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Deutsches Engagement in Nordafghanistan  (Kundus, Faisabad und Mazar-e-Sharif)

Einsatz zur Sicherheit auf den Straßen

Deutschland hat zwei regionale Wiederaufbauteams im Norden des Landes unter dem Mandat der internationalen Schutztruppe ISAF eingerichtet. Die sogenannten PRTs in Kundus und Faisabad haben jeweils eine zivile und eine militärischen Komponente. In Mazar-e-Sharif  stellt Deutschland den "Regionalkommandeur Nord".

Ziel des Wiederaufbaus in Afghanistan ist dauerhafter Friede, wirtschaftliche Stabilität und ein verantwortungsbewusstes Staatswesen. Es geht darum, der afghanischen Bevölkerung im ganzen Land zu helfen, konkret ihre Lebensbedinungen zu verbessern.

Dabei ist es wichtig, die Entwicklung nicht nur in der Hauptstadt Kabul, sondern im ganzen Land voranzubringen. Deutschland hat die Verantwortung übernommen, besonders im Norden des Landes den Wiederaufbau abzusichern und voranzutreiben.

Regionale Wiederaufbauteams

Zur Zeit sind insgesamt 25 regionale Wiederaufbauteams (Provincial Reconstruction Teams, PRTs) unter NATO/ISAF Führung in Afghanistan tätig. Die PRTs stellen ein krisenpräventives politisches Instrument in einem schwierigen Umfeld dar. Durch ihren ganzheitlichen, zivile und militärische Elemente umfassenden Ansatz stärken sie die Autorität der Zentralregierung in den Provinzen und fördern Stabilisierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen im Land.

Deutsche Wiederaufbauteams in Kundus und Faisabad

Bereits 2003 hat Deutschland in Kundus ein Wiederaufbauteam eingerichtet. Ein weiteres PRT wurde Anfang September 2004 in Faisabad, im äußersten Nordosten des Landes eröffnet. Die deutschen PRTs bestehen jeweils aus einer zivilen (Diplomaten, Polizeiausbilder und Wiederaufbauhelfer) sowie einer militärischen Komponente. Schließlich leitet Deutschland seit 23. Februar 2008 ein dauerhaftes regionales Beraterteam (Provincial Advisory Team, PAT) in Taloqan.

Mit der militärischen Komponente soll das für die Wiederaufbaubemühungen notwendige Klima der Sicherheit geschaffen werden. Die Bundeswehr beteiligt sich laut Beschluss des Bundestags (zuletzt vom 12. Oktober 2007) an der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan mit bis zu 3.500 Soldatinnen und Soldaten, die in Kabul und in der Nordregion eingesetzt werden.

Einweihung einer kleinen Brücke südlich von Kundus

Aufgaben der Wiederaufbauteams

Im Rahmen des zivilen Engagements unterstützt Deutschland vor Ort Wiederaufbaubemühungen von staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen. Schwerpunkt ist die Schaffung von Strukturen, die Afghanistan nachhaltig auf die Beine bringen können. So unterstützt Deutschland beispielsweise den Bau von Schulen, Straßen und Polizeistationen. Darüber hinaus ist die medizinische Versorgung ein weiterer Schwerpunkt. Deutschland baut in Balkh ein durch einen Brand zerstörtes Krankenhaus wieder auf, das für die Versorgung der Bevölkerung im Norden von großer Bedeutung ist. Deutsche Polizeiberater unterstützen den Polizeiaufbau.

Grundsteinlegung zur Renovierung der Takharistan-Moschee in Kundus

Deutsche Führung des Regionalkommandos Masar-e-Sharif

Am 1. Juni 2006 hat Deutschland im Rahmen der NATO-geführten internationalen Schutztruppe ISAF das Regionalkommando im Norden Afghanistans übernommen. Der "Regionalkommandeur Nord" in Mazar-e-Sharif führt die militärischen Anteile der fünf Wiederaufbauteams in der Nordregion  ( Deutschland – Faisabad, Deutschland – Kundus, Ungarn – Pol-e Khomri, Schweden – Masar-e Sharif, Norwegen – Meymanah). Für die Koordination der zivilen Anteile steht ihm ein Beamter des Auswärtigen Amtes als so genannter "Ziviler Beauftragter" zur Seite.

Deutsches Engagement in Herat

In der Provinzhauptstadt Herat existierte von Ende November 2003 bis 2005 eine Außenstelle der Botschaft Kabul. Seit Ende 2005 werden deutsche Projekte in Herat von Kabul aus betreut.

Im Rahmen der engen, arbeitsteiligen Zusammenarbeit der Internationalen Gemeinschaft in Afghanistan übernahm im Sommer 2005 Italien die Verantwortung für die Region Herat, indem es dort ein PRT und den Regionalkommandeur West einrichtete.

Stand 10.09.2008

Zusatzinformationen:

CIMIC

Schulzelte

Hinter dem Kürzel CIMIC verbirgt sich die zivilmilitärische Zusammenarbeit der Bundeswehr im Ausland. Das Foto zeigt den Aufbau von Schulzelten in Afghanistan durch CIMIC

 

Auf Posten in Kundus 

Peter Ptassek, Ziviler Leiter PRT Kundus

Peter Ptassek (47) war von Juli 2008 bis April 2009 Leiter des zivilen Teils des PRT (Ziviles Wiederaufbau-Team) in Kundus in Afghanistan. Im Gespräch mit diplo.de beschreibt er seine Erfahrungen. Dazu: eine Bildergalerie mit Impressionen aus dem Norden Afghanistans.

In Kundus

Neue Betten für ein Mädcheninternat in Kundus

Einem Mädchen-Internat in Kundus werden neue Betten übergeben

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