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European Medical Corps: Besser gewappnet für die nächste Epidemie

Am Montag (15.02.) wurde in Brüssel das "European Medical Corps" lanciert, ein Expertenpool zur Abwehr möglicher künftiger Epidemien. Die deutsch-französische Initiave ist eine Reaktion auf die verheerende Ebola-Krise des Jahres 2014. Außenminister Steinmeier warnte bei der Auftaktveranstaltung: "Es darf nicht passieren, dass uns eine nächste Gesundheitskrise ähnlich trifft!"

Kapazitäten vorhalten und schnell reagieren

Die schrecklichen Bilder aus den Epidemiegebieten in Westafrika sind auch heute noch in wacher Erinnerung. Damals hatte sich das tödliche Virus rasant in mehreren Ländern der Region ausgebreitet und infizierte Flugreisende brachten es auch bis nach Europa. "Ebola hat gezeigt, wie wichtig es ist, vorbereitet zu sein. Dazu gehört, Kapazitäten vorzuhalten, vor allem aber schnell zu reagieren", sagte Außenminister Steinmeier nun in Brüssel. 

Deutsch-französische Initiative

Aus dieser Erfahrung heraus gaben er und der damalige französische Außenminister Laurent Fabius den Anstoß zur sogenannten "EU-Weißhelm-Initiative", die nun als "European Medical Corps" realisiert worden ist. Dieser Katastrophenschutzmechanismus für globale Gesundheitskrisen ist eingebettet in die EU Generaldirektion "Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement" (ECHO). Deutschland beteiligt sich daran mit einem substanziellen Beitrag. Dazu gehört ein Isolationskrankenhaus des Deutschen Rotes Kreuzes für hochinfektiöse Patienten, Laborkapazitäten des Bernhard-Nocht-Instituts und logistische Unterstützung durch das Technische Hilfswerk (THW).

Handlungsfähiges Europa

Steinmeier bei der Auftaktveranstaltung für das "European Medical Corps"

Steinmeier bei der Auftaktveranstaltung für das "European Medical Corps"
© EU ECHO

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Steinmeier bei der Auftaktveranstaltung für das "European Medical Corps"

Steinmeier bei der Auftaktveranstaltung für das "European Medical Corps"

Steinmeier bei der Auftaktveranstaltung für das "European Medical Corps"

Neben Deutschland und Frankreich beteiligen sich auch Belgien, Finnland, Luxemburg, die Niederlande, Schweden, Spanien und die Tschechische Republik an dem Projekt. Außenminister Steinmeier dankte diesen Ländern ausdrücklich für ihr Engagement: "Dies zeigt die Handlungsfähigkeit der EU gerade auch in komplexen und schwierigen Situationen."  Steinmeier rief auch die übrigen Staaten dazu auf, sich an dem Projekt zu beteiligen. Dies sei ein wichtiges Zeichen der Solidarität innerhalb der EU.

Zika-Virus verdeutlicht Dringlichkeit

Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Margret Chan dankte bei der Auftaktveranstaltung Deutschland und Frankreich für ihre Initiative, die auch einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Gesundheitskrisenvorsorge leiste. Das "European Medical Corps" fügt sich in die "Global Health Emergency Workforce", die derzeit unter dem Dach der WHO entsteht. Chan erinnerte daran, dass derzeit das Zika-Virus erneut verdeutliche, wie wichtig weltweite Krisenvorsorge ist.


Stand 15.02.2016

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