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Grußwort von Staatsministerin Cornelia Pieper anlässlich des Vortrags des kasachischen Außenministers Erlan Idrissow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik

31.01.2013

-- es gilt das gesprochene Wort --

Sehr geehrter Herr Außenminister Idrissow,
sehr geehrter Herr Botschafter Onzhanow,
sehr geehrter Herr Professor Sandschneider,
Exzellenzen,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

das vergangene Jahr 2012 war für die deutsch-kasachischen Beziehungen ein ereignis- und erfolgreiches Jahr. Es war auch ein denkwürdiges Jahr, in dem wir den zwanzigsten Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen unseren Ländern feiern konnten und in dem der rege Austausch hochrangiger Besuche die große Dichte und Güte der deutsch-kasachischen Beziehungen dokumentierte.

Ich erinnere an den Besuch von Präsident Nasarbajew im Februar 2012, der unseren Beziehungen wichtige Impulse gab sowie die Besuche von Premierminister Achmetow und Parlamentspräsident Nigmatulin im Herbst 2012.

Nachdem Bundesminister Westerwelle im August 2012 Astana besucht hat, freut es mich ganz besonders, dass Außenminister Idrissow gleich zum Auftakt des Jahres 2013 zu seinem Antrittsbesuch nach Deutschland gekommen ist, um den fruchtbaren Dialog zwischen unseren beiden Ländern fortzusetzen.

Die Entwicklung Kasachstans seit Erklärung der Unabhängigkeit im Jahr 1991 ist eindrucksvoll. Kasachstan ist zu einem angesehenen Mitglied der internationalen Gemeinschaft geworden, das sich nicht nur auf dem Erreichten ausruht, sondern sich auch für die Zukunft ehrgeizige Ziele setzt.

Mit Interesse haben wir in diesem Zusammenhang die von Präsident Nasarbajew im Dezember 2012 präsentierte „Strategie Kasachstan 2050“ zur Kenntnis genommen.

Vor diesem Hintergrund hegt die Internationale Gemeinschaft gerade mit Blick auf die zentralasiatische und europäische Sicherheit hohe Erwartungen an Kasachstan, als Brücke zwischen Europa und Asien.

Kasachstan hat bereits mehrfach gezeigt, dass es das Potential hat, zu einem Exporteur von Sicherheit und Stabilität der gesamten Region zu werden.

Das gilt nicht nur für seine zentrale Rolle mit Blick auf Afghanistan.

Die grenzüberschreitenden Herausforderungen in der gesamten Region in den Bereichen Drogen, organisierte Kriminalität, Wasser, Energie machen gemeinsame Lösungen notwendig. Wir unterstützen Kasachstan bei  der Bewältigung dieser Herausforderung, auch im Rahmen der Zentralasienstrategie der Europäischen Union.  Auch mit der Übernahme des OSZE Vorsitzes im Jahre 2010 und mit der Durchführung des OSZE Gipfels von Astana, bei dem die Einrichtung einer „Euroatlantischen und eurasischen Sicherheitsgemeinschaft“ beschlossen wurde, hat Kasachstan den Willen, Europas Sicherheitsordnung mitzugestalten, unter Beweis gestellt. 

Mit besonderem Interesse verfolgen wir auch den wirtschaftlichen Integrationsprozess im Rahmen der „Eurasischen Union“, und es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, dass dieser Prozess und die EU sich einander ergänzen. Ein wichtiges und notwendiges Fundament der Entwicklung in allen Bereichen sind demokratische und rechtsstaatliche Strukturen. Bei deren weiterem Ausbau kann Kasachstan auch künftig auf unsere Unterstützung zählen.

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Kasachstan sind heute eng und vielfältig verflochten.

Kasachstan ist für Deutschland in Zentralasien mit Abstand der wichtigste Handelspartner und Investitionsstandort.

Unser bilaterales Handelsvolumen entwickelt sich auf hohem Niveau.

Das ressourcenreiche Land mit hohem Bedarf an Auslandsinvestitionen ist ein interessanter Partner für die deutsche Wirtschaft. Ich bin überzeugt, dass unsere Wirtschaftsbeziehungen noch in hohem Maße ausbaufähig sind. Eine wichtige Rolle dabei werden gute Investitionsbedingungen spielen.

Ein hervorragendes Ergebnis der deutsch-kasachischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist das „Abkommen über Partnerschaft im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich“, das im Beisein von Staatspräsident Nasarbajew und Bundeskanzlerin Merkel vor knapp einem Jahr in Berlin unterzeichnet wurde.

Ziel der Partnerschaft ist die Nutzung und Entwicklung des Rohstoffpotentials der Republik Kasachstan durch Investitionen, Innovationen und Lieferbeziehungen sowie Technologietransfer.

Die Qualität unserer Beziehungen zeigt sich aber nicht nur im politischen oder wirtschaftlichen Bereich, sondern auch und gerade im Bereich der Kultur. Das gegenseitige Verständnis und die Freundschaft der Menschen in Kasachstan und Deutschland finden ihre Basis nicht zuletzt in den deutsch-kasachischen Beziehungen im Bereich der Kultur und Bildung.

Eine besondere Rolle spielen dabei die rund 200 000 Deutschstämmigen in Kasachstan, die eine Brückenfunktion zwischen unseren Ländern einnehmen.

Mich freut besonders das Interesse an der deutschen Sprache in Kasachstan. Das Goethe-Institut in Almaty kann auf eine langjährige Erfolgsgeschichte bei der Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur zurückblicken. Im Rahmen der erfolgreichen Partnerschul-Initiative unterstützt das Auswärtige Amt elf Schulen in Kasachstan, die Deutsch unterrichten.

Von besonderer Bedeutung ist auch die deutsch-kasachische Zusammenarbeit im Hochschulbereich, bei der die Deutsch-Kasachische Universität in Almaty mit ihren innovativen Studiengängen eine herausragende Rolle spielt. Darüber hinaus eröffnen sich vielversprechende Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen deutschen und kasachischen Universitäten.

Ich möchte hier die zukunftsgerichtete Zusammenarbeit zwischen der Charité und der Nasarbajew-Universität und die Partnerschaft zwischen der TU München und der TU Ust-Kamenogorsk erwähnen.

Diese wenigen Beispiele für die Dichte und Güte des deutsch-kasachischen Verhältnisses mögen Ihnen die Erfolgsgeschichte unserer Beziehungen illustrieren.

Ich bin überzeugt davon, dass wir auf dieser Grundlage unsere freundschaftlichen Beziehungen zum Wohle der Menschen in unseren beiden Staaten auch in Zukunft stetig weiter ausbauen und vertiefen werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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