Hauptinhalt

Weimarer Dreieck

Das Weimarer Dreieck ist Zeugnis eines gelungenen Aussöhnungsprozesses zwischen Deutschland und seinen beiden größten unmittelbaren Nachbarn im Westen und Osten nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Dabei wurde die deutsch-französische Freundschaft schon zu Beginn der 1960er Jahre mit dem Élysée-Vertrag auf eine solide Grundlage gestellt. Die Komplettierung dieses besonderen Verhältnisses um den östlichen Partner Polen war erst nach dem Fall des Eisernen Vorhanges, der Europa bis 1989 teilte, möglich.

Ging es zunächst vorrangig darum, die neuen Demokratien Mittel- und Osteuropas - allen voran Polen - in die Europäische Gemeinschaft zu integrieren, so veränderte sich die Zielsetzung nach der großen Erweiterung der Europäischen Union im Jahr 2004. Im Mittelpunkt steht nun der Gedanke, ein Forum gleichberechtigter Partner im Zentrum Europas zu schaffen. Es soll "Impulsgeber für den Auf- und Ausbau zukunftsfähiger Strukturen in Europa" sein, so Guido Westerwelle während des Außenministertreffens vom 26./27.04.2010 in Bonn.

Am 7. Februar 2011 traf sich Bundeskanzlerin Merkel mit dem polnischen Präsidenten Komorowski und dem französischen Präsidenten Sarkozy in Warschau. Dabei wurde unter anderem beschlossen, die Arbeit des deutsch-französischen und des deutsch-polnischen Jugendwerks zu einer dreiseitigen Jugendarbeit auszubauen. Mit Hilfe Polens wollen Deutschland und Frankreich zudem die Zusammenarbeit der EU mit ihren östlichen Nachbarn weiter intensivieren.

Neuer Schwung im Weimarer Dreieck: Informationen auf der Website der Bundesregierung

Klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit im Koalitionsvertrag

Die Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag vom Oktober 2009 zum Ziel gesetzt, die Beziehungen zu Polen und zu den mittelosteuropäischen Staaten zu intensivieren und das Weimarer Dreieck zur informellen Abstimmung zwischen Deutschland, Frankreich und Polen stärker zu nutzen. Deutlich sichtbares Zeichen für dieses Ziel: Polen und Frankreich waren die ersten beiden Länder, denen Bundesaußenminister Guido Westerwelle nach seinem Amtsantritt im Oktober 2009 einen Besuch abgestattet hatte. 

Die Partnerländer haben die deutsche Initiative aufgegriffen - bereits am 1. Februar 2010 trafen sich auf polnische Einladung hin in Warschau die drei Europaminister. 

Offenheit gegenüber den Nachbarn im Osten

Für den 26./27. April 2010 hatte Deutschland zu einem Treffen der Außenminister nach Bonn eingeladen. Schwerpunktthemen des Treffens: die Außenbeziehungen der Europäischen Union sowie die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik in den neuen Strukturen des Lissabon-Vertrages. Erstmals wurde der ukrainische Außenminister Hryschtschenko zu einem gemeinsamen Gespräch mit den Außenministern des Weimarer Dreiecks eingeladen.

Bei den deutsch-polnischen Regierungskonsultationen am 6. Dezember 2010 in Berlin hob der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hervor, dass Polen auch seine Beziehungen zu Russland stärke. Am gleichen Tag, als Tusk und sein Kabinett in Berlin zu Gast waren, besuchte der russische Präsident Medwedew Warschau. Die deutsch-polnische Erfahrung, so Tusk, sei für ganz Europa ein gutes Beispiel dafür, dass man "alte Vorurteile überwinden und alte Klischees ausräumen" könne.

"Weimarer Dreieck der Kultur"

Das Weimarer Dreieck soll künftig auch um eine kulturelle Dimension erweitert werden. Einen wichtiger Schwerpunkt sollen dabei Projekte bilden, die Möglichkeiten zum unmittelbaren Kontakt zwischen den Menschen aus den drei Ländern schaffen, um das Vertrauen in die Freundschaft und Zusammenarbeit zu stärken.

Entstehung

In der thüringischen Goethe-Stadt Weimar wurde durch eine gemeinsame Erklärung der Außenminister Frankreichs, Polens und Deutschlands am 29. August 1991 das Weimarer Dreieck ins Leben gerufen. 


Stand 07.02.2011

Unterzeichnung der Gründungsurkunde des deutsch-französischen Jugendwerks 1963 © picture-alliance/Rohwedder

Die deutsch-französische Zusammenarbeit

Die deutsch-französische Partnerschaft wurde mit dem Elysée-Vertrag von 1963 auf eine vertragliche Grundlage gestellt. Heute ist das Netzwerk zwischen den Gesellschaften beider Länder einzigartig.

Mehr

Am deutsch-polnischen Gymnasium in Löcknitz © picture-alliance/ZB

Deutsch-Polnische Zusammenarbeit

Die deutsch-polnischen Beziehungen entwickeln sich dynamisch. Dies zeigt auch die gemeinsame Website des Auswärtigen Amts und des Polnischen Außenministeriums.

Mehr