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„Afghanistan braucht gut ausgebildete Nachwuchskräfte, die den Wiederaufbau unterstützen“

Sultan Mohammad, Masterstudent an der Erfurt School of Public Policy

„Afghanistan braucht gut ausgebildete Nachwuchskräfte mit internationaler Erfahrung, die im staatlichen und in anderen öffentlichen Sektoren ihr Wissen einbringen und damit den Wiederaufbau ihres Landes unterstützen. Gute Regierungsführung und professionelle Verwaltung sind wichtig, um gegen Korruption vorzugehen und den Staatssektor insgesamt zu stärken. Bisher ist es leider oft so, dass viele gut ausgebildete afghanische Nachwuchskräfte lieber für internationale Organisationen oder ausländische Botschaften arbeiten wollen, anstatt in der staatlichen Verwaltung. Ich wollte ins Ausland gehen und dort studieren, um eine professionelle Ausbildung zu bekommen. Hier kann ich mich voll und ganz auf das Studium konzentrieren, was in Afghanistan so nicht möglich ist. Ich glaube, dass ich mit den Fähigkeiten, die mir mein Studium in Deutschland vermittelt, sehr gut qualifiziert bin, um später im öffentlichen Sektor meines Heimatlandes zu arbeiten. Ich möchte dort mithelfen, effektive Verwaltungsstrukturen aufzubauen, Schwachstellen zu unterbinden und mich für ein besseres Bildungssystem einsetzen.“

Die afghanischen Studierenden Sultan Mohammad, Quhramaana Kakar und Mohammad Hossain Torabi (von vorne) zu Besuch im Thüringer Landtag in Erfurt Sultan Mohammad mit zwei afghanischen Kommilitonen (AA, Foto: Jan Greune)

Drei Fragen an Sultan Mohammad

Herr Mohammad, warum haben Sie sich für das Public Policy Programm an der Universität Erfurt beworben?

Mich haben die Idee und die Chance gereizt, außerhalb Afghanistans zu studieren und dort einen Masterabschluss zu machen. Das Public Policy Programm in Erfurt hat mich besonders angesprochen, weil es so unterschiedliche Themen wie Europapolitik, Internationale Beziehungen oder Managementfragen behandelt.

Wie finden Sie das Programm und die Studienbedingungen?

Von den Universitäten in Deutschland habe ich viel Positives gehört. Mir war klar, wenn ich hier studiere, kann ich mich intensiv auf mein Studium konzentrieren und viel lernen. Ich finde, die Universität, das Studium und die Stadt Erfurt sind ein sehr inspirierendes Umfeld.

Wie wollen Sie Ihre Erfahrungen aus dem Studium später in Afghanistan umsetzen?

Ein Bereich, der mich sehr interessiert, ist der Bildungssektor. Hier gibt es viel zu tun, sehr viele Menschen in Afghanistan haben keine richtige Ausbildung. Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, für die Stadtverwaltung zu arbeiten, zum Beispiel in Kabul. Die Korruption zu bekämpfen, wäre auch eine wichtige Aufgabe, für die ich mich gern engagieren würde.

Stand 27.03.2009

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