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Entwicklungen im Auslandsschulwesen

Eine Schülerin beim Start der Partnerschulinitiative in Jakarta Eine Schülerin beim Start der Partnerschulinitiative in Jakarta (DIS Jakarta)

Die ZfA im Zeichen der Partnerschulinitiative

Aufgabe der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) ist es, eine qualitätsorientierte Schulentwicklung zu fördern und den Aufbau neuer Schulen mit deutschem Profil zu unterstützen. Dazu gehört auch, Ganztagsangebote der Deutschen Auslandsschulen auszubauen und zusätzliche Pädagogen zu vermitteln. Seit dem Beginn von PASCH hat sich auf Seiten der Zentralstelle viel getan: Die Zahl der vormals 117 Deutschen Auslandsschulen ist inzwischen auf 135 gestiegen, das Netz der DSD-Schulen von 440 auf 825 angewachsen. 14 Deutsche Schulen entwickelten sich 2008 außerdem zu Ressourcenzentren für Deutsch als Fremdsprache. 54 Schulen haben Ganztagsangebote neu eingerichtet oder ausgebaut.

Für eine qualitätsorientierte Schulentwicklung der Auslandsschulen sorgen neu eingesetzte Schulkoordinatoren. Sie unterstützen die Gründung neuer Privatschulen mit deutscher Prägung. Außerdem intensivieren sie die Zusammenarbeit mit lokalen Schulen, die Deutsch als Fremdsprache anbieten und beraten beim Aufbau des Deutschunterrichts. Zusammen mit zusätzlich durch die ZfA vermittelten Lehrkräften richten sie neue Bildungsgänge ein, die zu Abschlüssen nach internationalen Standards führen. An elf Deutschen Schulen wurden im Jahr 2008 gymnasiale Oberstufen eingerichtet, die nun die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DIAP) anbieten. Dazu bewilligte das Auswärtige Amt im Schuljahr 2008/2009 17 neue Lehrerstellen mit Lehrbefähigung für die Sekundarstufe II.

Insgesamt wurden 2008 148 zusätzliche Stellen eingerichtet. Des Weiteren fördert die ZfA die Auslandsschulen verstärkt mit Lehr- und Lernmitteln sowie Einrichtungsgegenständen. Die PASCH-Initiative ermöglichte der ZfA, noch acht weitere Fachberater und Koordinatoren zu entsenden. Damit werden die Sprachdiplomschulen noch effizienter betreut. Diese ZfA-Pädagogen vor Ort intensivieren die Zusammenarbeit mit lokalen Schulen, die Deutsch als Fremdsprache anbieten und beraten beim Ausbau des Deutschunterrichts.

Weltweit hat die ZfA zehn Prozessbegleiter für Qualitätsentwicklung im Einsatz. Die Prozessbegleiter unterstützen die Deutschen Schulen systematisch bei Entwicklungsaufgaben im Rahmen ihres Pädagogischen Qualitätsmanagements. Sie stärken damit die Marktposition der Schule auf den internationalen Bildungsmärkten.

Ein Inspektor bei der Arbeit Reinhard Köhler überprüft die Unterrichtsqualität in Lima Ein Inspektor bei der Arbeit: Reinhard Köhler überprüft die Unterrichtsqualität in Lima (ZfA)

Schulqualität sichern durch Bund-Länder-Inspektion

Um die Unterrichtsqualität der Deutschen Auslandsschulen zu überprüfen, wurde 2008 die „Bund-Länder-Inspektion Deutscher Schulen im Ausland“ (BLI) eingeführt. Im März 2008 fand die erste gemeinsame Pilotinspektion von Bund und Ländern an der Deutschen Schule Málaga statt. Fünf Tage lang untersuchte dort eine Reihe von Inspektoren der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und der Kultusministerien die Schulqualität und insbesondere den Unterricht. Weitere Inspektionen an den Deutschen Schulen in Brüssel und Bogotá folgten.

Durch die BLI werden Entwicklungspotenziale offengelegt. Dadurch erhalten die Schulen die Chance, ihre Qualität weiter auszubauen. Im Auslandsschulwesen erfahrene Schulexperten der ZfA und der Länder haben sich in einer spezifischen Schulung als Inspektoren qualifiziert.

Die BLI, die von der ZfA organisiert wird, stellt die Schulqualität durch einen mehrtägigen Schulaufenthalt fest. Im Vorfeld des Inspektionsbesuchs analysiert ein Prüferteam eingereichte Schuldaten und Dokumente.

Im Zentrum der Inspektion stehen Unterrichtsbesuche bei möglichst vielen Lehrkräften. Dabei wird nicht die Kompetenz des einzelnen Lehrers festgestellt, sondern das Unterrichtsprofil der Schule als Ganzes erfasst. Leitfadengestützte Interviews mit allen am Schulleben beteiligten Gruppen sowie ein Schulrundgang sind die wesentlichen Informationsquellen der BLI. Am Ende der Inspektion bekommt die Schule unmittelbar ein erstes mündliches Feedback, einige Wochen später erfolgt der schriftliche Inspektionsbericht. Aus den Ergebnissen entwickelt die Schule einen Aktionsplan. Bei Maßnahmen zur Verbesserung steht die ZfA den Schulen beratend zur Seite.

Die Inspektionsergebnisse aller Schulen fließen in einen jährlichen Gesamtbericht ein, der jedoch keinen Rückschluss auf die Ergebnisse der Einzelschule zulässt. Der Jahresbericht wird veröffentlicht und stellt im Sinne eines Systemmonitorings Steuerungswissen für die Weiterentwicklung des Gesamtsystems Deutscher Auslandsschulen zur Verfügung. Ziel der Schulen ist es, nach erfolgter BLI das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschulen“ zu erhalten. Für die Schulen ist das Gütesiegel ein wichtiges Instrument für ihre Außendarstellung. Sie erhöhen damit ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem lokalen Bildungsmarkt.

In den nächsten vier bis fünf Jahren werden alle 135 Deutschen Auslandsschulen auf diese Weise inspiziert. Für 2009 sind 22 Bund-Länder-Inspektionen geplant. Im Fünfjahresrhythmus werden die Inspektionen wiederholt, um die Qualität zu sichern.

Stand 13.08.2009

Zusatzinformationen:

Deutsches Sprachdiplom (DSD)-Schulen

Das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz ist eine Sprachprüfung, die an Deutschen Schulen im Ausland und an ausgewählten staatlichen Schulen abgelegt wird.

Zeitschrift über Deutsche Schulen im Ausland

Die Zeitschrift „Begegnung“ wird vom Auswärtigen Amt und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen herausgegeben und erscheint zwei Mal jährlich. Die Zeitschrift berichtet über Deutsche Schulen im Ausland und informiert über verschiedene Themenbereiche der deutschen schulischen Arbeit im Ausland.

Die aktuelle Ausgabe oder auch ältere Ausgaben können Sie hier einsehen:



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