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Madagaskar

Madagaskar: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 23.05.2012
(Unverändert gültig seit: 27.04.2012)

Letzte Änderung:
Allgemeine Reiseinformationen - Fluggesellschaft Air Madagaskar

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Die seit über drei Jahren andauernde politische Krise ist bisher nicht gelöst. Eine Rückkehr zu politischer und wirtschaftlicher Stabilität ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. In der Hauptstadt Antananarivo sind politisch motivierte Demonstrationen, die unter Umständen auch in gewalttätige, bewaffnete Auseinandersetzungen münden können, jederzeit möglich. Es wird empfohlen, vor allem im Innenstadtbereich Antananarivos besondere Vorsicht walten zu lassen und Menschenansammlungen zu meiden.

Piraterie auf hoher See

Vor den Küsten Somalias und seiner Nachbarstaaten sowie in den angrenzenden Gewässern besteht weiterhin ein sehr großes Risiko von Piratenangriffen und Kaperungen. Inzwischen werden auch Schiffe tief im Indischen Ozean (um die Seychellen und Madagaskar) sowie vor Kenia, Tansania, Mosambik, Jemen und Oman angegriffen und gekapert. Schiffsführern in den vorgenannten Gebieten wird dringend empfohlen, höchste Vorsicht walten zu lassen.Trotz der internationalen Bemühungen zur Eindämmung der Piraterie bleibt die Zahl der Piratenangriffe unverändert hoch; ein wirksamer Schutz kann nicht garantiert werden. Schiffsführern in den gefährdeten Gewässern wird eine Registrierung beim Maritime Security Centre unter www.mschoa.org dringend empfohlen.

Kriminalität

Taschendiebstähle und bewaffnete Raubüberfälle - auch am Tag - kommen immer häufiger vor. Insbesondere betroffen ist vor allem die Hauptstadt Antananarivo, dort besonders das Stadtzentrum um Analakely und die Avenue de l'Indépendance sowie die Umgebung der Hotels, der von Ausländern bevorzugten Restaurants und die Stationen der Überlandtaxis (taxis brousse).

In den zurückliegenden Monaten wurden zudem auch vermehrt kriminelle Zwischenfälle aus Touristenzielen vermeldet. Hierbei sind insbesondere städtisch geprägte und touristisch frequentierte Ballungsgebiete an den Küsten Madagaskars betroffen. Es wurden bewaffnete Raubüberfälle aus den Städten Antsiranana (Diego-Suarez), Tuléar, Morondava und Manakara sowie den Urlaubsinseln Nosy Be und Sainte Marie gemeldet. Auch die in diese Gebiete führenden Verkehrsanbindungen sind nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr sicher.

Die Gewaltbereitschaft und der Einsatz von Waffen jeglicher Art haben insgesamt zugenommen.

Im Allgemeinen, aber insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit wird in allen städtischen Gebieten von Spaziergängen, ob allein oder zu mehreren, aus Sicherheitsgründen dringend abgeraten. Es wird eindringlich empfohlen, abends und nachts auf Einzeltaxis zurückzugreifen. Besondere Vorsicht sollte auf den Umgang mit Wertsachen und Ausweisen - auch innerhalb von Hotels - verwendet werden.

Vor allem im Stadtgebiet von Antananarivo, zunehmend aber auch in den touristisch frequentierten Küstenstädten, finden am Abend und in der Nacht vermehrt Polizeikontrollen statt. Es wird aus diesem Grund dringend geraten, eine beglaubigte Kopie des Passes (einschl. der Seite mit dem Visum für Madagaskar) mit sich zu führen.

Bei Autofahrten in Ballungsgebieten (vor allem in Antananarivo ist die Verkehrsdichte sehr hoch und die Straßen eng) wird empfohlen, zu jeder Tages- und Nachtzeit die Türen von innen zu verriegeln und die Fenster geschlossen zu halten. Taschen und Wertgegenstände sollten auf keinen Fall von außen greifbar im Wagen liegen.

