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60 Jahre Römische Verträge - Zukunftsprojekt Europa

Am Samstag, den 25. März, feierte ganz Europa das 60-jährige Jubiläum der Unterzeichnung der "Römischen Verträge": der Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft. Mit diesem Akt legten die Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Belgiens, der Niederlande und Luxemburg im März 1957 in Rom einen Grundstein für ein Projekt, welches sich zusammen mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl über sechs Jahrzehnte zum größten Freiheits-, Friedens- und Wohlstandsprojekt der Welt weiterentwickeln sollte: der Europäischen Union.

Europäische Union bedeutet Frieden

Die offiziellen Feierlichkeiten in Rom am vergangenen Wochenende waren ein Anlass für die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsstaaten und die Vertreter der EU-Institutionen, ihr Bekenntnis zu einer gemeinsamen europäischen Zukunft zu erneuern. In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten sie ihren Willen, die Herausforderungen in Europa gemeinsam zu bewältigen und in Zukunft durch noch mehr Einheit, Solidarität untereinander und der Achtung gemeinsamer Werte die Europäische Union zu stärken. Mit ihrem Schlusswort unterstrichen sie erneut die leitende Botschaft der Feierlichkeiten: "Wir sind zu unserem Glück vereint. Europa ist unsere gemeinsame Zukunft."

Die in der Erklärung enthaltene "Agenda von Rom" zeigt auf, auf welche zentralen Themen sich die EU in den nächsten zehn Jahren konzentrieren soll: (1) Stärkung der inneren Sicherheit, (2) Förderung des Wohlstandes und der Nachhaltigkeit, (3) mehr soziale Gerechtigkeit und (4) eine entschiedenere, stärkere Rolle der EU in der Weltpolitik.

Lesen Sie hier die Erklärung im Wortlaut.

Für viele EU-Bürger war das Jubiläum eine Gelegenheit, ihrem Wunsch nach einer solidarischen, demokratischen und starken EU Ausdruck zu verleihen. In Rom und mehr als 30 weiteren europäischen Städten, darunter Berlin, Brüssel, Düsseldorf, Luxemburg, Madrid, Paris, Vilnius und Warschau, gingen tausende Menschen auf die Straße.

Mehr als sechs Jahrzehnte europäische Einigung – eine Erfolgsgeschichte

In Berlin versammelte die pro-europäische Kundgebung "March for Europe" nach Angaben der Veranstalter um die 4.000 Personen.

In Berlin versammelte die pro-europäische Kundgebung "March for Europe" nach Angaben der Veranstalter um die 4.000 Personen.
© dpa

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In Berlin versammelte die pro-europäische Kundgebung "March for Europe" nach Angaben der Veranstalter um die 4.000 Personen.

In Berlin versammelte die pro-europäische Kundgebung "March for Europe" nach Angaben der Veranstalter um die 4.000 Personen.

In Berlin versammelte die pro-europäische Kundgebung "March for Europe" nach Angaben der Veranstalter um die 4.000 Personen.

Die Feierlichkeiten sind auch für uns eine Gelegenheit, auf dieses grandiose Projekt zu schauen und uns zu vergegenwärtigen, was es eigentlich heißt, Bürger der Europäischen Union zu sein.

Als Erstes und als Wichtigstes heißt es für uns: Frieden. Noch nie gab es so lange Frieden in Europa, mittlerweile 70 Jahre. Ermöglicht hat uns dies der Entschluss der europäischen Staaten, nach zwei vernichtenden Weltkriegen Gemeinsamkeiten zu suchen, Krieg in Europa auf Dauer zu verhindern und zu einer friedlichen Form der Zusammenarbeit zu kommen. Meinungsverschiedenheiten werden nicht mehr auf Schlachtfeldern ausgetragen, sondern in einem institutionellen Rahmen. Dafür haben die Gründungsmitglieder einen Teil ihrer Souveränität übertragen.

"Nirgendwo auf der Welt lebt es sich so frei und demokratisch wie in Europa", formulierte entsprechend auch Außenminister Gabriel kürzlich bei einer Bürgerwerkstatt zu Europa im Auswärtigen Amt. Die europäische Zusammenarbeit sei das größte Zivilisationsprojekt des 20. Jahrhundert, mit ihrer Hilfe seien Feindschaften und Konflikte in Europa überwunden worden. "Es lohnt sich, sich darum zu kümmern."

Der gemeinsame Markt sichert Beschäftigung und Wohlstand

Auch als Wirtschaftsraum feiert die EU große Erfolge. Der gemeinsame Markt der EU ist der größte Binnenmarkt der Welt. Im Verbund sind die Mitgliedstaaten der EU in globaler Perspektive ein wichtiger wirtschaftlicher Akteur und können die Globalisierung gestalten. Der Binnenmarkt ist mit seinen 500 Millionen Menschen ein attraktiver Handelspartner. "Unsere Kinder und Enkel werden in der Welt nur gehört, wenn Europa mit einer Stimme spricht", betonte Gabriel.

Der gemeinsame Markt der EU ist ein zentrales Instrument, um den Bürgern Europas Beschäftigung und Wohlstand zu sichern. Dabei geht es auch um Gleichberechtigung und den Schutz des Einzelnen: Arbeitnehmer sind umfassend vor Diskriminierung bei Bewerbungen und am Arbeitsplatz geschützt. Werdende Mütter genießen besonderen Schutz und Firmen dürfen keine Kartelle bilden, um die Preise zu diktieren. All das ist dank der EU garantiert.

Die EU ist eine Erfolgsgeschichte. Aus diesem Grund wollen wir den Weg der gemeinsamen Kooperation und Lösungsfindung weitergehen.

Zum Weiterlesen

"Für ein stärkeres Europa kämpfen" Von Außenminister Sigmar Gabriel

60 Gründe für die EU (veröffentlicht von der Europäischen Kommission zum 60-jährigen Jubiläum


Stand 28.03.2017

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