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Grußwort von Staatsministerin Maria Böhmer zur Eröffnung der Ausstellung "Kulturwelten" im Deutschen Bundestag

11.06.2015

Sehr geehrter, lieber Herr Bundestagspräsident,
sehr geehrte Vize-Präsidenten und Vize-Präsidentinnen,
sehr geehrte, liebe Frau Vorsitzende Brehmer,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
meine Damen und Herren,

Ideen brauchen Orte, an denen sie gedeihen können! Der Deutsche Bundestag ist ein Ort der Ideen und ein Ort der Kultur.

Seit fast 35 Jahren unterstützt der Deutsche Bundestag die Bundesregierung bei einer besonderen Form des kulturellen Dialogs. Das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts dient dem Erhalt von Kulturgütern im Ausland. Es verbindet Menschen über Grenzen hinweg. Es ist auf Partnerschaft angelegt. Es zeigt unseren Respekt vor anderen Kulturen. Und ist damit ein wichtiger Grundpfeiler der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik.

Ich danke den Kolleginnen und Kollegen des Deutschen  Bundestags für diese Unterstützung.

Ich freue mich sehr, dass ich zusammen mit Ihnen, Herr Bundestagspräsident, und Ihnen, Frau Brehmer, heute die Ausstellung Kulturwelten eröffnen kann und danke Ihnen, dass dies in den Räumen oder hier besser Hallen des Deutschen Bundestages möglich ist. Die eindrucksvollen Bilder zeigen herausragende Beispiele unserer erfolgreichen Arbeit in Ländern wie Afganistan, Iran, Marokko, Myanmar, den Palästinensichen Gebieten oder Syrien.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

wir haben die Bilder zerstörter Kulturgüter und Welterbestätten in Mossul, Nimrud und Hatra noch vor Augen, und täglich erreichen uns neue. Jüngster Versuch ist die Einnahme von Palmyra. Wir haben in Afghanistan, Mali, Syrien und im Irak gesehen, dass Kulturbarbarei zu einer Strategie der Kriegsführung geworden ist und zur Finanzquelle des internationalen Terrorismus.

Auch Naturkatastrophen wie jüngst das Erdbeben in Nepal bedrohen immer wieder das kulturelle Erbe der Menschheit.

Kulturgüter sind das Fundament für Identität, Heimat, Sicherheit – für den Zusammenhalt von Gesellschaften und Religionen.

Deutschland hat den Vorsitz im Welterbekomitee der Unesco. In drei Wochen sind wir Gastgeber für die 39. Sitzung dieses zwischenstaatlichen Gremiums. Als dessen Präsidentin erlebe ich, welche hohe Erwartungen an Deutschland herangetragen werden.

Wir müssen wir unser internationales Engagement verstärken. Wir müssen noch besser werden und Kulturgüter noch besser schützen.

Wir müssen einen Mechanismus finden, wie wir besser auf Krisen reagieren. Schutz, Erhalt und Wiederaufbau von Kulturgütern müssen in Krisen noch mehr als bisher zu einem komplementären Instrument der Außenpolitik werden.

Ich setze mich daher zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Rahmen eines gemeinsamen Koalitionsantrages dafür ein, dass wir erstens eine zentrale Koordinierungsstelle für die internationale und deutsche Hilfe für Kulturgüter in Krisen und zweitens einen Fonds zur Nothilfe für Kulturgüter in Gefahr einrichten. Ich werbe in der Opposition dafür, dass dieses Anliegen breite Unterstützung findet.

Das Auswärtige Amt ist der richtige Ort dafür. Im Rahmen der Auswärtigen Kulturpolitik können Bedarf und Geber aus dem In- und Ausland ermittelt und mit nationalen und internationalen Partnern, insbesondere der UNESCO, koordiniert werden.

Bereits heute sind das Deutsche Archäologische Institut und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in beispielhafter Weise engagiert.

Auch private Stiftungen, wissenschaftliche Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen sind zunehmend aktiv.

Ich begrüße daher ganz besonders Herrn Dr. Hanssler, den Vorsitzenden der Gerda Henkel Stiftung, einem unserer wichtigen Partner bei der Umsetzung von Kulturerhalt-Vorhaben.

Effiziente Koordinierung und außenpolitische Steuerung sind daher wichtiger denn je.

Ein Hilfsfonds könnte in akuten Krisen kurzfristige Maßnahmen finanzieren, Menschen vor Ort und lokale Partner bei Maßnahmen zur Sicherung von Kulturstätten unterstützen.

Ich habe anfangs gesagt, dass der Deutsche Bundestag ein Ort ist, an dem Ideen gedeihen können, ein Ort der Kultur. Ich bitte Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Unterstützung fortzusetzen.

Vielen Dank!

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