Angola
Staatssekretär Ammon besucht Angola: lebendiger und partnerschaftlicher Dialog
Eröffnung des Goethe-Instituts, vlnr: GI-Präsident Lehmann, Institutsleiter GI Angola Stefan Hüsgen, Vize-Kulturminister Kandjimbo, StS Ammon
(Katharina Wilhelm)
Ein neues Goethe -Institut und eine verbesserte Flugverbindung nach Deutschland - Staatssekretär Peter Ammon konnte bei seinem Besuch in Luanda konkrete Fortschritte für die vertiefte Zusammenarbeit von Angola und Deutschland besichtigen. Bei der Eröffnung des Goethe-Instituts sagte Ammon: "In diesem Jahr ist es gelungen, ein festes Fundament für unsere Zusammenarbeit zu gießen."
Deutschland und Angola wollen ihre wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit weiter vertiefen. Zusammen mit dem Präsidenten des Goethe-Instituts Prof. Lehmann und dem angolanischen Vize-Kulturminister Kandjimbo eröffnete Ammon das neue Haus in Luanda.
Neues Goethe-Institut
Das Institut sei "ein weiterer Meilenstein für die Beziehung zwischen unseren Ländern," so Ammon.
Neben Sprachkursen bietet das Goethe-Institut ein reiches Kulturprogramm an, das Deutschland in seiner ganzen Vielfalt zeigt. Eine erste Ausstellung soll anlässlich des Jubiläums "20 Jahre Mauerfall" gezeigt werden: ORTSZEIT von Stefan Koppelkamm stellt Fotos aus dem Jahr 1990 neben Aufnahmen von 2000 und 2002.
Deutsch-angolanischer Buddy Bear, der der Kulturministerin übergeben wurde
(Andreas Maier)
Der Staatssekretär gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das neue Institut nicht nur "typisch Deutsches" zeigen werde, sondern auch Unerwartetes und Ungewöhnliches - was Deutschland nicht minder kennzeichne.
Darüber hinaus übergab der Staatssekretär einen sogenannten Buddy Bear, der von dem Künstler Andreas Bitter gestaltet wurde. Ammon:"Dieser Bär ist ein spezieller deutsch-angolanischer Bär, Sie finden darauf Ihren berühmten „Pensador“ genauso wie unsere deutschen Symbole."
Ein offizieller Besuch des angolanischen Staatspräsidenten dos Santos in Berlin im Februar 2009 hat die Beziehungen vertieft. Im Rahmen des Besuchs wurde ein Abkommen über die Zusammenarbeit im Bereich Kultur, Bildung und Wissenschaft unterzeichnet. Mit der Eröffnung des Goethe-Instituts wird das Abkommen bereits mit Leben gefüllt.
Kontakt auf Augenhöhe
Zahlreiche politische Kontakte runden den Besuch des Staatssekretärs ab. Er trifft unter anderem mit der Kulturministerin Martins da Cruz e Silva, Außenminister Asuncao dos Anjos und Vize-Wirtschaftsminister Job Graça zusammen.
Ammon zeigte sich beeindruckt von der Leistung des Wiederaufbaus der letzten sieben Jahre. Angola sei daran interessiert, seine Wirtschaft und seine politischen Kontakte zu diversifizieren. Mit Deutschland besteht noch aus Zeiten der DDR eine enge Verbundenheit. Deutschland wolle mit Afrika auf gleicher Augenhöhe in Kontakt treten. Dazu hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die "Aktion Afrika" gestartet.
Mehr zur Aktion Afrika lesen Sie hier:
Der Leiter des Goethe-Instituts in Angola, Stefan Hüsgen, begrüßt seine Gäste im neu eröffneten Institut
(Katharina Wilhelm)
Wirtschaftliche Beziehungen vertiefen
Angereist war Ammon mit dem Jungfernflug der Lufthansa für eine verbesserte Verbindung nach Deutschland. Der zuständige Bereichsvorstand der Lufthansa begleitete ihn. Künftig bietet die Fluggesellschaft zweimal pro Woche einen Flug nach Deutschland an. Auch dies Zeichen für das Interesse an vertieften Beziehungen. Beide Seiten sind zudem bereits im konkreten Dialog über den Abschluss eines Luftverkehrsabkommens und haben sich jetzt auf bilaterale Verhandlungen im November geeinigt.
Ammon brachte eine Wirtschaftsdelegation aus der Bauwirtschaft, dem Energiebereich und des Ingenieurwesens mit, die mögliche Projekte mit dem Land im südwestliche Afrika ausloten will.
Die Beendigung des Bürgerkrieges in Angola Anfang 2002 hat zu einer zunehmenden nachhaltigen Konsolidierung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geführt. Die Entwicklung der deutsch-angolanischen Wirtschaftsbeziehungen gewinnt zunehmend an Dynamik. Deutschland exportierte 2008 Waren im Wert von 356 Millionen Euro nach Angola, die Importe betrugen 445 Millionen Euro.
Mehr zur wirtschaftlichen Lage in Angola finden Sie hier:
Angola. 17 Millionen Menschen leben in dem Land an der Küste im Südwesten Afrikas. In der Hauptstadt Luanda leben rund 5 Millionen Menschen. Die ehemalige portugiesische Kolonie ist kulturell vielfältig. Neben Portugiesisch gibt es noch eine Reihe weiterer Amtssprachen: Umbundu, Kimbundu, Kikongo, Tchokwe, Ngangela,Oshiwambo (Kwanyama, Ndonga), Otjiherero. Seit dem Ende des langjährigen Bürgerkriegs 2002 ist das Land auf dem Wege der Konsolidierung. Angola ist Partnerland der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Interessant: Mehr als 2000 Angolaner haben in der DDR studiert oder sind dort zu Fachkräften ausgebildet worden.
Mehr zu Angola finden Sie bei den Länderinformationen auf diplo.de:
Stand 15.06.2009