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Wiederaufbau und Sicherheit - Deutschlands Engagement in Afghanistan

Straßenszene in Kabul © AA/Winkler Straßenszene in Kabul (© AA/Winkler)

Afghanistan darf nicht wieder zum Rückzugsraum für internationale Terroristen werden. Deshalb helfen Deutschland und die internationale Gemeinschaft Afghanistan, ein stabiles Land zu werden, in dem die Menschen sicher leben können und selbst über ihre Zukunft bestimmen. Unser Engagement dort dient in gleichem Maße deutschen, internationalen und afghanischen Interessen.

Warum sind wir in Afghanistan?

Die internationale Gemeinschaft hat in Afghanistan interveniert, um die Gewaltherrschaft der Taliban zu beenden. Die Machthaber hatten das Land zu einer Drehscheibe des internationalen Terrorismus gemacht: Die Anschläge vom 11. September 2001 sind in Afghanistan geplant worden. Das damalige Regime hat Menschenrechte in schlimmster Art und Weise missachtet. Hinrichtungen wurden als öffentliches Spektakel inszeniert. Im täglichen Leben wurden die Bürger gegängelt und drangsaliert. Frauen und Mädchen hatten praktisch keinen Zugang zu Bildung, Berufen oder medizinischer Versorgung. Selbst alltägliche Vergnügungen waren untersagt: der Volkssport des Drachensteigens war verpönt und das Hören von Musik verboten.

Afghanistans geographische Lage war immer Fluch und Chance zugleich – eine Drehscheibe zwischen Russland im Norden und dem Indischen Subkontinent im Süden, zwischen Iran im Westen und China im Osten. Wir unterstützen Afghanistan dabei, ein Stabilitätsfaktor in dieser schwierigen Region zu werden.

Was haben wir versprochen?

Es geht nicht darum, Afghanistan unsere eigenen Maßstäbe überzustülpen. Das Land muss seinen eigenen Weg gehen. Doch wir müssen den Afghanen so lange helfen, bis sie selbst in der Lage sind, das Land nach ihren eigenen Vorstellungen friedlich weiterzuentwickeln. Dazu haben wir zusammen mit der afghanischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft messbare Ziele für die Bereiche Sicherheit, Rechtsstaat und wirtschaftliche Entwicklung festgelegt.

Alltag in Afghanistan Alltag in Afghanistan

Was haben wir erreicht?

Seit dem Ende der Taliban-Herrschaft im Jahr 2001 haben wir schon große Fortschritte gemacht: Über sechs Millionen Jungen und Mädchen gehen wieder zur Schule. Die Wirtschaft wächst, die Märkte funktionieren. Die medizinische Versorgung hat sich stark verbessert, die Kindersterblichkeit ist gesunken.

Doch für viele Afghanen vollzieht sich der Wiederaufbau nicht rasch genug. In Teilen des Landes finden sich wieder Kräfte zusammen, die die Menschen in religiös verbrämter Unfreiheit verharren lassen wollen. Die Terroristen ermorden regierungstreue Beamte, Lehrer, Ärzte und Sicherheitsbeamte. Sie wollen durch ihre Aktionen die Bevölkerung einschüchtern und die Handlungsfähigkeit der Regierung einschränken. Mit Anschlägen gegen Ausländer versuchen sie gezielt, unsere Unterstützung für den Einsatz in Afghanistan zu untergraben. Sie wollen von Afghanistan aus den Terror wieder in die Welt und auch zu uns tragen. Dies darf ihnen nicht gelingen.

Anti-Drogen-Plakat in Faisabad, ©AA/Schindelarz Anti-Drogen-Plakat in Faisabad, Titel "Du hast die Wahl"  (AA/Schindelarz)

Wie lange müssen wir noch bleiben?

Wir werden so lange bleiben, bis sichergestellt ist, dass Afghanistan nicht mehr zu einem Land werden kann, aus dem uns Gefahr droht. Deshalb unterstützt die internationale Gemeinschaft den zivilen Wiederaufbau. Sie hilft Afghanistan dabei, mit seinen Nachbarn eng zu kooperieren und so Stabilität in der Region zu schaffen. Und sie arbeitet daran, die afghanischen Sicherheitskräfte in die Lage zu versetzen, eines Tages selbst für die Sicherheit im Land zu sorgen. Deutschland engagiert sich besonders im Aufbau einer zivilen Polizei, die effizient arbeitet und der die Bürger Afghanistans vertrauen.

Soldaten allein können keinen Frieden bringen. Doch der militärische Einsatz dient dem Wiederaufbau. Die Soldaten stabilisieren die Lage und schützen zivile Helfer. Natürlich werden wir auch weiterhin ständig überprüfen, ob wir die richtige Mischung aus zivilen Projekten und notwendiger militärischer Absicherung haben.

Die Menschen in Afghanistan haben die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die demokratisch gewählte Regierung arbeitet hart an diesem Ziel - wir unterstützen sie dabei. Der Wiederaufbau verlangt viel: Engagement, Augenmaß und Geduld. Doch der Einsatz lohnt.

Stand 21.08.2007

Zusatzinformationen:

Dokumente

Broschüren zum Thema

Afghanistan - Wiederaufbau konkret

Auswärtiges Amt 

Schlaglichter zum deutschen Engagement in Afghanistan, ein Kompendium mit Beiträgen zu Wiederaufbauprojekten in Afghanistan (33 Seiten,  215g)

Frieden und Entwicklung in Afghanistan - Sicherheit für uns

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
August 2008

(52 Seiten; 135 g)



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