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„Wir wollen neue Methoden der Archäologie kennenlernen“

Aydogdy Kurbanov, Gastwissenschaftler in der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin

„Obwohl sogar eine ganze Epoche des frühen Mittelalters in Zentralasien nach ihnen benannt wird, ist die Geschichte der Hephthaliten noch längst nicht ausreichend erforscht. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, alle Quellen und Publikationen über sie zu erfassen und zu versuchen, eine neue Gesamtschau auf dieses Volk zu erstellen und damit auch einen neuen Blick auf die frühmittelalterliche Geschichte Turkmenistans und seiner Nachbarländer zu öffnen. Die Möglichkeit, mit den Kollegen des Deutschen Archäologischen Instituts zu diskutieren, von denen ja viele in Zentralasien arbeiten, ihre Forschungsansätze und Methodik kennenzulernen und in den deutschen Archiven und Bibliotheken zu recherchieren, ist dabei eine unerlässliche Hilfe. Ich möchte viel von dem Wissen, das ich hier erworben habe, in meiner Heimat an andere weitergeben. Derzeit gibt es nur wenige Archäologen in meinem Land. Darum ist der Bereich der Ausbildung so wichtig. Besonders die ganz neuen Methoden der Archäologie, wie sie am DAI entwickelt und angewandt werden, wollen wir genau kennenlernen.“

Aydogdy Kurbanov im Wiegandhaus, in dem die Zentrale des DAI ihren Sitz hat Aydogdy Kurbanov im Wiegandhaus, in dem die Zentrale des DAI ihren Sitz hat (AA, Foto: Jan Greune)

Drei Fragen an Aydogdy Kurbanov

Herr Kurbanov, was bedeuten Ihnen das Humboldt-Stipendium und die Arbeitsmöglichkeiten am Deutschen Archäologischen Institut?

In den Bibliotheken in Turkmenistan sind Informationen über die historischen Quellen und die archäologischen Befunde zur Epoche der Hephthaliten kaum zu finden. Die Möglichkeit, dort über mein Thema zu arbeiten und zu promovieren, bestünde praktisch nicht. Darum ist für mich der Aufenthalt in Deutschland so wichtig. Die Arbeitssituation in der Eurasien-Abteilung am DAI ist so, wie man es sich nur wünschen kann: Gästehaus, Internet, Bibliothek – alles ist da.

Woher kommt Ihre Leidenschaft für die Archäologie und wie kam der Kontakt zu Deutschland zustande?

Dazu hat mein Vater viel beigetragen. Als ich ein kleiner Junge war, ist er oft mit mir nach Nisa gefahren. Die Stadt liegt nicht weit von Aschgabat und war einmal Hauptstadt des Reiches der Parther. Dort schauten wir stundenlang bei Ausgrabungsarbeiten zu. Ich fand das ungeheuer spannend. Mit 14 Jahren stand dann mein Berufswunsch schon fest. 1993 habe ich an der Universität in Aschgabat mit dem Studium der Geschichte und Archäologie Zentralasiens begonnen. 2003 hatte ich dann die Chance, als DAAD-Stipendiat zum ersten Mal ans DAI nach Berlin zu kommen, damals noch unter der Obhut des Gründungsdirektors der Eurasien-Abteilung und damaligen DAI-Präsidenten Professor Hermann Parzinger. Den Kontakt zum DAI habe ich weiter gehalten.

Wie erleben Sie Deutschland?

Vielleicht fällt es mir als Historiker besonders auf: Deutschland ist voller Abwechslung und Unterschiede – die Kultur, die Menschen und ihre Dialekte. Ich habe viele Städte besucht, Hamburg, Dresden, all die kleineren Städte rund um Berlin. In Berlin ziehen mich natürlich die Museen besonders an. Aber meine Lieblingsorte sind die Parks und Gärten der Stadt, der Charlottenburger Schlosspark zum Beispiel. Und die Zitadelle in Spandau gefällt mir.

Stand 31.10.2009

Zusatzinformationen:

Länderinformationen Turkmenistan



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