Deutschen Staatsangehörigen, die sich länger in Madagaskar aufhalten, wird empfohlen, der Botschaft ihre Kontaktdaten zu übermitteln. https://elefand.intra.aa/elefandintern/home/login!form.action


Allgemeine Reiseinformationen

Madagaskar ist wegen seiner einzigartigen Flora und Fauna, seiner abwechslungsreichen Landschaften und Klimazonen ein interessantes Reiseziel. Die Touristenregionen und Nationalparks sind seit den Ausschreitungen im Februar 2009 von weiteren Unruhen verschont geblieben.

Sprache

Für Individualreisende sind französische oder idealerweise madagassische Sprachkenntnisse von großem Vorteil, da - vor allem in ländlichen Gebieten - nicht damit zu rechnen ist, dass die Bewohner Englisch oder Deutsch sprechen.

Reisen über Land/ Straßenverkehr

Das innermadagassische Flugnetz ist recht dicht, allerdings kommt es aufgrund von wirtschaftlichen Problemen der nationalen Fluggesellschaft Air Madagascar immer wieder zu Annullierungen und, teilweise massiven, Verspätungen von Inlandsflugverbindungen.

Zudem ist der Betrieb der Fluggesellschaft Air Madagascar in der Europäischen Union seit dem 20.04.2010 wegen Sicherheitsmängeln Beschränkungen unterworfen. Näheres dazu unter:  http://ec.europa.eu/transport/air-ban/list_en.htm

Reisenden wird empfohlen, bei ihrer betreffenden (Reise-)Kranken- und Rückholversicherung zu erfragen, ob sich bei Benutzung von Air Madagascar-Flügen für innermadagassische Verbindungen versicherungstechnische Einschränkungen ergeben.

Das Straßennetz wurde in den letzten Jahren deutlich verbessert. Mittlerweile sind – ausgehend von Antananarivo – bis auf Fort Dauphin, die wichtigsten Küstenstädte auf  Asphaltstraßen erreichbar.

Dennoch gibt es noch immer eine große Anzahl von nicht befestigten Straßen, die während der Regenzeit (Australsommer Dezember bis April) zum Teil nur bedingt oder gar nicht befahrbar sind sowie Regionen, die von der Außenwelt völlig abgeschnitten und lediglich zu Fuß oder mit dem Hubschrauber zu erreichen sind.

Auf den Hauptachsen kommt es seit einigen Monaten vermehrt zu bewaffneten Überfällen, vor allem auf Überlandtaxis, aber auch auf LKW sowie private Geländewagen. Betroffen waren in den vergangenen Monaten im Prinzip alle wichtigen Hauptverkehrsachsen: die Route Nationale 1 (von Antananarivo Richtung Westen: Ampefy, Tsiroanomandidy), die Route Nationale 2 (Richtung Osten: Moramanga, Andasibe, Toamasina) und auch die Route Nationale 7 (Richtung Süden: Antsirabe, Fianarantsoa, Tuléar).

Es wird zur besonderen Vorsicht geraten. Nachtfahrten sollten unbedingt vermieden werden.

Naturkatastrophen

Madagaskar wird zwischen Januar und April regelmäßig von zum Teil schweren tropischen Wirbelstürmen (Zyklonen) heimgesucht. Vor allem betroffen sind die östlichen, westlichen und südwestlichen Küstenregionen.

Geldversorgung

In Antananarivo und den anderen großen Städten besteht die Möglichkeit zum Tausch von Bargeld (Euro/Dollar) und Travellerschecks bei Banken und Wechselstuben. Die Banken verfügen in der Regel über Geldautomaten, an denen mit der Visa-Karte Geld gezogen werden kann. Die Mastercard wird nur bei einer Bank, der BNI, akzeptiert. Eine Geldversorgung über EC-Karten (Maestro bzw. Cirrus) ist nicht möglich.

Größere Hotels, Restaurants, Geschäfte, Reisebüros und Fluggesellschaften sowie Supermärkte akzeptieren in der Regel die Visa-Karte. Manchmal wird ein Bankaufschlag von 3 % fällig.

Hotels und Kommunikation

In Antananarivo, den größeren Provinzstädten und in den Touristenregionen gibt es akzeptable Hotels und kleinere korrekte Unterkünfte.

