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Deutsche Hochschulen im Ausland

Die Bundesregierung unterstützt die Entwicklung deutscher Studienangebote und die Gründung von Hochschulen nach deutschem Modell im Ausland. Sie kann den Anschub solcher Projekte im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel mit ihrem Förderinstrumentarium im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Programms "Deutsche Studienangebote im Ausland" über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) fördern.

DAAD: Deutsche Studienangebote im Ausland

Die geförderten Einrichtungen müssen sich auf Dauer selbst, zum Beispiel durch Studiengebühren, private Drittmittel, Sponsoring der Wirtschaft – auch der deutschen Firmenrepräsentanzen – vor Ort, staatliche Unterstützung des Sitzlandes, finanzieren.

Ägypten: Deutsche Universität Kairo / German University Cairo (GUC)

Die deutsche Universität Kairo (GUC) ist eine private ägyptische Universität mit den Schwerpunkten Ingenieurswissenschaften, angewandte Naturwissenschaften und technisch orientiertes Management. Die von ägyptischen Investoren finanzierte Privatuniversität startete im Oktober 2003 ihren Lehrbetrieb.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die GUC. Die Studiengänge bauen auf deutschen Curricula auf. Die Universitäten Ulm und Stuttgart stehen ihr als Partner zur Seite. Sie gewährleisten die Qualität der Lehrinhalte und der Abschlüsse, die in Deutschland anerkannt werden. Beide Hochschulen werden dabei vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unterstützt. 

Die Zahl der Studierenden im Jahr 2008/2009 liegt bei über 6.000. Die Studiengänge orientieren sich an neuen Berufsfeldern und vermitteln eine praxisorientierte Ausbildung. 

An der German University in Cairo lehren ägyptische und deutsche Dozentinnen und Dozenten, die in Deutschland ausgebildet wurden. Unterstützt werden sie von deutschen Gastprofessoren. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Deutsch wird ebenfalls unterrichtet, um die Studierenden auf Studienaufenthalte in Deutschland und Praktika in deutschen Unternehmen vorzubereiten. Die GUC ist eines von 29 Vorhaben des Programms "Export deutscher Studienangebote", für das vom BMBF erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt worden sind.

German University in Cairo

China: Chinesisch-Deutsches Hochschulkolleg (CDHK) in Shanghai 

Eines der umfangreichsten und ambitioniertesten deutschen Hochschulprojekte in China ist das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg (CDHK) an der Tongji-Universität in Shanghai.

Die Tongji-Universität wurde 1907 als „Shanghai Deutsche Medizinschule“ von dem deutschen Arzt Erich Paulun gegründet. 1998 wurde das CDHK als Gemeinschaftseinrichtung des DAAD und der Tongji-Universität in Shanghai eröffnet und bietet ein praxisnahes und industrienahes Studium nach deutschem Vorbild.

Deutsche Projektpartner sind der DAAD, die TU Berlin, Ruhr-Universität Bochum, Humboldt-Universität Berlin, TU München sowie Top-Unternehmen der deutschen Wirtschaft

Für die zweisprachigen Masterstudiengänge Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsrecht liegen die Studiengebühren bei jährlich ca. 500 Euro für einen Deutschkurs und weitere 500 Euro für den Master-Kurs (gestaffeltes System der Tongji-Universität mit leistungsabhängigen Gebührenbefreiungen). Momentan liegt die Studierendenzahl bei 300 Studierenden. Bis 2010 wird eine Studierendenzahl von 500 angestrebt.

Die Unterrichtssprache ist überwiegend Chinesisch, die Studentinnen und Studenten werden jedoch ausnahmslos von Dozenten unterrichtet, die in Deutschland studiert oder promoviert haben. In jedem Fachsemester sind zwei Wochen Blockvorlesungen deutscher Professoren in deutscher Sprache vorgesehen. Ein Doppelmaster-Programm mit der TU München läuft seit mehreren Jahren erfolgreich; in Zukunft sollen entsprechende Programme auch mit der Ruhr-Universität Bochum und der TH Aachen aufgelegt werden.

