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"Wir müssen uns weiter für den Frieden stark machen"

Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Interview mit der Super illu. Erschienen am 31.12.2014

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Was war für Sie eine der schwierigsten Entscheidungen des Jahres 2014?

2014 hat viele Entscheidungen mit sich gebracht, die nicht einfach waren. Ich hatte jedenfalls nicht damit gerechnet, nur zwei Monate nach meinem Amtsantritt mit meinen französischen und polnischen Amtskollegen in Kiew zu vermitteln, um weiteres Blutvergießen auf dem Maidan zu verhindern. Seither ringen wir darum, eine erneute Spaltung Europas zu verhindern. Auch nach einem Jahr des Ringens um politische Lösungen steht viel auf dem Spiel. Aber nicht nur bei dem Konflikt um die Ostukraine steht viel auf dem Spiel, auch in anderen Regionen trägt Deutschland Verantwortung. Die Entscheidung, Waffen an die Peschmerga im Nordirak zu liefern und ihnen damit im Kampf gegen den ISIS-Terror zu helfen, fiel uns nicht leicht. Aber sie ist und bleibt richtig, denn auch unterlassene Unterstützung ist in bestimmten Lagen verantwortungslos.

Woran knüpfen Sie 2015 an?

Die Welt um uns herum hat sich verändert und damit auch die Rolle Deutschlands. Für mich bedeutet das: Wir müssen uns weiter beharrlich für den Frieden stark machen.  Auch wenn es bequemer wäre, das Geschehen mit schlichten Parolen von der Seitenlinie zu kommentieren, dürfen wir uns nicht entmutigen lassen und müssen allen Rückschlägen zum Trotz immer wieder nach Lösungsansätzen suchen.

Welche persönlichen Stärken werden Ihnen dabei helfen?

Nach meinen Stärken und Schwächen fragen Sie am besten meine Frau. Ich hoffe jedenfalls, dass ich auch 2015 das Glück habe, gesund zu bleiben und dass ich weiter Energie und Ausdauer habe, die man vor allem in der so dringend notwendigen Krisendiplomatie braucht.  

Was wünschen Sie sich und unseren Lesern für 2015?

Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, mit Geduld und Augenmaß wenigstens einige der Konflikte auf der Welt zu entschärfen. Den Lesern wünsche ich, dass sie weniger Schlagzeilen über Krisen, Konflikte und menschliches Leid lesen müssen und wir stattdessen mehr Nachrichten hören, die Freude bereiten.

Interview: Marc Kayser. Übernahme mit freundlicher Genehmiugung der Super illu.

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