Als Folge der politischen Krise ist der Tourismus in Madagaskar allerdings eingebrochen. Einige Hotels und Gästehäuser mussten mittlerweile schließen. Individualreisenden wird empfohlen, vorab mit den ins Auge gefassten Unterkünften Kontakt aufzunehmen.

Das Mobilfunknetz ist sehr gut ausgebaut. Über die Anbieter Orange, Airtel (ehemals Zain, davor Celtel) und den madagassischen Anbieter Telma sind alle großen Städte und auch viele ländliche Regionen erreichbar. Roaming funktioniert grundsätzlich. Es ist aber auch möglich, für einen Gegenwert von ca. 1,50 Euro eine lokale SIM-Karte zu erwerben – diese ermöglicht Telefonie und SMS mit Pre-Paid-Karte.


Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Visum

Kurzaufenthalte (bis zu 90 Tagen):

Grundsätzlich benötigen deutsche Staatsangehörige für die Einreise nach Madagaskar ein gebührenpflichtiges Visum, das bei Ankunft am internationalen Flughafen von Antananarivo-Ivato, aber auch an allen anderen Flughäfen mit internationalen Verbindungen (Nosy Be, Antsiranana, Toamasina, Tuléar, etc.) ausgestellt wird.

Aufgrund einer Sonderregelung zur Förderung des Tourismus erhalten Reisende, die sich bis zu 30 Tagen in Madagaskar aufhalten wollen, bis auf weiteres ein kostenfreies Visum.

Die Visumgebühr bei einem Aufenthalt von 30 bis 60 Tagen beträgt zur Zeit 100.000,- Ariary (derzeit 45,- Euro), für einen Aufenthalt von 60 bis 90 Tagen werden 140.000,- Ariary (derzeit 60,- Euro) erhoben. Die Visumgebühr kann bei Ankunft an einem der internationalen Flughäfen Madagaskars auch in Euro oder in US-Dollar entrichtet werden

Darüber hinaus ist in jeden Fall ein Rück- bzw. Weiterflugticket vorzulegen.

Von der Beantragung von Kurzzeitvisa direkt bei der madagassischen Auslandsvertretung kann aufgrund der oben geschilderten Regelung abgesehen werden. Zu Voraussetzungen für die Erteilung von Kurzzeitvisa durch die madagassische Auslandsvertretung können aufgrund von häufigen Verfahrensänderungen und fehlender Transparenz keine Angaben gemacht werden.

Langfristige Aufenthalte (mehr als 90 Tage)

Für Arbeits- und andere Aufenthalte von mehr als 90 Tagen (z.B. Praktika) ist es zwingend erforderlich, bereits bei der Einreise über ein sogenanntes „visa transformable“ zu verfügen, das ausschließlich bei einer madagassischen Auslandsvertretung erhältlich ist.

Die Kontaktdaten der madagassischen Botschaft in Deutschland lauten:

Seepromenade 92
14612 Falkensee (Brandenburg)
Tel.: (03322) 2314 0
Fax: (03322) 2314 29
E-Mail: info@botschaft-madagaskar.de

Das für langfristige Aufenthalte erforderliche und vor der Einreise einzuholende „visa transformable“ kann auch bei einem der Honorarkonsulate Madagaskars in Deutschland beantragt werden.

Reisedokumente

Mit folgenden Dokumenten ist die Einreise für deutsche Staatsangehörige möglich:

Reisedokumente ErwachseneEinreise möglich / Bedingungen
ReisepassJa, mindestens 6 Monate Gültigkeit bei Einreise
Vorläufiger ReisepassJa, mindestens 6 Monate Gültigkeit bei Einreise
PersonalausweisNein
Vorläufiger PersonalausweisNein
Weitere Anmerkungen -
Reisedokumente Kinder/Jugendliche
KinderreisepassJa, mindestens 6 Monate Gültigkeit bei Einreise
ReisepassJa, mindestens 6 Monate Gültigkeit bei Einreise
PersonalausweisNein
Vorläufiger PersonalausweisNein
Bereits vorhandener Eintrag in den Reisepass eines Elternteils (Bis zum 01.11.2007 erfolgte Kindereinträge in Reisepässe der Eltern sind ab dem 26.06.2012 nicht mehr gültig.)Ja, mit eigenem Passfotofoto, mindestens 6 Monate Gültigkeit bei Einreise - allerdings nur noch bis zum 26.06.2012. Dann benötigen alle Kinder ein eigenes Reisedokument.
Noch gültiger Kinderausweis nach altem Muster (der Kinderausweis wird seit 1. Januar 2006 nicht mehr ausgestellt)Ja, mit eigenem Passfoto, mindestens 6 Monate Gültigkeit bei Einreise
Weitere AnmerkungenAlleinreisende Minderjährige, die nicht in Madagaskar wohnhaft sind,sollten darüber hinaus auch eine amtlich beglaubigte Einverständnis-erklärung der Eltern/Erziehungsberechtigten in französischer Sprache mitführen.

Vergehen gegen die madagassischen Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen werden unnachgiebig geahndet. Es drohen hohe Geld- und ggfls. sogar Haftstrafen.

Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Über diese Hinweise hinausgehende Fragen zu den Einreisebestimmungen müssten Sie bitte direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate des Ziellandes klären. Nur dort können Sie eine rechtsverbindliche Auskunft erhalten.


Besondere Zollvorschriften

Gegenstände des täglichen Bedarfs können eingeführt werden. Die Einfuhr von Waffen und Drogen aller Art ist strikt verboten. Devisen können in unbegrenzter Höhe ein- und ausgeführt werden, müssen aber ab einem Gegenwert von 7.500 Euro bei Einfuhr deklariert werden.

Aus Madagaskar dürfen bestimmte Edel- und Halbedelsteine, Versteinerungen und Fossilien nicht bzw. nicht ohne entsprechende Begleitpapiere ausgeführt werden.

Personen mit Wohnsitz außerhalb Madagaskars dürfen bis zu 1 kg Schmuck ausführen, wenn sie Nachweise über den Tausch von Devisen mindestens im Wert des Schmucks oder Kaufquittungen vorweisen können.


Besondere strafrechtliche Vorschriften

Für militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen (z.B. Flughafen, Brücken, Regierungsgebäude) besteht striktes Fotografierverbot.

Verschiedene Orte sind ”fady”, d.h. (für Ausländer) mit bestimmten, dem Brauchtum entspringenden Beschränkungen belegt oder teilweise auch völlig tabu. In Zweifelsfällen wird empfohlen, sich bei ortskundigen Personen über gegebenenfalls bestehende „Fadys“ zu informieren.

In Madagaskar wird Ehebruch mit Freiheits- oder Geldstrafe geahndet. Hinzu kommt ein Schadenersatzanspruch gegen die Täter. Dies gilt auch für Pädophilie.

Ein besonderes Augenmerk der madagassischen Justiz gilt „Sextouristen“. Sie werden in Madagaskar unnachgiebig verfolgt und müssen mit  Freiheitsstrafen von 5-10 Jahren plus hoher Geldstrafe rechnen.

Da nicht auszuschließen ist, dass Ausländer gezielt in kompromittierende Situationen gebracht werden sollen, ist beim Kontakt zu jungen Mädchen und Frauen besondere Vorsicht geboten.

Die Haftbedingungen in Madagaskar sind äußerst schwierig (prekäre sanitäre/hygienische Verhältnisse, überfüllte Gefängnisse, mangelhafte bis nicht existente Versorgung von Häftlingen und nur rudimentäre medizinische Versorgung). Untersuchungshaft kann sich über Jahre hinziehen.

Die Ausfuhr von und der Handel mit bestimmten einheimischen Tier- und Pflanzenarten ist streng verboten (Lemuren, Schildkröten u.a.) und wird ebenfalls mit Haftstrafe geahndet.


Medizinische Hinweise

Impfschutz

Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen, bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (z.B. afrikanisches Festland) ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erforderlich.

Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden, siehe www.rki.de

Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Polio, Mumps, Masern Röteln (MMR) und Influenza. Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B und Tollwut empfohlen.