Chinesisch-Deutsches Hochschulkolleg (CDHK) in Shanghai

Indonesien: Swiss German University in Jakarta

Die private Swiss German University (SGU) wurde im Jahr 2000 als Gemeinschaftsprojekt mit deutschen, österreichischen, schweizer und indonesischen Partnern gegründet. Mit mittlerweile 1.000 Studierenden arbeitet die erste indonesische Hochschule unter ausländischer Führung erfolgreich. Sie befindet sich im German Center Indonesia in der neuen Satellitenstadt Bumi Serpong Damai bei Jakarta. Die Studiengänge (Ingenieur, Wirtschafts-, Natur- und Sozialwissenschaften und Recht) beinhalten zwei Praxissemester, von denen eines in der Regel in Deutschland absolviert wird. Die Studiengänge schließen nach acht Semestern mit dem Bachelor ab, in einzelnen Bereichen folgt ein Masterprogramm. Studenten im Bachelorbereich erhalten neben dem indonesischen akademischen Grad auch eine deutsche Urkunde der Hochschulen Konstanz und Südwestfalen. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Ilmenau wird die Möglichkeit zur Promotion angeboten.

Das Projekt wurde in privater Initiative gegründet und trägt sich selbst. Der DAAD unterstützt das Projekt durch Kurzzeitdozenturen.

Deutsche Partner der SGU sind die TU Ilmenau, die Fachhochschulen Konstanz, Soest, Erfurt, Albstadt-Sigmaringen, Offenburg, Mittweida, Brandenburg, Osnabrück und die Klinik Kloster Paradiese in Soest.

Paul Freiherr von Maltzahn, Deutscher Botschafter in Indonesien, ist Vorsitzender des Stiftungsrats der SGU.

Swiss German University

Jordanien: Deutsch-Jordanische Universität / German Jordanian University (DJU)

Die German Jordanian University (GJU) hat den Studienbetrieb zum Wintersemester 2005/2006 auf dem Campus der Royal Scientific Society in Amman als vorläufigem Standort aufgenommen (endgültiger Standpunkt: Madaba). 

Die German Jordanian University ist eine praxisorientierte staatliche Hoch­schule mit starker Beteiligung der Wirtschaft nach deutschem Modell. Den Studierenden soll in industrie- und arbeitsmarktorientierten Studien­gängen wie Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften ein vierjähriger B.A.-Abschluss ermöglicht werden. Die GJU bietet englischsprachige Studiengänge mit den Abschlüssen B.Sc., M.Sc. und MBA an. Alle Studierenden erlernen von Beginn ihres Studiums an intensiv die deutsche Sprache. Die Studierenden verbringen ein Studienjahr in Deutschland, in dessen Verlauf neben einem Semester an einer deutschen Fachhochschule ein Industrie­praktikum vor­gesehen ist. 

Von deutscher Seite wird das Projekt vor allem durch Know-How-Transfer mithilfe einer großzügigen Finanzierung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über das Studienexportprogramm des DAAD unterstützt. Die Hauptfinanzierung des Projekts wird von jordanischer Seite gesichert. 

Seit dem Wintersemester 2006/07 werden 16 Studiengänge, einschließlich Masterstudiengang „Deutsch als Fremdsprache“, angeboten. Der Partner der von deutscher Seite auch mit Bundesmitteln geförderten staatlichen Universität in Jordanien ist die Fachhochschule Magdeburg-Stendal. 

Pro Studiengang und –jahr werden bis zu 40 Bewerber zugelassen. Der jähr­liche Zuwachs an Studierenden hängt vom Aufbau neuer beziehungsweise ergänzender Studienangebote ab. Im WS 2008/2009 studierten etwas 1.200 Studierende an der GJU, bei Vollbetrieb werden 5.000 Studierende erwartet.

German Jordanian University - Deutsch-Jordanische Fachhochschule

Kasachstan: Deutsch-Kasachische Universität (DKU) in Almaty

Die DKU wurde 1999 auf private Initiative von kasachischen und deutschen Lektoren in Almaty mit dem Ziel der Ausbildung von Fachkräften nach deutschem Vorbild gegründet. Träger der privaten DKU ist der gemeinnützige „Fonds für deutsch-kasachische Zusammenarbeit in der Ausbildung“.

