen.
Wie in einem Stille-Post-Spiel wurden 2007 und 2008 Einweg- und Billigkameras an all jene verteilt, die mitmachen wollten: von Windhoek über die Waterberg- und die im Norden gelegene Kavangogegend, das westliche Arandis und Swakopmund bis zum östlichen Aminuis Corridor bei Gobabis und Lüderitz im Süden. Dabei ist das Projekt zunächst einmal „charmant entgleist“ (Gesine Krüger).
Vor dem Hintergrund des von der deutschen Schutztruppe 1904 bis 1908 begangenen Genozids und der seit dem Gedenkjahr 2004 verstärkt diskutierten Reparationsfrage stand anfangs das Interesse am visuellen Nachleben einer geteilten Kolonialgeschichte und an unterschiedlichen namibischen Vorstellungen von Deutschsein im Vordergrund.
Demgegenüber haben viele Fotografinnen und Fotografen einen Einstellungswechsel vorgenommen: Aus immer wieder anderen Blickwinkeln haben sie inszenierte Bilder ihres Alltags gemacht und die Fotografierten als Akteure ins Bild gesetzt.
Oftmals erinnern die aus etwa 5000 Aufnahmen ausgewählten Bilder an Theaterfotos oder Film Stills. Indem sie ihren Inszenierungscharakter ausweisen, unterscheiden sie sich von den vermeintlich authentischen Postkartenmotiven oder Effekt heischend komponierten Armutsbildern, die die visuellen Darstellungen Namibias zumindest in Deutschland prägen. Dabei provozieren sie vor allem dort, wo uns die Fotografierten ins Visier nehmen, zu einer Lektüre, die die Differenz zwischen Bildproduktion und nachträglichem Betrachten reflektiert. Anstatt die Aufnahmen schlicht als repräsentative Abbilder einer nachkolonialen Wirklichkeit begreifen zu können, ist man zur weiteren Recherche herausgefordert. Die Fotografien werden zunächst im Berliner Bethanien vorgestellt und dann in der National Art Gallery of Namibia (Windhoek) gezeigt.
Ausstellung, Bethanien/Kapelle (Berlin)
28. März – 19. April 2009
Eröffnung: 27. März 2009, ab 19 Uhr
Öffnungszeiten Di – Fr 14 – 19 Uhr
Sa/So/Feiertags 12 – 19 Uhr
in Kooperation mit dem
Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien
Mariannenplatz 2, D–10997 Berlin
Tel: 030 - 902 98 14 55
Kunstraum Kreuzberg
Ausstellung, National Art Gallery of Namibia (Windhoek)
25. August – 25. September 2009
Öffnungszeiten Di – Fr 8 – 17 Uhr
Sa 9 – 14 Uhr
John Meinert Street/Robert Mugabe Avenue
Windhoek, Namibia
National Art Gallery of Namibia
Die Ausstellung in Berlin wird vom Hauptstadtkulturfonds, die Ausstellung in
Windhoek von der Aktion Afrika und das Symposion von der Bundeszentrale für
politische Bildung gefördert.
Weitere Informationen zu Namibia auf diplo.de:
Stand 30.03.2009