Malaria

Ein hohes Malariarisiko besteht in den Küstenregionen und Regenwaldgebieten, ein mittleres Risiko in den Höhenlagen, im Landesinneren und in der Hauptstadt.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis an den behandelnden Arzt auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet notwendig.

Bei Aufenthalt in den Risikogebieten wird ganzjährig eine Malariaprophylaxe empfohlen.

Für die Malariaprophylaxe sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone, Doxycyclin, Lariam) auf dem deutschen Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme einer Chemoprophylaxe mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen,

  • ganztägig (siehe unten Chikungunya, Dengue.) und nachts körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
  • ganztägig und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
  • ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.

HIV/AIDS

ist im Lande ein Problem und eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes, Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Durch eine sorgfältige Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und besonders Cholera vermeiden.

In den letzten Jahren sind Choleraerkrankungen nur sporadisch aufgetreten, andere Durchfallerkrankungen wie z. B. Salmonelleninfektionen, aber auch Typhus kommen durchaus vor. Diese werden u.a. durch unsauberes Trinkwasser ausgelöst.

Einige Grundregeln: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen, selber Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Toilettengang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht durchführen, Einmalhandtücher verwenden.

Weitere Infektionskrankheiten

Chikungunya-Fieber

Seit 2006 ist es immer wieder zu einer epidemieartigen Häufung von Chikungunya-Fieber gekommen. Diese Viruserkrankung wird von Mücken übertragen und führt zu den typischen Symptomen einer schweren Viruserkrankung (Fieber, Gelenk- und Gliederschmerzen, Hautausschlag), in der Regel ohne tödlichen Ausgang. Die Beschwerden können allerdings über Wochen und Monate anhalten. Eine Impfung ist nicht möglich, der Schutz vor Mückenstichen ist die einzige prophylaktische Maßnahme (Repellentien, Kleidung, Verhalten etc.).

Dengue-Fieber

Die für den Raum Indischer Ozean bekannten Dengue-Epidemien sind in Madagaskar bisher wenig aufgetreten.

Schistosomiasis (Bilharziose)

Die Gefahr der Übertragung von Schistosomiasis besteht beim Baden in Süßwassergewässern im gesamten Land, insbesondere aber im westlichen Tiefland mit den Provinzen Toliara und Mahajanga. Baden im offenen Süßwasser sollte daher grundsätzlich unterlassen werden.

Pest

Madagaskar ist eines der wenigen Länder, in denen die klassische Pest noch endemisch ist. Gelegentlich auftretende Fälle der Beulenpest (in den Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Mahajanga, Toamasina) werden im Allgemeinen von den Gesundheitsbehörden rasch unter Kontrolle gebracht. Das Auftreten der durch Rattenflöhe verbreiteten, insgesamt seltenen Krankheit erfolgt praktisch jährlich zum Beginn der Regenzeit in Madagaskar (ab Oktober).

Gifttiere

In Madagaskar gibt es keine Giftschlangen. Dagegen kommen einige giftige Spinnen- und Skorpionarten und andere Tiere mit potentiell starker Giftwirkung (z.B. bestimmte z.T. auffällig gefärbte Schmetterlingsraupen, Hundertfüßer, Frösche u.a.) vor. Wie allgemein in den Tropen gilt: Vorsicht, wohin man greift, wohin man tritt und wohin man sich setzt oder legt! Vor Benutzung von Bettdecken und -laken, Kleidungsstücken, Schuhwerk, Kopfbedeckungen evtl. vorhandene giftige "Untermieter" durch sorgfältiges Ausschütteln entfernen.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch hoch problematisch. Vielfach fehlen auch europäisch ausgebildete und Englisch sprechende Ärzte.

Ein ausreichender, dort gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten, beispielsweise www.dtg.org oder www.frm-web.de

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht und ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland und längere Aufenthalte vor Ort zugeschnitten; für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • nicht unabhängig von individuellen Verhältnissen des Reisenden zu nutzen; vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Tropenmediziner ist unerlässlich;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen nicht unbedingt umfassend, genau und aktuell.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.

Auswärtiges Amt

Bürgerservice
Arbeitseinheit 040
D-11013 Berlin
Tel.: (03018) 172000
Fax: (03018) 1751000


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