Die russisch- und deutschsprachige Lehre orientiert sich an deutschen Studienordnungen und berücksichtigt auch kasachische staatliche Bildungsstandards. In 2007 konnten erste Studiengänge nach deutschem Vorbild eingeführt werden. Deutsche Projektpartner sind das Internationale Hochschulinstitut Zittau sowie ein Konsortium aus sechs weiteren Fachhochschulen.

Das Auswärtige Amt und das kasachische Ministerium für Bildung und Wissenschaft unterstützen die Universität.

Etwa 425 Studierende sind in sechs Fakultäten eingeschrieben. Zu den innovativen Bachelorstudiengängen gehören Energie- und Umwelttechnik, Telematik und Verkehrslogistik. Es existieren die Masterstudiengänge Internationales Unternehmensmanagement und Regionalstudien: Zentralasien. In 2010 werden die ersten Studierenden zwei Semester an deutschen Partnerhochschulen studieren und damit die Möglichkeit haben, ein deutsch-kasachisches Doppeldiplom zu erhalten.

Die Studiendauer beträgt im Bachelorstudiengang acht Semester, im Masterstudiengang vier Semester.

Deutsch-Kasachische Universität (DKU) in Almaty

Korea: German School of Music Weimar (GSMW) in Yongin

Die German School of Music Weimar an der Kangnam University in Yongin, Korea, ist ein Exportprojekt der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar.

Von 2004 bis 2007 förderte der DAAD dieses Projekt im Rahmen des Programms Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland. An der Kangnam University in Seoul entsteht ein koreanisch-deutsches College of Music mit einem gemeinsam betriebenen Bachelor-Studium 'Major in Music' in den Fachrichtungen Klavier, Violine, Violoncello, Flöte, Klarinette, Gesang und Dirigieren. Der Studiengang wird mit deutschem Curriculum in den Hauptfächern und koreanischem Curriculum in den Nebenfächern angeboten. Studienbegleitend wird Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Leistungsstarke Studierende können das sechste und siebte Semester in Weimar verbringen. Die Akkreditierung des Studiengangs ist in 2007 erfolgt durch die „Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen im Deutschland – Aquin“ (gemeinnütziger Verein). Das Land Thüringen selbst spricht keine Akkreditierungen aus. Die Errichtung der GSMW-Studienganges ist im Rahmen der Ziel- und Leistungsvereinbarung 2008-2011 zwischen der Musikhochschule Weimar und dem Kultusministerium erfolgt, dies entspricht der Genehmigung. Die Anzahl der Studierenden soll sich von derzeit 68 auf 78 in 2010 erhöhen. Die Studiengebühren betragen ca. 4.500 Euro pro Semester, für Studierende im Erstsemester ca. 5.200 Euro.

German School of Music Weimar

Oman: German University of Technology (GUTech) in Maskat

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen richtete 2005 in Zusammenarbeit mit Partnern in Oman die German University of Technology (GUTech) in Maskat ein. Die Hochschule soll·die führende technische Hochschule in der Region werden und dabei die höchsten Anforderungen in Lehre und Forschung anstreben.·Die RWTH Aachen bietet der GUTech Unterstützung in allen akademischen Angelegenheiten und eine Betreuung durch Lehrstuhlinhaber der RWTH Aachen. Darüber hinaus beaufsichtigt die RWTH Aachen die Umsetzung der Richtlinien und Grundsätze des Qualitätsmanagements, um die Qualität der Lehre und des Studiums an der GUTech sicherzustellen.

Die Studiengebühren betragen etwa 4.100 Euro pro Semester für Bachelor-Studiengänge. Im Wintersemester 2007/08 nahmen die ersten 60 Studenten ihr Studium auf. Das Ziel ist in 2012/13 2.000 Studierende zu haben.

Die angebotenen Fächer sind Angewandte Geowissenschaften, Angewandte Informationstechnologie, Regionales Management und Tourismus, Städteplanung und Architektur/Design. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Angestrebte Abschlüsse sind bisher nur Bachelor, später auch Master und PhD.

Oman: German University of Technology (GUTech)

Singapur: German Institute of Science & Technology – TUM Asia (GIST-TUM Asia)

Die Technische Universität München (TUM) hat im Jahre 2002 in Singapur die erste echte Aussenstelle einer deutschen Universität gegründet, das German Institute of Science and Technology – TUM Asia (GIST-TUM Asia).

