Deutsches Archäologisches Institut
Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) arbeitet weltweit in internationalen Forschungsprojekten. Seine Wissenschaftler sorgen mit verschiedenen Projekten für ein vertieftes Verständnis der Kulturen untereinander. Damit sind sie ein wichtiger Teil der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik.
1829 wurde das DAI in Rom von einem Freundeskreis aus Wissenschaftlern, Künstlern und Diplomaten gegründet. Zunächst hatte es seinen Sitz auf dem Kapitol in der Villa Caffarelli, dem Haus des damaligen deutschen Gesandten Christian Karl Josias von Bunsen.
Seit 1833 hat es seinen Hauptsitz in Berlin. Neben seinen drei großen Kommissionen in Deutschland weitere wichtige Abteilungen in Rom, Athen, Madrid, Istanbul und Kairo sowie Außenstellen in Bagdad, Teheran, Sanaa und Damaskus.
Das DAI ist die einzige dem Auswärtigen Amt direkt nachgeordnete Institution. Seine Mitarbeiter führen gemeinsam mit ihren ausländischen Partnern zahlreiche Gemeinschaftsvorhaben auf dem Gebiet der Archäologie und ihrer Nachbarwissenschaften durch. Mit ihren weltweit anerkannten Expeditions-, Ausgrabungs- und Publikationsprojekten tragen die DAI-Wissenschaftler zum Dialog und Austausch im Rahmen der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik bei.
Das Institut hat sich in den vergangenen Jahren einem grundlegenden Modernisierungsprozess unterzogen, der unter dem seit März 2008 amtierenden Präsidenten, Prof. H.-J. Gehrke, fortgesetzt werden wird.
Um seine wissenschaftliche Leistungsfähigkeit als international anerkanntes Spitzenforschungsinstitut zu unterstützen, wurden dem DAI Sonderforschungsmittel aus dem Genshagener Programm der Bundesregierung für Bildung, Forschung und Entwicklung zugesichert.
Forschungsschwerpunkte: Mittlerer und Vorderer Orient
Die Forscher des DAI sind weltweit in internationalen Kooperationsprojekten tätig. Ein Schwerpunkt der archäologischen Arbeit des DAI liegt im Mittleren und Vorderen Orient. So ist es in Afghanistan, Iran, Saudi-Arabien und neuerdings auch in Libyen engagiert. Die Außenstelle in Bagdad konnte bis heute nicht wieder eröffnet werden.
2007 wurde eine Forschungsstelle in Ulan Bator gegründet, die Sichtbarkeit des DAI in China durch ein neues Büro in Peking verstärkt und ein Freundeskreis des DAI in den Vereinigten Staaten von Amerika ins Leben gerufen.
Beitrag zum Dialog der Kulturen
Archäologie gilt in vielen Ländern als nationale Angelegenheit; die Erforschung der eigenen Vergangenheit besitzt als Mittel kulturgeschichtlicher Identitätsfindung und Selbstdarstellung einen hohen politischen Stellenwert. Die Wissenschaftler des DAI sorgen für ein vertieftes Verständnis der Kulturen untereinander, leisten einen wesentlichen Beitrag zum Dialog der Kulturen und mehren dadurch das Ansehen Deutschlands in der Welt. Sie sind nicht nur in den klassischen Ländern der Archäologie, sondern auch in Krisengebieten und Konfliktzonen unterwegs.
Der frühere Präsident des DAI, Prof. Hermann Parzinger, ist als deutscher Vertreter in das für Afghanistan zuständige ICOMOS-Komitee berufen worden.
Stand 14.05.2008