Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


„Wir wollen auch für die Lehre weltweit führende Wissenschaftler gewinnen“

Prof. Dr.-Ing. Liqiu Meng, Vizepräsidentin der Technischen Universität München und Ordinaria am Lehrstuhl für Kartographie

„Wir wollen auch für die Lehre weltweit führende Wissenschaftler gewinnen. Denn wir haben in Deutschland generell noch zu wenige außereuropäische Professoren. International exzellente Dozenten wirken auf Studierende wie Magneten. Hinzu kommt, dass wir durch die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge eine Schnittstelle haben und international konkurrenzfähiger werden. Die Qualität deutscher Hochschulen ist offensichtlich – Deutschland hat die vielleicht höchste Konzentration der besten Universitäten in Europa. Wenn es uns gelingt, weltweit die Sichtbarkeit zu erhöhen, können wir die besten Köpfe rekrutieren, auch unter den Studierenden. Am größten ist oft die sprachliche Hürde – und deshalb müssen wir strategisch damit umgehen. Wir zwingen nicht dazu, bereits bei der Einschreibung über hervorragende Deutschkenntnisse zu verfügen. Junge Menschen sind sehr anpassungsfähig. Wenn sie sich zu Hause fühlen, werden sie sich selbstständig um die Sprache bemühen.“

Professor Liqiu Meng, Vizepräsidentin der Technischen Universität München Professor Liqiu Meng, Vizepräsidentin der Technischen Universität München (AA, Foto: Jan Greune)

Drei Fragen an Prof. Dr.- Ing. Liqiu Meng

Sie sind 1988 als Regierungsstipendiatin nach Deutschland gekommen. Wie haben Sie den Start in Hannover erlebt?

Es war nicht einfach. Ich hatte zwar in Peking einen Deutschkurs gemacht und konnte kommunizieren, aber trotzdem ist alles anders: das Essen, die Verhaltensweisen. Aber als junger Mensch ist man anpassungsfähig. Ich war von Anfang an darauf eingestellt: Wenn ich in Deutschland studieren will, muss ich mich an die fremde Kultur anpassen – und nicht umgekehrt. Daran habe ich mich immer gehalten. 

Sehen Sie diese Integrationsbereitschaft auch bei den Studierenden der TUM oder ist das manchmal ein Problem?

An der TUM haben wir mittlerweile über 4.000 ausländische Studierende, viele kommen und gehen gruppenweise, bleiben unter sich und verständigen sich in ihrer Sprache. Sie bilden „nationale Inseln“, wie ich es nenne. Da stehen wir auch als Dozenten in der Verantwortung, indem wir ausländische Studierende zum Beispiel dazu auffordern, Aufgaben in der Gruppe auch mit deutschen Studenten zu lösen. Ich will ein gemischtes Bild haben, ob im Hörsaal oder im Labor. 

Was können die Studierenden voneinander lernen?

Ich bin oft sehr gerührt, wenn ich exzellente Studierende erlebe, die aus sehr armen Ländern stammen. Die sind so fleißig und haben eine enorme Durchsetzungskraft! Gerade auf diesem Gebiet lässt sich von ihnen sehr viel lernen. Eine Win-Win-Situation, für beide Seiten. Die Unterstützung ausländischer Studierender ist nicht nur ein gebender Akt, wir nehmen auch genau so viel.

Stand 23.04.2009

Zusatzinformationen:



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt