Afrika in der Deutschen Außenpolitik: Chancen nutzen - eigenverantwortliches Handeln stärken
Köhler in Ruanda
(picture-alliance/dpa)
Die deutsche Afrika-Politik ist wertebasiert: Achtung der Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, friedliche Beilegung von Streitigkeiten sind die Grundsätze. Gleichzeitig hat Deutschland klar definierte Interessen: Als große Exportnation ist Deutschland auf ein funktionierendes, sicheres Welthandeslssystem angewiesen. Das setzt Frieden, Sicherheit und Stabilität voraus.
Diese Leitbilder bündelt das Auswärtige Amt in einer berechenbaren Afrika-Politik, bilateral wie im Rahmen von Europäischer Union oder Vereinter Nationen.
Afrika ist im Aufbruch - zahlreiche Entwicklungen belegen das:
- Afrikas Bruttosozialprodukt pro Kopf liegt mit über 1.000 US-Dollar pro Jahr höher als das mancher G20-Mitgliedsländer.
- Der Kontinent ist sicherer geworden. Trotz der fortbestehenden Konfliktregionen, wie Sudan/Tschad, Kongo und dem Horn von Afrika, ist in weiten Teilen des Kontinents Stabilität eingekehrt.
- Demokratie und freie Wahlen gewinnen immer mehr Anhänger: In Meinungsumfragen in 20 Staaten sprechen sich konstant 70 % der Befragten für die Demokratie als gewünschter Staatsform aus.
- Der Gedanke der Eigenverantwortlichkeit gewinnt immer mehr Anhänger. Der "African Peer Review Mechanism" (auf deutsch etwa: Afrikanischer Mechanismus der gegenseitigen Evaluierung) ist ein mutiges Experiment, das die Regierungen zur Ehrlichkeit zwingt bei der Bewertung ihrer Leistungen.
Deutschland stellt sich diesen Entwicklungen und versucht die Chancen, die sich daraus ergeben, zu nutzen: Neue Mittel in Höhe von 110 Millionen Euro werden 2008 und 2009 für die Themenfelder Krisenprävention, Krisenbewältigung, Rechtsstaatlichkeit, Demokratisierung, polizeiliche Zusammenarbeit und Sicherheitsstrukturen in Afrika verwendet.
Mit der "Aktion Afrika" stärkt das Auswärtige Amt das deutsche kulturelle Engagement in Afrika. Seit 2008 flossen rund 40 Millionen Euro in Projekte der "Aktion Afrika".
Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zu den verschiedenen Aspekten der deutschen Afrika-Politik.
EU-Afrika-Gipfel 2007
(picture-alliance/dpa)
Doppelter Ansatz
Afrika spielt für die deutsche Außenpolitik eine besondere Rolle - nicht nur während der deutschen EU-Präsidentschaft in der ersten Hälfte des Jahres 2007 oder der deutschen G8-Präsidentschaft 2007. Dabei war und ist die afrikanische Eigenverantwortung ein Schlüsselbegriff; Solidarität mit Afrika und Krisenprävention sind nur unter Berücksichtigung dieser Eigenverantwortung langfristig wirksam.
Dieser Grundsatz - Hilfe ja, aber unter starker Einbeziehung afrikanischer Eigenverantwortung - gilt auch für die Beziehungen der EU zu Afrika: Im Rahmen der Gemeinsamen EU-Afrika-Strategie und darüber hinaus pflegt Deutschland einen engen Dialog mit den Staaten Afrikas zu Sicherheitsfragen - innerhalb, aber auch außerhalb Afrikas. Deutschland steht der Afrikanischen Union zur Seite, indem Fähigkeiten zur Führung von Friedenseinsätzen gestärkt und Kapazitäten zum afrikanischen Krisenmanagement aufgebaut werden.
All' die genannten Elemente werden von den Afrika-Leitlinien des Auswärtigen Amtes aufgegriffen und in ihnen zusammengefasst. In der Randbox finden Sie den vollständigen Text der Leitlinien zum download.
Stand 21.10.2009