In Singapur werden marktgerechte Master-Programme mit dem Qualitätssiegel der Technischen Universität München (TUM) etabliert. Die Zielgruppe sind primär Studierende aus der Region Asien. Die Programme sind auf den Bedarf der in Südostasien ansässigen, insbesondere deutschen Wirtschaft zugeschnitten.

Die meisten in Singapur vergebenen Degrees sind Joint Degrees zwischen der TUM und den lokalen Partnerhochschulen National University of Singapore (NUS) und der Nanyang Technological University (NTU). Es besteht weiterhin eine enge Kooperation mit Partnern in der deutschen Wirtschaft (u.a. BASF, EADS, Infineon, Siemens, Wacker, etc.).

Die angebotenen englischsprachigen Masterprogramme sind Industrial Chemistry, Integrated Circuit Design, Microelectronics, Aerospace Engineering und Transportation & Logistics. Weitere Studiengänge im Bereich Environmental Engineering und Computational Science sind geplant.

Die Höhe der Studiengebühren beträgt zwischen 13.500 Euro (Transportation & Logistics) und 22.500 Euro (Industrial Chemistry). Zum Wintersemester 2009/2010 sind 150 Studierende eingeschrieben, der Ausbau auf ca. 400-500 Studierende ist geplant, inklusive einer Erweiterung auf Bachelorstudiengänge.

In der Zukunft sind auch verstärkte Forschungsaktivitäten geplant. Hierzu wurde bereits ein Joint PhD Abkommen zwischen der TUM und der NTU unterzeichnet.

German Institute of Science & Technology (GIST)

Ungarn: Andrássy Gyula Deutschsprachige Universität Budapest (AUB)

Die Andrássy Gyula Deutschsprachige Universität Budapest wurde am 19. Juni 2001 ins Leben gerufen. Arbeits- und Amtssprache der Universität ist Deutsch. Bewerben können sich herausragende Universitätsabsolventen aus Ungarn, den deutschsprachigen Staaten und Mittel- und Osteuropäischen Staaten (Anteil zu jeweils 1/3). Die Aufnahme des Studienbetriebs - ausgelegt für 75 Graduierte pro Jahrgang, also insgesamt 150 Studierende - erfolgte am 2. September 2002. Als Träger der Universität wurde die "Öffentliche Stiftung für die Deutschsprachige Universität Budapest" eingerichtet - Vertreter der Bundesregierung im Stiftungskuratorium ist der jeweilige Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn.

Die Finanzierung der AUB erfolgt in etwa zu gleichen Teilen aus dem ungarischen Haushalt sowie durch direkte und indrekte finanzielle Unterstützung der deutschsprachigen Länder (Deutschland, Österreich und die Schweiz). Neben dem Auswärtigen Amt, das die AUB über den DAAD unterstützt, beteiligen sich auch die beiden Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg an der finanziellen Förderung.

Das Studienangebot umfasst ein zweijähriges Aufbaustudium (bei entsprechenden Vorleistungen ist ein einjähriges Kompaktstudium möglich) in drei Fachbereichen:

  • Vergleichende Rechts- und Staatswissenschaften (Kooperationsvertrag mit der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg);

  • Internationale Beziehungen mit den Schwerpunkten Wirtschaft (Partneruniversitäten Bayreuth und Passau) und Diplomatie;

  • Mitteleuropäische Studien (Partneruniversität Linz seit 2003).

Andrássy Gyula Universität

Stand 30.12.2009

Zusatzinformationen:

Interview: Exportschlager Hoschulbildung

Ob Jordanien, Ungarn oder Indonesien: Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert zahlreiche deutsche Hochschulprojekte rund um den Globus. Bei Beate Schindler-Kovats laufen die Fäden dieser Programme zusammen.

Zum Interview

Deutsche Universität in Ägypten

Deutsche Universität in Jordanien

Deutsche Universität in Syrien

Deutsche Musikhochschule in Korea

Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

Gemeinsam mit der südkoreanischen Kangnam University betreibt die Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar die German School of Music Weimar in Yongin nahe Seoul

Andrássy Gyula Deutschsprachige Universität Budapest

duz-Interview

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