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"Ein Vorbild für andere Regionen": 8. Jahresforum der EU-Ostseestrategie im Auswärtigen Amt

Vom 13. bis zum 14. Juni 2017 findet zum 8. Mal das Jahresforum der EU-Ostseestrategie statt –zum ersten Mal in Deutschland. Rund 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur diskutieren über Fragen rund um die Ostsee. Die Veranstaltung wird vom Auswärtigen Amt in enger Zusammenarbeit mit der Baltic Sea Commission und der Europäischen Kommission organisiert. Außenminister Gabriel hat das Forum eröffnet, gemeinsam mit Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari und der Vize-Präsidentin von Ericsson, Sara Mazur.

Vorbild für andere Regionen

"Vertrauensvolle Zusammenarbeit entsteht nicht von alleine", sagte Außenminister Gabriel zu Beginn der Konferenz. Im Gegenteil: sie brauche Energie und den Willen aller Parteien. In der Ostseeregion sei dies gelungen, setzte Gabriel fort. Der größte Teil der Ostseeküste befindet sich innerhalb der EU, acht Mitgliedsstaaten grenzen an das Meer: Estland, Lettland, Litauen, Finnland, Schweden, Dänemark, Polen und Deutschland. Auch die Nachbarn Norwegen, Weißrussland und Nordwestrussland sind vertreten. "Hier spürt man, welche Friedenskraft die EU entfalten kann, so Gabriel. Die Zusammenarbeit zwischen den Ostseeanrainern blickt zurück auf eine lange Tradition: bereits in der Hanse arbeiteten die Staaten wirtschaftlich zusammen, auch politisch und kulturell besteht ein reger Austausch. Heute sei die intensive Kooperation zwischen den Ländern ein Vorbild für andere Regionen der Welt, so Gabriel.

Insgesamt habe sich in der jüngsten Vergangenheit das politische Klima im Ostseeraum verschlechtert, setzte Gabriel fort, vor allem mit Blick auf die Beziehungen zu Russland. In dieser Situation sei es daher umso wichtiger, gute Beziehungen und den Dialog innerhalb der Ostseeregion aufrechtzuerhalten. In diesem Rahmen, so Gabriel, sei eine enge Zusammenarbeit mit Russland weiterhin möglich - ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Situation.

Das Motto der diesjährigen Konferenz, „Connectivity“, fasst deswegen den Kerngedanken der Ostseekooperation zusammen: Ob bei Infrastruktur,  Umweltschutz, Energie oder in der Wissenschaft – transnationale Zusammenarbeit ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Region.

Infrastruktur und Meeresschutz

Zwei Themen spielen in diesem Jahr eine besonders wichtige Rolle, so Gabriel: zum einen soll die Innovationskraft der Region vorangebracht werden. Bekannte Unternehmen wie Skype und Spotify haben als Start-ups in den Baltischen Staaten begonnen. Dieses Potenzial gelte es auszubauen, zum Beispiel durch die Förderung von Investitionen. Zum anderen steht der Schutz der Ostsee selbst auf der Agenda. Über Flüsse gelangen nach wie vor große Mengen an Stickstoff in die Ostsee, die sich auf Lebewesen im Meer auswirken. Auch Fischbestände schrumpfen zunehmend - auch hier sollen gemeinsame Lösungen erarbeitet werden.

Tourismus, Blue Growth, Digitalisierung: umfangreiches Konferenzprogramm

Fehmarnsundbrücke

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© picture alliance / dpa

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Fehmarnsundbrücke

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Darüber hinaus wird es auch um den Ausbau von Tourismus und Infrastruktur gehen, ebenso wie um nachhaltige Wirtschaftsmodelle. Zusätzlicher Input kommt aus zwei hochrangig besetzten Plenardiskussionen zu Verkehrspolitik als Motor regionaler Entwicklung und Blue Growth  - dem Wachstum der maritimen Wirtschaft unter voller Berücksichtigung des Umweltschutzes . In der „Connectivity Lounge“ warten Projektpräsentationen und interaktive Module, eine Filmpräsentation und Funding-Speeddating.

Zum Weiterlesen:

www.balticsea-region-strategy.eu


Stand 13.06.2017

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