Informationen zu den Hephthaliten, dem DAI, der deutschen Eurasienforschung und dem Georg Forster-Forschungsstipendium
Münzen sind einige der wenigen archäologischen Funde zu den Weißen Hunnen
(AA, Foto: Jan Greune)
Die Hephthaliten
Die Hephthaliten oder Weißen Hunnen, ein Stammesverband von unklarem Ursprung, begründeten im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. ein Reich in Mittelasien. Teil ihres Herrschaftsgebiets waren Regionen, die heute zu Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan, Afghanistan, Pakistan, Indien und China gehören. In vielen Schlachten besiegten die Hephthaliten das mächtige persische Reich der Sassaniden. Der andauernde Krieg zwischen beiden Kulturen bildet die bedeutende Hintergrundgeschichte des persischen Königsbuchs „Schahnama“, das Lebenswerk des Dichters Ferdousi. Das Hephthalitenreich wurde zwischen 560 und 563 n. Chr. durch ein Bündnis zwischen Göktürken und Sassaniden vernichtet. Danach prägten die Weißen Hunnen die Geschichte nicht mehr, Reste ihrer Kultur gingen in verschiedenen Volksstämmen der Region auf. In den historischen Quellen werden die Hephthaliten sehr unterschiedlich bezeichnet. Wie sie sich selbst nannten, ist nicht bekannt. Die heute in der Wissenschaft verwendete Bezeichnung Hephthaliten stammt aus dem byzantinischen Sprachgebrauch.
Deutsches Archäologisches Institut
Das Deutsche Archäologische Institut (DAI), 1829 gegründet, hat seine Zentrale in Berlin und ist als Bundesanstalt dem Geschäftsbereich des Auswärtigen Amtes zugeordnet. 250 DAI-Mitarbeiter, unter ihnen rund 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, arbeiten in 16 Abteilungen, Außenstellen und Kommissionen in Europa, Afrika und Asien. Archäologische Forschungen, Dialog der Kulturen und wissenschaftliche Vernetzung gehören zu den Kernaufgaben des DAI. Als „Gasteinladungen“ bezeichnet das Institut seine eigenen Stipendien: Für ein bis zwei Monate arbeiten die Gäste an ihren Projekten und wohnen im Gästehaus des Instituts. Das DAI ist aber auch Gastgeber für Stipendiaten der Humboldt-Stiftung, des DAAD und anderer Einrichtungen. Auch Fortbildungs- und Reisestipendien für junge deutsche Wissenschaftler werden vergeben.
Die Website des Deutschen Archäologischen Instituts bietet viele Informationen rund um die Forschungsarbeit der einzelnen Abteilungen.
Der DAI auf diplo.de:
Persischer Bogenschütze, Leihgabe des Louvre für die Alexander der Große Ausstellung
(picture-alliance/dpa)
Eurasien-Forschung
Die deutsche Eurasien-Forschung hat eine lange und bemerkenswerte Tradition. Zu ihren Pionieren gehörte im späten 19. Jahrhundert der berühmte Mediziner und Pathologe an der Berliner Charité Rudolf Virchow. Die Eurasien-Abteilung am DAI wurde 1995 von Hermann Parzinger begründet. Sie sollte nach dem Ende der Blockkonfrontation Eurasien als Forschungsraum neu erschließen. Die Abteilung interessiert sich besonders für die sozialen und politischen Implikationen früher Techniken, wie zum Beispiel der Töpferei und Metallverarbeitung, für Sesshaftwerdung und frühbäuerliche Lebensweisen. Direktor der Abteilung ist seit 2003 Prof. Dr. Svend Hansen. In der Abteilung arbeiten acht Vollzeitwissenschaftler.
Alexander der Große und die Öffnung der Welt. Asiens Kulturen im Wandel
Die aktuelle Ausstellung im Museum Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim wurde in Zusammenarbeit mit der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts erstellt. Sie ist noch bis 21. Februar 2010 zu sehen.
Georg Forster (1754-1794) mit Vater J.R. Forster, Naturforscher, begleiten James Cook bei der 2. Weltumseglung 1772
(picture-alliance/akg)
Georg Forster-Forschungsstipendium
Rund 60 Georg Forster-Stipendien vergibt die Alexander von Humboldt-Stiftung jedes Jahr an Postdoktoranden und erfahrene Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Voraussetzung ist, dass Bewerber überdurchschnittlich qualifiziert sind, ihre Arbeit ein eigenständiges, wissenschaftliches Profil zeigt und sie eine mehrjährige wissenschaftliche Tätigkeit nachweisen können. Die Humboldt-Stiftung ermöglicht es den Stipendiaten, ein langfristiges Forschungsvorhaben in Kooperation mit einem selbst gewählten wissenschaftlichen Gastgeber an einer Forschungseinrichtung in Deutschland umzusetzen.
Hier gibt es nähere Infos zu den Bewerbungsvoraussetzungen um ein Georg Forster-Forschungsstipendium für Postdoktoranden und erfahrene Wissenschaftler.
Stand 31.10.2009