Hauptinhalt

Die deutsche Sprache in der EU

Deutsch ist die am weitesten verbreitete Muttersprache in der EU. Als Fremdsprache liegt sie ungefähr gleichauf mit dem Französischen auf einem geteilten zweiten Platz nach Englisch.

Deutsch ist eine von 24 gleichberechtigten Amts- und Arbeitssprachen der EU. Laut Verordnung Nr. 1 von 1958 gilt das Vollsprachenregime – d.h. die Übersetzung in alle Amts- und Arbeitssprachen – für alle Rechtstexte und das Amtsblatt. Jeder Unionsbürger kann sich schriftlich in einer der 24 Amtssprachen an jedes Organ und jede Einrichtung der EU wenden und muss eine Antwort in derselben Sprache erhalten.

Das Vollsprachenregime gilt ebenso bei wichtigen EU-Treffen, z.B. bei allen Tagungen des Europäischen Rates und den formellen Ratstreffen auf Ministerebene.

In einer Reihe weiterer Gremien haben sich feste Traditionen herausgebildet. So wird im Ausschuss der Ständigen Vertreter – dem wichtigen Ausschuss der Botschafter/innen der EU-Mitgliedstaaten - Deutsch/Englisch/Französisch gedolmetscht. In den Gremien der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik wird Englisch und Französisch gesprochen - ohne Dolmetschung.

Seit dem deutlichen Anstieg der Zahl der EU-Amtssprachen 2004 gilt für die Mehrzahl der Ratsarbeitsgruppen das sogenannte Marktmodell. Es erlaubt den Mitgliedstaaten, die Dolmetschung ihrer eigenen Amtssprache zu beantragen. Deutschland beantragt dies, wo immer möglich. Nicht zuletzt weil sich die Mitgliedstaaten an den Kosten beteiligen müssen, führt dies im Vergleich zur Alternative einer gemeinschaftlich finanzierten Volldolmetschung zu erheblichen Einsparungen.

Deutsch genießt als eine von drei Verfahrenssprachen eine Sonderstellung in der Europäischen Kommission: Das Kollegium der Kommissare arbeitet in Deutsch, Englisch und Französisch und auf Grundlage von Dokumenten, die in diesen drei Sprachen vorgelegt werden müssen.

Das Auswärtige Amt bietet in Kooperation mit dem Goethe-Institut ein umfangreiches, themenorientiertes Sprachkursprogramm speziell für höhere EU-Bedienstete und Ministerialbeamte aus EU-Partnerländern und weiteren europäischen Nachbarländern an, um Deutsch als Arbeits- und Verhandlungssprache in der EU zu stärken.


Stand 05.05.2015

Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise und Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere